Holzschutzsystem
Hochschulsportzentrum - Fassadenbeschichtung von Keim
Im nördlichsten Mittelgebirge Deutschlands, dem Harz im Süden Niedersachsens, hat der Holzbau eine jahrhundertelange Tradition. Es gibt unzählige Beispiele für Häuser in Fachwerkbauweise - die meisten davon, mehr als 1300, stehen in der UNESCO-Weltkulturerbestadt Quedlinburg. In Wernigerode sind immerhin gut 600 erhalten. Vor diesem Hintergrund erscheint der Einsatz des nachhaltigen Baustoffs Holz bei Neubauprojekten obligatorisch. So auch beim Hochschulsportzentrum in Wernigerode, das im vergangenen Jahr eingeweiht wurde.
Nachhaltiges Baukonzept
Auf dem Hochschulcampus entstand auf der Freifläche neben der „Papierfabrik“ Haus 9 ein neues Fitness- und Gymnastikzentrum, das den alten Fitnessbereich im Keller von Haus 2 ablöst und das Hochschulsport- und Fitnessangebot für Studierende erweitert. Geplant wurde es vom Architektenbüro abq in Quedlinburg, errichtet und ausgebaut von der Scharf Systembauelemente in Wolkenstein-Hilmersdorf und regionalen Handwerksbetrieben. Das zweigeschossige, barrierefreie nicht unterkellerte Gebäude wurde an einem Hang erstellt und fällt durch seine moderne Architektur auf. Das Obergeschoss scheint aufgrund seiner Auskragung nach Süden und Westen über dem Erdgeschoss zu schweben. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die Verwendung unterschiedlicher Materialien für die Fassade: Das Obergeschoss besitzt eine Fassadenverkleidung aus Holz, das Erdgeschoss weist verputzte Flächen auf.
Das Sportzentrum folgt dem von der Senatskommission „Nachhaltige Hochschule Harz“ begleiteten Konzept des nachhaltigen Bauens, das erstmals bei dem in kompletter Holzbauweise errichteten, neuen Campus Zentrum umgesetzt wurde. Dem zentralen Aspekt der Nachhaltigkeit trägt es unter anderem durch die Verwendung von einheimischem und zertifiziertem Holz sowie langlebigen, umwelt- und gesundheitsverträglichen Materialien Rechnung. Entsprechend wurde das Obergeschoss des Sportzentrums als Holzrahmenkonstruktion ausgeführt, die aus Gründen der Statik durch Stahlbetonbauteile ergänzt wurde. Um Stützenfreiheit in den Trainings- und Gymnastikräumen zu erreichen, wurden für die Decke über dem Obergeschoss Holzfachwerkbinder gewählt. Das Erdgeschoss besteht aus tragenden und aussteifenden Mauerwerkswänden sowie Stahlbetonwänden in Sichtbetonqualität.
Die Fassadenverkleidung wurde aus werkseitig vorbeschichteten Holzprofilen hergestellt. Als Beschichtung sah das Architekturbüro Keim Lignosil-Color vor, eine deckende mineralische Farbbeschichtung für Holz im Außenbereich.










