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Artikel und Hintergründe zum Thema

Temporärbau

Jessica Stütz,

Holzbau zentral gelegen

Das Sporthallenprovisorium Gloriarank dient der Universität Zürich, der ETHZ und der Kantonsschule Rämibühl für die nächsten zehn Jahre als temporäre Trainingsstätte. Die Fassade setzt auf unbehandeltes Lärchenholz.

Der von drei Seiten her an einer Straße liegende Neubau musste sich an das städtische Erscheinungsbild anpassen

© Yohan Zerdoun

Welches Detail fällt bei einem Gebäude zuerst ins Auge? „Das ist die Eingangstür oder besser gesagt der Türgriff. Hier gebe ich dem Haus die Hand. Hier berühre ich es zum ersten Mal“, erklärt Daniel Blum, Associate Partner der Itten+Brechbühl AG und verantwortlich für die Planung des Sporthallenprovisoriums Gloriarank der Universität Zürich. Deshalb schenkten die Architekten der Tür und dem Beschlag ihre besondere Aufmerksamkeit, wählten hochwertiges Lärchenholz für die Ausführung und räumten der Gestaltung Priorität ein.

Kreislaufprinzip

Für den großen Rest des Gebäudes wählte die Itten + Brechbühl AG und ihr langjähriger Ausführungspartner, die Hector Egger Gesamtdienstleistung AG, eine pragmatische Bauweise. Die beiden Unternehmen hatten Ende 2020 gemeinsam den zweistufigen Gesamtleistungswettbewerb des Kantons Zürich für das Sporthallenprovisorium im selektiven Verfahren gewonnen. Ihr Beitrag überzeugte sowohl durch seine Ästhetik als auch die wirtschaftliche Elementbauweise, die dem Kreislaufprinzip folgt. Die Holzkonstruktion kann nach der temporären Nutzung demontiert und an einem anderen Standort wieder aufgebaut werden.

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Tragwerk

Konstruktiv kombiniert das Gebäude ein Skelett aus Fichtenbrettschichtholzstützen mit Brettsperrholzträgern im Erdgeschoss und im zweiten Obergeschoss sowie mit Unterzügen aus Buchenfurnierschichtholz im ersten Obergeschoss. Letztere waren deshalb erforderlich, weil das in der Höhe begrenzte Bauwerk – und die damit festgezurrten Höhen der einzelnen Geschosse – auf dieser Ebene mit zwei stützenfreien Räumen kombiniert werden musste. Um die dafür erforderlichen größeren Spannweiten bei gleichbleibender Konstruktionshöhe realisieren zu können, war ein tragfähigeres Material notwendig.

Die Dachkonstruktion kombiniert Haupt- und Nebenträger aus Brettsperrholz mit einer Dachhaut aus Bitumenbahnen, Dämmung und einem extensiven Gründachaufbau.

Die Fassade ist so strukturiert, dass sie optisch nicht darunter leidet, wenn das eine oder andere Brett im Lauf der Zeit ausgetauscht wird

© Yohan Zerdoun

Die Fassade des Sporthallenprovisoriums setzt auf unbehandeltes Lärchenholz. Um sie optisch an die Hülle anzugleichen, wurden auch die über geschossübergreifenden Fassadenstützen außen mit Lärchenholz beplankt. Für eine schnellere Montage wurden die Verbindungen, soweit möglich, durch Verschraubungen gelöst. Die Fassadenkonstruktion wurde zudem so detailliert ausgeführt, dass verwitterte Bretter leicht demontiert und ersetzt werden können, ohne das Gebäude optisch zu beeinträchtigen.

So altert das Gebäude zwar ablesbar und die damit einhergehenden visuellen Veränderungen „standen im städtischen Umfeld zunächst auch zur Diskussion, doch die Lösung mit dem lebendigen Fassadenbild wurde letztlich für gut befunden“, verrät der Architekt. Das unbehandelte Material kann zu 100 Prozent recycelt und erneut verbaut werden. Dies entsprach dem Planungsgedanken, möglichst viel Rohmaterial zu verwenden und dieses so reversibel wie möglich zu verbinden. 

Auszug aus mikado 06.2024
 

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