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Artikel und Hintergründe zum Thema

Solardach

Jessica Stütz,

Sonnenstrom vom Gründach

In einem neuen E-Bus-Port in Nürnberg können unter zwei geschwungenen, 3500 m² großen Gründächern mit PV-Anlagen 39 moderne Elektrobusse abgestellt und geladen werden.

Konsequent grün: Eine Software sorgt dafür, dass die Batterien nach Bedarf und zum Zeitpunkt niedriger Strompreise nur mit Ökostrom geladen werden

© Bauder

Der E-Bus-Fuhrpark der Nürnberger Verkehrs-Aktiengesellschaft (VAG) wächst kontinuierlich. Nun hat der Verkehrsbetrieb in eine so schöne wie umweltfreundliche, überdachte Parkanlage mit Lade-Infrastruktur für 39 Elektrobusse auf seinem 9500 m² großen Betriebsgelände in Nürnberg-Schweinau investiert. Dabei wurde auf nachhaltiges Bauen mit hochwertigem Material und einem schützenden, klimafreundlichen Nutzdach großen Wert gelegt. Mit einer gründachbeschwerten, durchdringungsfreien Photovoltaikanlage mit einer Spitzenleistung von 280 kWp hat die VAG echten Mehrwert auf das Dach ihres neuen E-Bus-Ports gepackt. Ein Gewinn für die Anwohner und das Klima.

Optimaler Informationsfluss

Bereits zu einem frühen Zeitpunkt wurden alle Beteiligten vom Architekten in die Planungen eingebunden. „Die Beratungen mit Bauder-Systemberater Robert Obermeyer waren für dieses Bauwerk sehr hilfreich. Vom ersten Entwurf bis zur optimalen Lösung waren etliche Besprechungsrunden erforderlich.“ Zudem galt es, die Montage des Dachaufbaus bei laufendem Betrieb der Anlage zu koordinieren.

Als Abdichtung über der schutzbedürftigen Ladeinfrastruktur wählten die Dachspezialisten eine hochwertige Kunststoffdachbahn und darauf eine Photovoltaikanlage, deren Unterkonstruktion durchdringungsfrei durch die Auflast der Dachbegrünung gehalten wird.

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Die Begrünung ballastiert die Photovoltaikanlage, schützt die Abdichtung, speichert Wasser und ist gut fürs Klima sowie für die Tierwelt

© Bauder

Hochwertig ist nachhaltig

Das Unternehmen Rädlinger Maschinen- und Stahlbau hat die Dachkonstruktion für die beiden 150 und 100 m langen Überdachungen gefertigt. Als Subunternehmer von Rädlinger begann auf dem Trapezdach nun die Arbeit der Firma Schmid Spenglerei und Bedachungen aus Neukirchen. Das Familienunternehmen mit rund 60 Mitarbeitern ist seit 1990 auf Klempner- und Abdichtungsarbeiten spezialisiert. Zunächst nieteten die Dachdecker ein Glattblech auf das Trapezprofil, um darauf die Abdichtung zu verlegen. „Die Arbeiten waren aufgrund der Rundungen klempnermäßig sehr aufwendig“, so Juniorchef Michael Schmid. Der Dachrand ist von außen gerundet und im Querschnitt ebenfalls gebogen. „Diese gebogene Wulst wurde mit Folienverbundblech handwerklich geformt und in die Abdichtung eingebunden. Das ging mit der Bahn Thermoplan T 18 von Bauder sehr gut. Sie ist einfach zu handhaben, was besonders bei den amorphen Formen der beiden Dächer hilfreich war.“

Wichtig war den Beteiligten, dass die Abdichtungsbahn dauerhaft sicher ist, da alles andere als kurzfristig und damit nicht nachhaltig betrachtet wurde. „Dachaufbauten müssen dauerhaft sicher sein, vor allem über den teuren Ladestationen, aber auch unter einer Dachbegrünung oder einer Photovoltaikanlage“, so Robert Obermeyer. Die hier verwendete 1,8 mm dicke Kunststoffbahn auf FPO-Basis ist mit einem Synthesegewebe verstärkt und dadurch besonders dimensionsstabil, reißfest und belastbar. Die Schmid-Mitarbeiter befestigten die Bahn gemäß Windsogberechnung und Befestigungsplan mechanisch im überdeckten Saum und verschweißten sie im Überlappungsbereich. Auch die im Trapezprofil befestigten Stützen des Seilsicherungssystems wurden sorgfältig eingedichtet.

Die Unterkonstruktion sorgt dafür, dass die vordere Kante der PV-Module etwa 30 cm über der Substratschicht liegt

© Bauder

Gründach mit PV-Modulen

Dann übernahm das Fürther Büro der Landschaftsökologie + Planung, Bruns, Stotz & Gräßle Partnerschaft die Begrünung. Klimafreundlich gestalteten sie an den Grundstücksgrenzen des VAG-Betriebsgeländes größere Grünanlagen und berechneten die Ausgleichsflächen im Rahmen der Baugenehmigung. Zusammen mit den Bepflanzungen fielen die Gründächer gemäß der alten DIN ebenfalls in den Bereich von Christoph Gräßle.

Geplant waren Gründächer, doch dann wollte man die 3500 m² große Dachfläche für Photovoltaik nicht ungenutzt lassen, wodurch Solar G von Bauder auf den Plan kam – ein auflastbasiertes Montagesystem zur durchdringungsfreien Aufständerung von gerahmten PV-Modulen auf Gründächern. Die Sog- und Lagesicherung erfolgt durch das Gewicht der notwendigen Schütthöhe des Begrünungssubstrats auf der Grundplatte. „Die Besonderheit für mich war die Dachbegrünung mit Photovoltaik statt entweder oder“, so Christoph Gräßle. „Das war für mich das erste Hybriddach, es ist aber eine optimale Kombination, die funktioniert und in Zukunft immer häufiger kommen wird.“

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