zuruck zur Themenseite

Artikel und Hintergründe zum Thema

Auszubildende im Baugewerbe 2023

Kai Ingmar Link,

Probst - Auszubildende entwickeln eigenes Produkt

„Endlich ist unser Bodenstampfer lieferbar!“, sagt Jens, Auszubildender bei Probst Handling im dritten Lehrjahr, stolz. Der von den Probst-Auszubildenden entwickelte Erd- und Bodenstampfer Pounder PX steht verkaufsbereit eintausend Mal im betriebseigenen Lager. Die Menge ist keine optimistische Träumerei, sondern vielmehr das Ergebnis einer tiefgreifenden Marktanalyse und einer konstruktiven Feinabstimmung der Auszubildenden mit den Kolegen aus dem Vertrieb.

Die Probst-Auszubildenden (Auszubildende für Industriekaufleute, Fachkraft für Lagerlogistik & Konstruktionsmechanik) sind stolz auf ihr fertiges Produkt. © Probst

Der neue Stampfer ist ein geeignetes Werkzeug für die schnelle Verdichtung kleinerer Oberflächen. Unverzichtbar ist dieses Probst-Produkt im Garten- und Landschaftsbau. Und zwar dort, wo eine Rüttelplatte nicht eingesetzt werden kann.

Aber von Beginn an:
Im Januar 2023 wurde das Projekt „Bodenstampfer" initiiert. Das erklärte Ziel von Probst war, ein innerbetriebliches Startup-Projekt vertrauensvoll in die Verantwortung des Nachwuchses zu geben.
Das hat Tradition: jedes Jahr organisieren die Probst-Auszubildenden ihr eigenes Projekt, unter anderem waren in der Vergangenheit Nachhaltigkeitsthemen und eine komplexe Firmenpräsentation die zentralen Aufgabenstellungen. 2023 stand die Neuentwicklung eines Produktes an und machte die Azubis zu wahrhaftigen „Intrapreneuren“.

Mentor und Coach der Produktentwicklung ist Dr. Richard Gärtner, Leiter Entwicklung der Probst-Gruppe, der Wert darauf legte, dass dieses Projekt ganzheitlich nach dem Probst-Prozess-Modell abgehandelt wurde. Sein Ziel war es, den jungen Menschen einen möglichst großen Wissenstransfer aus dem Arbeitsalltag zu ermöglichen. Mehrere Schulungen und Sitzungen wurden dafür mit den Auszubildenden im Probst Showroom abgehalten. Dort, wo normalerweise Kunden die Neuigkeiten über innovative Probst-Produkte erfahren, durften die jungen Mitarbeitenden kreativ werden. Die Auszubildenen stellten ihre Fortschritte, neben internen Teamsitzungen, im Rahmeneiner Projektrunde vor der Geschäftsleitung vor. Dieses Meeting leiteten sie dabei selbstständig. Alle vom Prozess-Modell geforderten Projekt-Unterlagen erstellten sie mittels der dazugehörigen Formulare auch eigenständig. „Pflichtenheft, Terminplan, Checkliste für die Serienfreigabe und Argumentationshilfen für den Vertrieb.“, zählt Lili, Auszubildende im 3. Lehrjahr, auf. „War zwar viel, aber ohne Kommunikation im Team und zwischen den Abteilungen funktioniert es nicht.“

Anzeige
Der Pounder PX Bodenstampfer wurde von den Auszubildenden bei Probst eigenständig entwickelt. © Probst

Die notwendigen Prototypen fertigten die Auszubildenen von Probst in der Versuchswerkstatt nach selbst erstellten Zeichnungen an. Ein Highlight im Prozess der Produktentwicklung war der Einsatz von Hightech: Das Team von Professor Sträter der Universität Kassel hatte im März 2023 Untersuchungen an der Probst-Verlegemaschine in Erdmannhausen durchgeführt. Die Auszubildenden konnten Professor Sträter dazu bewegen, mit seinem Sensor-Anzug und den Kameras auch Erhebungen zu der idealen Griffhöhe des Bodenstampfers für einen Durchschnitts-Nutzer durchzuführen. Das Ergebnis: die Greifhöhe ist bei 86 Zentimetern optimal und somit in die weitere Planung des Projektes aufgenommen worden. Der Probst-eigene „making hard work easier“-Ansatz wird beim Bodenstampfer Pounder PX in punkto Ergonomie also auch gelebt.

Wie startet man die Vermarktung eines Probst-Neuproduktes?
„Bei dem Betonstampfer, den es ja schon ähnlich auf dem Markt gibt, dachten wir erst, dass eine Produkt-Ankündigung keinen Sinn ergeben würde.“, sagt Blerina, Auszubildende im 2. Lehrjahr. „Aber wir haben darüber nachgedacht und uns sind sofort unsere rostbeständige Verzinkung und unser, aufgrund seiner Oberfläche, ergonomischer Probst-Handgriff eingefallen. Danach haben wir ein spontanes Brainstorming durchgeführt.“ Zusätzlich wurden vier weitere Vorteile gefunden: Ergonomische Höhe, Stabilität, gutes Preis-Leistungsverhältnis, geringes Eigengewicht.

Der entscheidenste Vorteil für die Auszubildenden zum Abschluss: Von jedem verkauften Pounder PX geht ein Euro in die Kasse der Auszubildenden. Das Produkt hat - Kompliment an das Projektteam - den vorgegebenen Kostenrahmen eingehalten und im Prinzip auch den Terminplan – bis auf Verzögerungen in der Beschaffung. Die Kunden von Probst konnten dank der Social-MEdia-Präsenzen der jungen Kollegen alle Aktivitäten rund um das Azubi-Projekt verfolgen.
Blerina ist von dem Ergebnis nach vielen Arbeitsstunden überzeugt: „Wir sind sicher, dass sich die Kundinnen und Kunden für unseren Bodenstampfer Pounder PX begeistern!“

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
zurück zur Themenseite
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Jetzt Newsletter abonnieren