Dämmung

Collin Klostermeier,

Schlanker Systemaufbau

Bei der Sanierung des Bahnhofs Leisnig erhielt das Dach der Eingangshalle seine originale Metalldeckung zurück. Im Dachaufbau kam ein schlankes Dämmsystem zum Einsatz.

Der Bahnhof Leisnig wird schrittweise saniert: Regelmäßig wird zu Bauhelfertagen eingeladen, die Finanzierung erfolgt über Spenden und Crowdfunding

© Puren /Sven-Erik Tornow

Mehr als 155 Jahre steht der Bahnhof Leisnig jetzt schon an der Bahnstrecke Grimma – Döbeln. Aber er ist schon lange nicht mehr in Betrieb und drohte zu verfallen: Schäden und Vandalismus setzten dem mittlerweile denkmalgeschützten Bauwerk erheblich zu. 2020 kamen schließlich vier Musiker aus Tübingen und Berlin und mit ihnen die Wende für das Gebäude: Sie kauften den Bahnhof und sanieren ihn schrittweise.

Seit 2000 war das Bahnhofsgebäude nicht mehr im Betrieb und hatte mittlerweile auch den Besitzer gewechselt. Es bestand ursprünglich aus einer zentralen Eingangshalle mit Wartesälen und einer Bahnhofswirtschaft auf der einen sowie Fahrkarten- und Gepäckabfertigung sowie Diensträumen auf der anderen Seite. In den Stockwerken der Flügelbauten befanden sich Wohnungen. Mit dem jetzt erfolgten erneuten Eigentümerwechsel kam nicht nur Schwung in die längst überfällige Sanierung, sondern auch ein Nutzungskonzept ins Spiel, das bei Verwaltung und Bevölkerung gleichermaßen auf breite Zustimmung stieß.

Das neue Doppelstehfalzdach entspricht der originalen Deckung. Zur Belichtung wurden zehn Dachfenster in die 130 m2 große Dachfläche integriert

© Puren /Sven-Erik Tornow

Zunächst entfernten die Dachdecker die alte Deckung aus Faserzementplatten sowie die darunterliegende Unterspannbahn und legten die Holzschalung des 130 m² großen Satteldachs frei. Aufgrund der eingedrungenen Feuchtigkeit und einer unzureichenden Hinterlüftung war die Schalung weitgehend verrottet und musste komplett ausgetauscht werden. Während der Aufnahme der Schalung zeigte sich, dass auch einige der darunterliegenden Balken der Tragkonstruktion in Mitleidenschaft gezogen worden waren. Diese wurden von einem Zimmereibetrieb erneuert, bevor dann die neue Holzschalung aufgebracht werden konnte.

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Sinnvolle Kombination

Neben einer dauerhaften Funktionsfähigkeit sollte das sanierte Dach zudem dem historischen Vorbild entsprechen. Alte Aufnahmen zeigen, dass das Dach der Eingangshalle ursprünglich mit einer Metalldeckung ausgeführt war. Entsprechend wurde der neue Dachaufbau auf eine Deckung mit Doppelstehfalz abgestimmt. Zugleich galt es, das Bauteil energetisch zu optimieren, wobei die maximalen Anschlusshöhen an die angrenzenden Bauteile zu berücksichtigen waren. Nicht zuletzt mussten aber auch statische Aspekte beachtet werden, denn auf der Dachfläche soll eine PV-Anlage installiert werden. Deshalb musste das Flächengewicht so ausfallen, dass noch genug Reserven für die PV-Anlage bleiben.

Die schlanken PU-Dämmelemente sind aluminiumbeschichtet und ließen sich zügig verarbeiten

© Puren /Sven-Erik Tornow

Eine passende Lösung fanden Bauherr und Planer mit dem Dämmsystem Metal Fix von Puren: Es ist für unbelüftete, einschalige Metalldach- und Fassadenkonstruktionen konzipiert, also ideal für den Sanierungsansatz in Leisnig. Das Dämmsystem verbindet sehr gute Dämmwirkung mit einem schlanken Gesamtaufbau. So sichert die günstige Wärmeleitfähigkeit der PU-Dämmung von Lambda 0,023 W/(mK) bereits ab einer Dicke von 120 mm die heute geforderte Dämmwirkung (U-Wert unter 0,20 W/(m²K)). Für den besonders schlanken Dachaufbau sorgen zwei oberflächenbündig in das PU-Dämmelement eingelassene Einlagen aus 110 × 22 mm großen Mehrschichtholzleisten – damit können Konter- und Traglattung entfallen.

Für die wärmebrückenfreie Verlegung besitzen die beidseitig aluminiumbeschichteten PU-Dämmelemente stirnseitig ein Nut-Feder-System und längsseitig einen Stufenfalz. Mit den praktischen Maßen von 2400 × 620 mm und einem Elementgewicht von 6 bis 10 kg/m² (abhängig von der Dämmstoffdicke) ist eine rationelle wie praxisgerechte Montage an Dach und Wand gewährleistet. Zudem sind die Metall-Dämmelemente biologisch und bauökologisch unbedenklich, unverrottbar, recycelbar sowie schimmel- und fäulnisbeständig.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in unserer dachbaumagazin-Ausgabe 0102.2024.

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