Holzbau Deutschland
Raum für kreativen Austausch
Ende September 2025 fand das 3. Barcamp Holzbau statt. Dieses Mal im Bildungszentrum Komzet Bau in Bühl. Die Veranstaltung erwies sich erneut als lebendige Plattform für den offenen und praxisnahen Austausch.
Das Format des Barcamps lebt von seiner Spontanität: Statt eines zuvor festgelegten Programms bestimmen die Teilnehmenden gemeinsam, welche Themen diskutiert werden. Besonders auffällig war die positive und gelöste Stimmung während des Barcamps. Das Umfeld eines Ausbildungszentrums trug dazu bei, dass sich die Teilnehmenden sichtlich wohlfühlten und offen miteinander ins Gespräch kamen. Die engagierte Beteiligung junger Auszubildender bereicherte die Veranstaltung spürbar. Sie brachten nicht nur eigene Themen ein, sondern beteiligten sich zugleich aktiv mit frischen Ideen und Anregungen an den Diskussionen.
Fachkräfte im Unternehmen halten
Eine Session beschäftigte sich mit der Frage, wie Betriebe ihre Fachkräfte langfristig halten können. Hier zeigte sich, dass klassische Lösungen der Industrie wie betriebliche Altersteilzeit oder Anreize zur Rente für die meist kleineren Zimmereibetriebe wenig praktikabel sind.
Stattdessen ging es darum, Lösungen zu finden, die sich am Alltag kleinerer Unternehmen orientieren. Die Idee, Paten einzusetzen, die Auszubildende und Junggesellen begleiten, wurde ebenso diskutiert wie flexible Arbeitszeitmodelle, die den Anforderungen eines modernen Familienlebens gerecht werden.
Besonders spannend war der Vorschlag, den Zimmererberuf als Story zu erzählen, die junge Menschen emotional bindet und stolz auf ihren Beruf macht. Als Grundlage diente der Ansatz, dass der Zimmererberuf sowohl der digitalste als auch einer der traditionsreichsten unter den Bauberufen ist.
Nachwuchsförderung beginnt im Kindergarten
Beim Thema Ausbildung, bei dem sich maßgeblich Ausbilder und Auszubildende austauschten, zeigte sich, dass die Nachwuchsgewinnung bereits im Kindergarten beginnt. Gemeinsame Projekte zwischen Betrieben und Kitas, eine stärkere Präsenz in Schulen und fest verankerte Praktika könnten mehr junge Menschen für das Handwerk begeistern und ihnen den Zugang zu erleichtern. Engagierte Lehrkräfte spielen dabei eine Schlüsselrolle und sollten als Vermittler gezielt unterstützt werden. Für junge Menschen, die sich für das Handwerk interessieren, sollten Ferienjobs angeboten werden. Der Jugendarbeitsschutz stellt hier oft eine Hürde dar.
Digitalisierung verändert Ausbildung und Praxis
In der Session "Digitale Tools für Bildung und Baustelle" wurde die Weiterentwicklung der kursm.app, einer Plattform für die Organisation von Ausbildungsinhalten vorgestellt. Neu hinzugekommen sind webXR-Funktionen: Mit Augmented Reality können CAD-Modelle direkt in die Werkstatt oder auf die Baustelle projiziert werden, was sowohl der Eigenkontrolle als auch dem grundsätzlichen Verständnis von Aufriss-Zeichnungen dient.
Weitere Sessions wurden zu den Themen KI in der Praxis, Wünsche in der Weiterbildung, Einblasdämmung, Nachhaltigkeit kommunizieren, Arbeitssicherheit, Aufmaß Datentransport, Kreislaufwirtschaft, Serielles Sanieren und Lehmbau der Zukunft, angeboten. Beim Barcamp Holzbau gingen die Teilnehmer nicht nur mit neuen Erkenntnissen nach Hause, sondern knüpften auch wertvolle Kontakte.









