Metalldächer

Guido Wollenberg,

Pavillons im Downtown Cary Park erhalten Zinkdächer von VM Zinc

An seinen Außengrenzen wird der Downtown Cary Park von einigen gerade verlaufenden Straßen begrenzt. Doch innerhalb des Parks gibt es so gut wie keine rechten Winkel. Fast alle Wege führen in geschwungenen Bögen durch die Anlage. Die befestigten Aufenthaltsbereiche greifen diese Rundungen ebenso auf wie die Grundrisse der Pavillons mit ihren geschwungenen Dachflächen. Diese Formen sollen die Besucher entlang der Kurven weiter in den Park hineinführen.

Die Wege führen in geschwungenen Bögen durch die neue Parkanlage, ebenso wie die Grundrisse der Pavillons mit ihren geschwungenen Dachflächen © VM Zinc /Baker Roofing

Silicon Valley an der Ostküste

Der Park liegt im Herzen von Cary, einer Stadt an der Ostküste der USA im Bundesstaat North Carolina. Cary ist Teil des sogenannten "Research Triangle". Der Technologiepark weist eine der höchsten Konzentrationen von Unternehmen aus dem Technologiesektor in den USA auf. Viele Einwohner der Stadt sind in dieser Branche beschäftigt. Seit den 1990er-Jahren hat sich die Bevölkerung von Cary verdreifacht und zählt seit Anfang der 2020er-Jahre über 175 000 Menschen. Der rund 2,8 Hektar große Park im Stadtzentrum soll die regionale und überregionale Anziehungskraft der Stadt stärken und das weitere Wachstum fördern.

Einheitliche Formen

Die Stadtverwaltung sieht den neuen Park als Investition in die Zukunft der Region. Er soll der Erholung dienen und einen generationenübergreifenden Rahmen für Aufführungen, Veranstaltungen und Feiern schaffen. Neben dem Amt für Parks und Erholung der Stadt Cary und den Landschaftsarchitekten OJB Landscape Architecture war das Architekturbüro Machado Silvetti maßgeblich an der Gestaltung des neuen Parks beteiligt. Machado Silvetti hat für den Park eine übergreifende Formensprache entwickelt, in der Landschaft und Architektur eine Einheit bilden.

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Der »Bark Bar Pavilion« hat ein S-förmiges Zinkdach und ist als Outdoor-Bar konzipiert © VM Zinc /Baker Roofing

Neben diesem gestalterischen Aspekt übernehmen die einzelnen Pavillons auch wichtige logistische Funktionen. Mit dem "Academy Pavilion" gibt es einen gastronomischen Hauptstandort mit Innen- und Außenbereich. Der "Bark Bar Pavilion" liegt auf der gegenüberliegenden Seite des Parks und ist als Outdoor-Bar konzipiert. Im Zentrum des Parks bietet der runde "Great Lawn Pavilion" einen schattigen Platz für öffentliche Aktivitäten. Hier gibt es ausreichend Platz und die Infrastruktur für größere Veranstaltungen sowie für Filmvorführungen und Konzerte.

Diese drei großen Pavillons zeichnen sich dadurch aus, dass ihre Dächer allesamt über der Landschaft zu schweben scheinen. Durch ihre offene Bauweise lösen sie die Grenzen zwischen den Innenräumen und der umgebenden Landschaft auf. Sie bieten auf diese Weise einen durchgehenden, ungehinderten Blick in den Park und schützen die Besucher gleichzeitig vor Regen und Sonne. Etwas aus der Reihe fällt das rechteckige "Gathering House", das einen großen geschlossenen Innenraum für private und öffentliche Veranstaltungen bietet. Trotz seiner anderen Form zeigt es seine Verwandtschaft zu den anderen Pavillons durch die Verwendung der gleichen Baumaterialien.

Zink für die Pavillondächer

Der »Great Lawn Pavilion« hat ein großes kegelförmiges Dach, unter dem sich eine offene Fläche für Konzerte und Veranstaltungen befindet © VM Zinc /Baker Roofing

Die Stadt Cary wünschte sich für die Gebäude attraktive, haltbare Materialien. Darüber hinaus war die Geometrie der Dächer ausschlaggebend für die Wahl des Materials: Das Bedachungssystem musste die Umsetzung der komplexen Formen ermöglichen. Zink machte schließlich das Rennen, weil es flexibel in der Anwendung und langlebig ist. Gleichzeitig vermittelt es den gewünschten wertigen und eleganten Eindruck.

Mit der Materialwahl knüpft die Gestaltung der Pavillons an die regionale Bautradition in North Carolina an und setzt auf natürliche Baustoffe: Holz, Stein und Zink. Die Wände, die oft nur kleinere Bereiche der Pavillons umschließen, sind je nach Pavillon mit Holz bekleidet oder aus rötlich-weißen Ziegeln errichtet.

S-förmige Kurven

Die Zinkdächer der Pavillons sind ein wesentliches Gestaltungselement des Gesamtkonzepts. Die Firma Baker Roofing hat diese besonderen Dächer ausgeführt. Construction Metal Products lieferte die dafür verwendeten Zinkelemente in der Oberflächenqualität Quartz-Zinc von VM Zinc. Alle Zinkdächer besitzen individuelle Formen. Eine Gemeinsamkeit ist allerdings, dass sie die leicht hügelige Landschaft und die geschwungene Wegführung des Parks aufgreifen.

