Unternehmenserweiterung
Von der Mülldeponie zum Hagedorn-Standort
In Köln-Ehrenfeld wurde kürzlich der neue Standort der Hagedorn Unternehmensgruppe auf einer ehemaligen Mülldeponie mit einer Fläche von 17.400 Quadratmetern an der Venloer Straße eröffnet. Dieses Projekt gilt als ein herausragendes Beispiel für nachhaltiges Bauen und markiert einen wichtigen Schritt in Richtung Flächenrecycling und Flächenneutralität in Deutschland. Die Hagedorn Unternehmensgruppe, ein Familienbetrieb aus Gütersloh, erwarb das Gelände im Sommer 2020 und investierte erhebliche Ressourcen in die Revitalisierung. Am 14. September fand die offizielle Einweihung des Standortes in Anwesenheit von über 250 Gästen statt, darunter NRW-Umwelt- und Verkehrsminister Oliver Krischer, der Kölner Stadtentwicklungsdezernent Andree Haack und Bezirksbürgermeister Volker Spelthann. Sie alle würdigten die regionale Bedeutung des Projekts und die Fortschritte im Bereich Flächenneutralität.
Laut Angaben des Umweltbundesamts werden täglich rund 550.000 Quadratmeter Fläche versiegelt, was die Bundesregierung dazu veranlasst hat, das ehrgeizige Ziel der Flächenneutralität bis 2050 zu setzen. Das bedeutet, dass bis dahin keine neuen Flächen mehr bebaut werden dürfen, ohne einen entsprechenden Ausgleich zu schaffen. "Wir bauen aus Überzeugung auf einer Deponie, denn ohne die Nutzung von Brownfields blockieren wir den Weg in eine nachhaltige Zukunft", betont Thomas Hagedorn, Geschäftsführender Gesellschafter der Hagedorn Unternehmensgruppe. Besonders herausfordernd an diesem Projekt war die Tatsache, dass der Hausmüll auf der Deponie verbleiben musste, was eine spezielle Abdichtung erforderte. Aufgrund von Gasbildung und instabilem Untergrund musste der Boden nach dem Rückbau aufwendig abgedichtet und stabilisiert werden. Ein spezielles Drainagesystem wurde installiert, um die entstehenden Gase sicher abzuleiten. Um die gasführenden Schichten zu isolieren, wurde eine Kunststofffolie über das gesamte Areal gezogen und um die Pfähle des Hochbaus herum fest verschweißt. Das Umweltamt überwachte den gesamten Prozess, um sicherzustellen, dass keine gesundheits- und umweltschädlichen Auswirkungen vom Boden ausgehen.
Die Realisierung des beeindruckenden Gebäudes, das 100 Meter lang, 16 Meter breit und 15 Meter hoch ist, war ebenfalls eine große Herausforderung. Aufgrund des kritischen Baugrunds und der elliptischen Bauform am östlichen Ende des Gebäudes waren umfangreiche Planungen erforderlich. Das Fundament für den viergeschossigen Hochbau für Hagedorn wurde nicht direkt auf die Deponie gesetzt, sondern auf einen betonierten Steg, der von 179 Pfählen im Boden unterhalb der Deponie gestützt wird. Das Bürogebäude zeichnet sich durch eine Lochfassade, großzügige Glasflächen und ein besonderes Konzept für Raumakustik, Be- und Entlüftung, Kühlung und Beleuchtung aus. Es umfasst rund 5500 Quadratmeter ohne die Flächen der Terrassen und ähnelt aufgrund seiner gestreckten Form und des elliptischen Abschlusses einem eleganten Schiffskörper.
Das neue Gebäude bietet modernste Büroflächen für etwa 200 Mitarbeiter der Hagedorn Unternehmensgruppe und des Teams von Schüttflix, einer deutschen digitalen Plattform für die Ver- und Entsorgung von Baustellen. Christian Hülsewig, CEO von Schüttflix, begrüßt die besondere Lage des Standorts und freut sich über die weiterführende Expansion der digitalen Logistik-Plattform. "Die neuen Büroflächen bieten den idealen Raum für unser stetig wachsendes Team", so Hülsewig. Dies ist bereits die zweite Standorteröffnung der Hagedorn Unternehmensgruppe in diesem Jahr, nach der Eröffnung des Hannoveraner Wertstoffzentrums und der Hagedorn Hannover. Die Einweihungsfeier in Köln legte den Schwerpunkt auf das Thema Flächenrecycling und wurde von TV-Koch und Moderator Horst Lichter moderiert.
Hagedorn ist bekannt für die Identifizierung, Revitalisierung und Entwicklung von Brownfields und hat sich zu einem wichtigen Akteur auf diesem Gebiet entwickelt. Die Gruppe ist deutschlandweit aktiv und beschäftigt mittlerweile über 2000 Mitarbeiter. Zusammen mit Partnern wie der Hagedorn Köln GmbH, dem Bergheimer Kranunternehmen WASEL und anderen Unternehmen hat die Gruppe ihre Bemühungen im Bereich Kreislaufwirtschaft und Flächenrecycling verstärkt, um den Strukturwandel im Rheinland und im Ruhrgebiet weiter voranzutreiben.













