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Schalungstechnik: Stetige Entwicklung im Laufe der Jahrzehnte

Die Entwicklung zum industriell vorgefertigten Schalungs¬system erfolgte gleichlaufend mit dem Fortschritt in der Betonherstellung und -technologie. Anhand von Bildmaterial aus den Archiven der Hersteller Doka und Peri werfen wir einen Blick in die Geschichte des Schalungsbaus.

Die Anfänge des Bauens mit Beton liegen bereits in der Antike. Bis etwa 1930 schalte man ausschließlich mit Rundholz, Kantholz und Brettern. Ein grundlegender Wandel im Schalungsbau leitete sich um 1950 ein.

Die Schalung übernimmt noch heute die Ableitung der Kräfte aus Frischbetondruck, Betoneigengewicht sowie der Zusatzlasten aus Wind, Gerüst etc. und die Lagesicherung sämtlicher Materialen und Einbauteile bis zur vollständigen Erhärtung des Betons. Sie prägt auch die Struktur und Beschaffenheit der späteren Betonoberfläche. Mit der Schalung müssen zudem Zugänge und Arbeitsebenen für den Einbau von Bewehrung, Beton und sonstigen Elementen geschaffen werden.

Zu den Elementen von Wand- bzw. Deckenschalung zählen seit vielen Jahren Trennmittel, Schalungshaut, Trägerlage, Unterstützungssystem, Elemente der Lagesicherung, Sicherheitseinrichtungen (Gerüste und Arbeitsbühnen) und Hilfsmittel. Die Trägerlage dient als Unterstützung der Schalhaut und zur Weiterleitung der Kräfte in die Unterstützungssysteme, die wiederum die Ableitung der auftretenden Kräfte in den Baugrund oder bereits fertiggestellte Konstruktionen sichert. Gerüste und Bühnen bilden Arbeitsebenen, zusätzlich schützen sie die Arbeitskräfte vor Absturz oder vor herabfallenden Gegenständen.

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Beschaffenheit und Konstruktion der Schalungssysteme und -elemente haben sich im Laufe der Zeit wesentlich verändert. Früher bildeten sägeraue und stumpf gestoßene Bretter die Schalhaut, die Trägerlage bestand vorwiegend aus Kanthölzern, Bohlen und Brettern. Für die Lagesicherung wurden in der Regel Rundholzsteifen oder Bretter schräg gegen die Schalung angeordnet. Sicherheitseinrichtungen wurden zimmermannsmäßig als selbstständiges Gerüst oder direkt an die Schalung angebaut und als Zugang sowie für Montage und Demontage wurden weitestgehend Leitern eingesetzt. Diese projektbezogen errichteten Holzkonstruktionen brachten erheblichen Materialbedarf, einen hohen Arbeitsaufwand sowie große Mengen an oftmals teuer zu entsorgendem Abfall mit sich.

Höhere Produktivität und Kapazität in der Betonherstellung und Verarbeitung führten zum Bedarf leistungsfähigerer Schalungen bezüglich Tragfähigkeit sowie Oberflächenqualität. Steigende Lohnkosten und der Preisdruck in der Bauausführung erforderten zudem, den Zeitaufwand für Montage und Demontage zu mindern. Und die Veränderung gesetzlicher Grundlagen brachte erhöhte Sicherheitsanforderungen mit sind.

Im Laufe dieser Entwicklung wurden einzelne Elemente der Schalung zu Baugruppen zusammengefasst, dabei entstanden unter Verwendung von Holz die Trägerschalungen und beim Einsatz von Metall (Stahl- oder Aluprofilen) die Rahmenschalungen. Für das Schalen von Decken sind heute auch Trägerrost-Schalungen, Paneel-Deckenschalungen sowie großformatige Deckentische verfügbar. Solche vorgefertigten Systemteile wurden für den Mehrfacheinsatz konstruiert und sind flexibel in der An¬wendung.

Schalungsträger sind häufig Holzträger als Doppel-T-Träger (Vollsteg oder Gitterträger) mit festem Querschnitt. Alternativ sind systemabhängige Gurtträger aus Stahl verfügbar, beispielsweise 2U-Walzprofile mit festgelegten Längen und Lochreihen für die Anschlüsse. Für die Schalhaut werden heute in der Regel Schalungsplatten unterschiedlicher Größe und Qualität oder spezielle Schalungsbretter eingesetzt.

Die Verankerung erfolgt vielfach mit Gewindestäben des Systems DYWIDAG nach DIN 18216. Die stetige Weiterentwicklung führte aber auch zu einer neuartigen, einseitig bedienbaren Ankertechnik, die den Arbeitsaufwand beim Schalen weiter verringert. Für die Lagesicherung von Wandschalungen stehen universell einsetzbare Richtstützen zur Verfügung, sie sind teleskopierbar und übertragen Zug- und Druckkräfte.

Systeme für die Unterstützung der Deckenschalung reichen von einfachen über hochtragfähige Stützen bis hin zu modularen Traggerüstsystemen für große Deckenhöhen.

Moderne Schalungssysteme verfügen über entsprechende Sicherheitseinrichtungen Einzelkonsolen mit Belag und Seitenschutz oder komplette Bühnensysteme. Diese dienen als Arbeitsebene an der Schalung und als Absturzsicherung.

Für hohe Bauteile und Bauwerke wird seit den 1970er Jahren die sogenannte Kletterschalung eingesetzt: Arbeitsbühnen werden am vorhergehenden Betonierabschnitt befestigt, sie dienen als Boden zum Aufstellen der Schalung als auch als Arbeits- und Schutzgerüst. Die Einheiten können per Kran versetzt werden, alternativ wandern sie mit hydraulischen Umsetzeinrichtungen "selbstkletternd" in die Höhe.

Für Ingenieurbauwerke wie Tunnel und Brücken waren in der Vergangenheit vielfach Sonderkonstruktionen erforderlich, die entsprechend des Bauwerks individuell hergestellt wurden. Mit der Zeit wurden auch für solche Bauten Systembauteile eingesetzt. Heute gibt es vielfältige Baukastensysteme, mit denen aus einer großen Auswahl an mietbaren Systembauteilen lastoptimierte und geometrisch angepasste Tragwerke projektbezogen konstruiert werden können.

Es war ein langer Weg von Rundholz, Kantholz und Brett bis zu den leistungsfähigen Gerätschaften von heute. Die Entwicklung ist aber noch nicht abgeschlossen. Auf den folgenden Seiten geben wir Ihnen einen Überblick über den technischen Stand, konzentriert auf die Erstellung des Bauteils Decke.

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