Das Dach des Pavillons erinnert an eine in der Sonne glitzernde Schlange © VM Zinc /Baker Roofing

Am auffälligsten sind die Dächer des "Academy Pavilion" und des "Bark Bar Pavilion". Sie bilden S-förmige Kurven in unterschiedlicher Länge. Dabei erinnern sie an sich windende, in der Sonne glitzernde Schlangen, was besonders auf Luftbildern deutlich sichtbar wird. Der zentrale Pavillon in der Mitte, der "Great Lawn Pavilion" besitzt hingegen ein großes kegelförmiges Dach, unter dem sich eine weitgehend offene Fläche für Konzerte und Veranstaltungen befindet. Eine der größten Herausforderungen beim Bau der Pavillons war es, die passenden Formen für die einzelnen Zinkelemente zu bestimmen. Die Geometrie der Gebäudedächer wurde hierfür in viele kleine Abschnitte unterteilt. Aus den kompliziert wirkenden Kurvenverläufen ergaben sich so viele einzelne Elemente mit geraden Linien. Damit konnten alle Dächer auf Basis von Zinkelementen mit geraden Schnittkanten umgesetzt werden.

Formate vorab festgelegt

Für die gesamten Dachflächen der Pavillons wurden die Formate der einzelnen Zinkelemente vorab festgelegt. So war klar, wie breit die einzelnen Elemente an der Ober- und Unterseite zugeschnitten werden mussten. Die detaillierte Abstimmung vor der Montage der Dächer erfolgte anhand zahlreicher Entwurfszeichnungen. Zusätzlich wurden teilweise 1:1-Modelle der Elemente angefertigt, um sicherzustellen, dass alle Beteiligten mit der Fertigungsweise und dem Gesamtbild zufrieden waren.

Der »Academy Pavilion« kombiniert das Zinkdach mit Wänden aus Holz. Hier ist der gastronomische Hauptstandort des Parks untergebracht © VM Zinc /Baker Roofing

Die Rundungen der Pavillondächer wurden aus Zinkelementen in der Oberfläche Quartz-Zinc Plus von VM Zinc geformt. Sie wurden hier in einer Dicke von 0,8 mm verwendet. Für jedes einzelne Element legte Baker Roofing vorab die Breite an Traufe und First fest und übermittelte diese Daten für eine exakte Fertigung an Construction Metal Products. Dort wurden die Schnittkanten physisch auf den Zinkbändern markiert. Der individuelle Zuschnitt der vielen Elemente war eine mühsame und langwierige Arbeit, doch das überaus gelungene Ergebnis rechtfertigte letztlich diesen enormen Arbeitsaufwand.

Dächer in Doppelstehfalzoptik

Die markanten Dächer der Pavillons ruhen entweder auf Betondecken oder auf Stahlkonstruktionen. Auf den Betondecken wurde zusätzlich eine Dampfsperre aufgebracht. Alle Dächer erhielten als Basis eine vollflächig unterstützte Holzunterkonstruktion. Auf diese kam eine Abdichtungslage zum Schutz vor Feuchtigkeit und dann die Sicherheitsbahn von VM Zinc. Diese bildet eine Drainageebene zwischen Zinkdeckung und Unterkonstruktion. Sie eignet sich ideal für den Einsatz in kritischen Dachbereichen mit extrem flacher Neigung. Zudem ist diese Sicherheitsbahn zwischen Unterkonstruktion und Außenhülle materialbeständig und langlebig. Auf der Sicherheitsbahn wurden dann die Zinkelemente in Doppelstehfalztechnik verlegt. Dabei wurden Haften eingesetzt, die der Hersteller speziell für seine Sicherheitsbahn entwickelt hat.

Das Zinkdach des »Bark Bar Pavilion« ruht auf roten Ziegelwänden. Die Dachkanten sehen auch hier sehr filigran aus – eine große Leistung der Dachdecker © VM Zinc /Baker Roofing

Der kurvige Dachverlauf war jedoch nicht das komplizierteste Detail, sondern der Übergang von der Dachtraufe zum Unterdach, da er möglichst filigran wirken sollte. Hier waren die Dachdecker mit ihrer Handwerkskunst gefordert und es ist ihnen gut gelungen, die tatsächliche Dicke der Struktur zu verbergen, sodass die Dächer sehr dünn und elegant wirken.

Verborgene Entwässerung

Weiterhin erwiesen sich die innen liegenden Dachrinnen als aufwendig. Hier wurden vorab Pappschablonen angefertigt. Mithilfe dieser Vorlagen wurde dann jedes Einzelteil der Dachrinnen gefertigt, sodass es zu den Radien der runden Dachverläufe passte. Als Material kam hier ebenfalls Quartz-Zinc zum Einsatz.

Mit Blick auf die Besonderheiten und die komplizierten Details der Dächer wird deutlich, dass nicht nur das außergewöhnliche Design des Parks und der Pavillons für den Erfolg des Projekts verantwortlich war. Ebenso entscheidend waren die gute Zusammenarbeit und die handwerklichen Fähigkeiten der beteiligten Firmen, die die insgesamt rund 2400 m² großen Dachflächen in hoher Qualität ausführten.

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