Kanalsanierung

Max Kandler,

Sanierung im Bestand: Effiziente Instandsetzung von Kanalnetzen

Die Sanierung bestehender Kanalnetze zählt zu den zentralen Herausforderungen im Baugewerbe. Alternde Infrastrukturen, steigende Anforderungen an Dichtheit und Betriebssicherheit sowie wirtschaftlicher Druck erfordern präzise und effiziente Lösungen. Ein aktuelles Projekt zeigt, wie durch den gezielten Einsatz moderner Verfahren eine nachhaltige Instandsetzung im Bestand gelingt.

Insgesamt 40 Schachteinbindungen setzte Katec mittels Spezialmörtel instand. Die Übergänge zwischen Schlauchliner und Schacht wurden damit dauerhaft abgedichtet. © Katec Kanaltechnik

Im Fokus stand ein sanierungsbedürftiges Kanalnetz, dessen Zustand durch Risse, undichte Verbindungen sowie Ablagerungen und Wurzeleinwüchse geprägt war. Die Bewertung nach aktuellen Zustandsklassen machte deutlich, dass kurzfristiger bis unmittelbarer Handlungsbedarf bestand. Auf Basis detaillierter TV-Inspektionen wurde von Katec Kanaltechnik ein Sanierungskonzept entwickelt, das unterschiedliche Verfahren kombiniert und damit sowohl strukturelle als auch punktuelle Schäden adressiert.

Präzise Analyse als Grundlage der Sanierung

Jede erfolgreiche Sanierung beginnt mit einer fundierten Bestandsaufnahme. Im vorliegenden Fall lieferten hochauflösende TV-Inspektionen die entscheidenden Daten für die Planung. Neben klassischen Schadensbildern wie axialen und radialen Rissen wurden auch fehlerhafte Hausanschlüsse und massive Ablagerungen identifiziert. Diese Analyse ermöglichte eine differenzierte Auswahl der Sanierungstechnologien und bildete die Grundlage für eine wirtschaftliche Umsetzung.

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Die anschließende Vorbereitung des Kanalnetzes umfasste eine intensive Reinigung mittels Hochdruckspülung sowie das Entfernen von Hindernissen. Erst durch diese Maßnahmen konnten die nachfolgenden Verfahren ihre volle Wirkung entfalten und eine dauerhafte Abdichtung gewährleisten.

Schlauchliner als tragende Lösung im Kanalnetz

Im Zentrum der Maßnahme stand der Einsatz des Schlauchliner-Verfahrens, das sich in der grabenlosen Sanierung als Standard etabliert hat. Dabei wird ein harzgetränkter Schlauch in das bestehende Rohr eingebracht, aufgestellt und ausgehärtet. Das Ergebnis ist ein neues Rohr im Altrohr, das sowohl statische als auch hydraulische Anforderungen erfüllt.

Gerade im kommunalen Umfeld zeigt sich der Vorteil dieser Methode deutlich. Straßenaufbrüche und Eingriffe in angrenzende Grundstücke werden minimiert, während gleichzeitig eine hohe Qualität der Sanierung erreicht wird. Für Bauunternehmen und Auftraggeber bedeutet dies eine Kombination aus technischer Sicherheit und wirtschaftlicher Effizienz.

Robotertechnik für punktgenaue Instandsetzung

Mit dem PI.TRON Fräs- und Spachtelsystem wurden Anschlussstutzen im Schlauchliner fachgerecht geöffnet und eingebunden sowie Schadstellen verspachtelt und dauerhaft abgedichtet. © Katec Kanaltechnik

Neben flächigen Verfahren spielt die Robotertechnik eine entscheidende Rolle bei der Sanierung komplexer Schadensbilder. Insbesondere bei локal begrenzten Defekten ermöglicht sie eine gezielte Bearbeitung ohne zusätzliche Eingriffe in die Oberfläche.

Durch Fräs- und Spachtelarbeiten können Schadstellen präzise vorbereitet und dauerhaft abgedichtet werden. Gleichzeitig lassen sich Ablagerungen und Wurzeleinwüchse effizient entfernen. Diese Technologie ergänzt den Schlauchliner optimal, da sie dort eingesetzt wird, wo eine flächige Sanierung nicht erforderlich oder wirtschaftlich ist.

Kurzliner als wirtschaftliche Ergänzung

Für begrenzte Schadstellen bietet der Kurzliner eine flexible Lösung innerhalb der grabenlosen Sanierung. Dieses Verfahren eignet sich insbesondere für punktuelle Risse oder kleinere strukturelle Defekte, bei denen eine vollständige Auskleidung nicht notwendig ist.

Der Kurzliner wird direkt an der Schadstelle positioniert und härtet dort aus, wodurch eine schnelle und kosteneffiziente Abdichtung erreicht wird. In Kombination mit vorbereitenden Arbeiten durch Robotertechnik entsteht ein abgestimmtes System, das unterschiedliche Schadensbilder zielgerichtet adressiert.

Ganzheitlicher Ansatz für langlebige Ergebnisse

Die Kombination aus Schlauchliner, Kurzliner und Robotertechnik zeigt, wie moderne Sanierungskonzepte im Kanalnetz umgesetzt werden können. Ergänzt durch die Instandsetzung von Schächten entsteht ein ganzheitlicher Ansatz, der nicht nur einzelne Schäden behebt, sondern die langfristige Funktionsfähigkeit des gesamten Systems sicherstellt.

Für Entscheider im Baugewerbe wird deutlich, dass eine differenzierte Planung und der gezielte Einsatz innovativer Technologien entscheidend sind. Projekte wie dieses unterstreichen die Bedeutung praxisnaher Lösungen, die technische Qualität, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit miteinander verbinden.

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