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Schwerpunkt

Zweigeschossige Aufstockung

Jessica Stütz | Jessica Stütz,

Was Neues auf die Platte

Die Berlin Metropolitan School (BMS) ist die älteste internationale Schule in Berlin-Mitte. Als Schulgebäude nutzen die über 1000 Schüler und 200 Lehrkräfte ein Bestandsensemble in der als Flächendenkmal ausgewiesenen „Spandauer Vorstadt“. Die drei Hauptflügel der Anlage reihen sich von der Torstraße über einen Mittelbau bis zur Linienstraße nahtlos aneinander und umschließen dabei einen großzügigen Schulhof. Ihre Basis bilden schlichte Gebäudetypen der Schulbaureihe 80 (SBR 80, Typ Erfurt). Diese waren 1987 in industriell vorgefertigter Stahlbeton-Systembauweise errichtet und mit einer kleinformatigen Verklinkerung an die regionaltypische Bauweise angepasst worden.

Um das Lehrkonzept der BMS räumlich besser umsetzen und die neu konzipierte dreizügige Oberstufe unterbringen zu können, benötigte das Institut ein gutes Jahrzehnt nach der Gründung dringend mehr Fläche. Platz für eine horizontale Erweiterung war jedoch lediglich im Innenhof bzw. in einer Baulücke an der Linienstraße vorhanden. Weil sie den Schulhof für die Schüler erhalten wollten, verteilten die mit dem Projekt betrauten Architekten von Sauerbruch Hutton die gewünschten Flächen daher auf einen Neubau, der die Baulücke teilweise schließt, sowie auf eine ein- bis zweigeschossige Aufstockung. Diese erstreckt sich über alle drei Hauptflügel und gleicht dabei die zuvor unterschiedlichen Gebäudehöhen aus. So entstand ein differenziertes Raumprogramm, das neben Verwaltungs- und Klassenzimmern auch eine Bibliothek und ein zweigeschossiges Auditorium für 1200 Besucher mit Bühne und Foyer einschließt.Eine im Zuge der Aufstockung ebenfalls geschaffene Dachterrasse dient der Oberstufe zudem als Pausenhof.

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Bauen bei laufendem Betrieb

Die Bauarbeiten für die insgesamt 3650 m² umfassende Erweiterungsfläche mussten in den laufenden Schulbetrieb integriert werden. Außerdem durfte die Aufstockung keine zusätzlichen Fundamente oder Eingriffe am Tragwerk der bestehenden Plattenbauten erfordern. Entsprechend diesen Vorgaben fiel die Entscheidung auf eine Konstruktion in Holzmassivbauweise, wobei sämtliche Details mit dem Denkmalamt abgestimmt werden mussten. Großformatige Brettsperrholzelemente bilden die Wände, während die Decken aus Hohlkastenelementen bestehen. Alle Bauteile wurden vorgefertigt auf die Baustelle geliefert, wodurch es möglich wurde, die Arbeiten phasenweise abzuwickeln. So dauerte es fünf Monate, um die Elemente im Werk vorzufertigen. Die Anlieferung vor Ort konnte in zwei Sechswochenfristen abgehandelt werden und die Montage sowie der Innenausbau benötigten ein weiteres Jahr.

Kupferdach als Abschlussband

Auf der Straßenseite mussten die Dachflächen auf Anweisung des Denkmalamtes als klassisches Steildach ausgeführt werden. Um das Raumvolumen zu vergrößern, ließen die Planer die Außenhaut der Aufstockung im Gegenzug wie eine ein- bzw. zweigeteilte Welle nach innen auskragen. Sowohl die S-förmig abgetreppten Fassaden des Anbaus als auch die Dachaufbauten wurden komplett mit Kupferblech bekleidet und passen sich so farblich der Ziegelästhetik des Bestands an. Als Material für die Doppelstehfalzdeckung kam 0,7 mm dickes Kupferblech auf einer überlappend verlegten Trennlage zum Einsatz. Diese Trennlage wiederum liegt auf 24 mm dicken Fichtensperrholzplatten und einer 60 mm dicken Lüfterlattung auf.

Darunter verlaufen diffusionsoffene Unterspannbahnen, gefolgt von 50/140 mm Kantholz mit einer Zwischensparrendämmung aus 140 mm dicker Mineralwolle. Entsprechend der Vorgabe der Architekten wurde die Stehfalzdeckung im 300-mm- Raster ausgeführt, „sodass wir doppelt so viele Falze haben wie im Normalfall“, verrät Peter Ness, Inhaber der Peter Ness Bauklempnerei GmbH, die mit der Montage des Kupferdachs betraut war. Für den Aufbau der beiden untersten Schichten des neuen Dachs – die Luftbremse sowie die aus 76 mm dickem Brettsperrholz bestehende Schalung – war der Zimmerer zuständig. „Dieser musste die Holzkonstruktion gerundet und innen in Sichtqualität gestalten, wobei zudem eine Belüftungsebene eingebaut werden musste“, erinnert sich Peter Ness. „Wir haben dann im Anschluss das Dach inklusive der Wirrlage montiert.“ Sämtliche Scharen bereitete der Klempnerbetrieb in der Werkstatt vor und bildete dabei auch bereits die Traufpunkte aus, bevor schließlich alles vor Ort montiert wurde. Um die vorprofilierten Scharen konvex zu biegen, setzte Peter Ness RBM Rundbogenmaschinen ein. Sämtliche Regenrinnen gestaltete er als innen liegende Rinnen.

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