Exklusivinterview

Kai Ingmar Link,

Robert Aebi : Straight auf dem Weg nach vorn

Man verkauft mehr als Stahl und Eisen: Warum, erklären Armin Süß, Geschäftsführer von Robert Aebi, und Ulrich Heim, Leiter Ersatzteilwesen, im Gespräch mit Baugewerbe-Chefredakteur Kai Ingmar Link.

Armin Süß, Geschäftsführer von Robert Aebit © Robert Aebi

Baugewerbe: Welche Kapazitäten hat der AutoStore?

Ulrich Heim: 15 mal 15 Meter – so groß ist der AutoStore. Insgesamt werden hier 5.000 Behälter mit Ersatzteilen für den süddeutschen Raum aufbewahrt. Sollten wir mehr Kapazitäten benötigen, ließe sich der AutoStore problemlos erweitern. Dank der Roboter, die die richtigen Kisten heraussuchen, ist langes Suchen passé. Da die Boxen mit maximal 30 kg belastet werden können, finden schwerere Ersatzteile im Hochregal Platz.

BGW: Und wie funktioniert der AutoStore genau?

Heim: Über eine ERP-Schnittstelle gelangen die Aufträge automatisch an den AutoStore. Die Roboter fahren selbstständig los, suchen die richtigen Boxen heraus und stellen diese am Port zur Artikelentnahme bereit. Da die Boxen in maximal 16 Fächer unterteilt werden können, hilft das "Pick by light"-System, um den Artikel aus dem richtigen Fach zu identifizieren und zu entnehmen. Dieser wird gescannt und am Touchscreen quittiert. Dieser Vorgang wiederholt sich, bis alle Artikel des Auftrages entnommen sind, dann beginnt der nächste Auftrag von vorn. Durch diese Optimierungen ist die Fehlerquote bei <0,1 %. Im Anschluss gehen die Ersatzteile in den Versand.

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BGW: Der AutoStore arbeitet automatisch und effizient. Man könnte fast sagen, dass das System den Menschen ersetzt.

Heim: Das ist natürlich nicht das Ziel, im Gegenteil. Das System unterstützt vielmehr den Menschen. Wir haben unsere Mitarbeitenden von Beginn an proaktiv in den Entscheidungs- und Entwicklungsprozess eingebunden. Das hat sich sehr bewährt. Die Resonanz war und ist sehr positiv, denn sie haben von der Einführung profitiert und schätzen das Zusammenspiel von Menschen und Maschine: Die Lärmbelastung ist heute minimal, permanentes schweres Heben und Bücken entfällt. Gleichzeitig arbeiten sie dank AutoStore mit größtmöglicher Präzision. Das bestätigen auch unsere Auszubildenden, die nach Abschluss ihrer Lehrzeit gerne bei uns im Betrieb bleiben möchten.

BGW: In Bezug auf die Bautechnik: Was sind die neuesten Entwicklungen?

Armin Süß: Wie gesagt sind wir hier in Achstetten in Baden-Württemberg im Jahr 1997 gestartet – damals noch mit einer kleinen Werkstatt und einigen Mitarbeitenden im Vertrieb. Seitdem sind wir kontinuierlich gewachsen und mittlerweile mit rund 320 Mitarbeitenden an insgesamt sieben Standorten in Süddeutschland vertreten. Insbesondere in unsere Zentrale in Achstetten haben wir konsequent investiert: 2017 wurde das neue Verwaltungsgebäude errichtet, im Jahr 2021 das Zentrallager. Die Entscheidung für die neue Werkstatt haben wir 2020 gleichzeitig mit dem Ausbruch der Corona-Krise getroffen – ein Beweis dafür, dass wir an den Standort und den Markt glauben. Das hat sich dann auch so bewahrheitet.

Ulrich Heim, Leiter Ersatzteilwesen © Robert Aebi

BGW: Welche Services und Produkte bieten Sie Ihren Kunden insgesamt?

Süß: Im Prinzip alles rund um die Baumaschine. Vom Minibagger über den Brot-und-Butter-Bagger bis zum großen Muldenkipper. Früher hat man gesagt, man verkauft Stahl und Eisen. Heute sind es Gesamtkonzepte. Die Digitalisierung hält auch auf der Baustelle Einzug und entsprechend auch bei den Baumaschinen. Da bieten wir gemeinsam mit Volvo CE als Hersteller digitale Services für mehr Produktivität und Wirtschaftlichkeit mit dem Ziel, die Maschinenverfügbarkeit zu optimieren und gleichzeitig die Effizienz und Produktivität des Kunden zu verbessern.

BGW: Worauf können sich Ihre Kunden verlassen?

Süß: Dass wir für sie immer die Extrameile gehen und versuchen, alles zu tun, um ihre Bedürfnisse zu erfüllen. Wenn zum Beispiel eine Maschine beim Kunden ausfällt, die sehr wichtig ist, dann leiten wir alles in die Wege, das geht. Oft ist es nicht der Techniker, der fehlt, sondern es hängt an der Verfügbarkeit der Ersatzteile. Dann kann es stressig werden. Wir versuchen, immer eine Lösung zu finden.

BGW: Und wie funktioniert der AutoStore genau? Heim: Über eine ERP-Schnittstelle gelangen die Aufträge automatisch an den AutoStore. Die Roboter fahren selbstständig los, suchen die richtigen Boxen heraus und stellen diese am Port zur Artikelentnahme bereit. © Robert Aebie

Heim: Dank der verschiedenen Bestellklassen können wir die Dringlichkeit gut steuern. Akute Fälle rutschen natürlich in die schnellste Klasse, und bei Bedarf greife ich persönlich ein, um die Prozesse zu beschleunigen.

BGW: Viele sagen ja, es ging jetzt 30 Jahre steil bergauf, und jetzt kommt die Normalisierung.

Süß: Ich würde es als Korrekturphase bezeichnen, die sich aber im schlimmsten Fall durchaus auch zu einer Krise ausformen könnte. Deshalb ist es wichtig, dass hier auch nochmal ganz klar von staatlicher Seite Impulse gesetzt werden und dass die Gelder wirklich wie avisiert in die Infrastruktur fließen. Wichtig ist auch, dass die Genehmigungen und Planungen möglichst zügig vorangehen – gefolgt von schnellstmöglicher Ausführung und Umsetzung. Nochmal zwei Jahre zu verlieren, bis da wirklich etwas ankommt, das können wir uns nicht leisten.

BGW: Vielen Dank für das Gespräch!

Einen Auszug dieses Interviews lasen Sie bereits in der Sommer-Ausgabe 2025 des Baugewerbe Magazins.

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