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Praxistipp: Dämmstoffgefüllte Ziegel entsorgen
Die Entsorgung von Bruch, Schnittresten und Übermengen dämmstoffgefüllter Mauerziegel führt oft zu Unsicherheiten bei den beteiligten Akteuren. Die Arbeitsgemeinschaft Mauerziegel (AMz) im Bundesverband der Ziegelindustrie hat jetzt die wichtigsten Bestimmungen für eine problemlose Entsorgung zusammengetragen.
Dank ihrer verbesserten Wärme- und Schalldämmleistung finden seit 2007 dämmstoffgefüllte Mauerziegel unterschiedlicher Hersteller in Deutschland vermehrt Anwendung und bestimmen – gerade in Süddeutschland – zunehmend das Baustellenbild. Bei der Verarbeitung auf den Baustellen fallen immer wieder Kleinmengen in Form von Bruch, Schnittresten und Übermengen an, die entsorgt werden müssen. Die integrierten Mineralfasern führen oft zu Irritationen bei Bauherren, Bauunternehmern und Entsorgern. Viele Beteiligte wissen nicht, dass die gefüllten Ziegelabfälle wie üblicher Bauschutt auf DK 0 oder DK 1-Deponien verwertet oder gelagert werden können. „Alle derzeit erhältlichen Mauerziegel mit Dämmstoff-Füllungen aus Mineralfasern sind in der Abfallverzeichnis-Verordnung als ungefährliche Bau- und Abbruchabfälle gemäß Abfallschlüssel 17 09 04 eingestuft“, erklärt Dr.-Ing. Udo Meyer, technischer Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Mauerziegel. „Es ist sichergestellt, dass nur solche Mauerziegel im Umlauf sind, die mit gesundheitlich unbedenklicher, biolöslicher Mineralwolle verfüllt sind.“ Dabei handelt es sich ausschließlich um Mineralwolle, die nach dem 01. Juni 2000 in Verkehr gebracht wurde und nachweislich nicht krebserregend ist. Auch der direkte Kontakt mit der Dämmstoff-Füllung, beispielsweise beim Sägen oder Schlitzen, ist nicht gesundheitsgefährdend.
Massive Mauerziegel sind äußerst robust und verfügen über eine lange Lebensdauer. Daher ist der kontrollierte Rückbau von Gebäuden mit gefüllten Mauerziegeln derzeit noch die Ausnahme. Das Thema Recycling hat jedoch für alle Beteiligten eine hohe Priorität. Bereits heute bieten einige Hersteller Rücknahmesysteme an, um baustellenspezifische Kleinmengen gezielt in den Produktionsprozess zurückzuführen. Entsprechende Transportsysteme in Form von Big-Bags sind für haushaltsübliche Kleinmengen, wie sie gerade beim Bau von Ein- und Zweifamilienhäusern entstehen, erhältlich. In ihnen kann die separierte Mineralwolle gesammelt und an den Hersteller zurückgesandt werden. Ferner gibt es von Seiten der Hersteller Bestrebungen, eine hochwertige stoffliche Verwertung des Ziegel-Dämmstoff-Gemisches zu erreichen. Entsprechende Technologien werden jedoch erst in den kommenden Jahren wirtschaftlich betrieben werden können, da derzeit noch die entsprechenden Mengen an Baustellenabfällen aus Rückbaumaßnahmen fehlen.








