Baukrise 2024

Kai Ingmar Link,

Wohnungsbau vor Herausforderungen: Klare Perspektiven für 2024 nötig

Die Krise im Wohnungsbau setzt sich fort, wie die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen. Im November 2023 wurden lediglich rund 20.200 Wohnungen für Neu- und Umbauten genehmigt, ein erschreckender Rückgang um 16,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Dieser negative Trend deutet darauf hin, dass das Jahresergebnis 2023 voraussichtlich bei nur 260.000 genehmigten Wohnungen liegen wird, und die Fertigstellungen im neuen Jahr weiter auf die Marke von 200.000 zusteuern.

Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie. © Hauptverband der Deutschen Bauindustrie

Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie, betont die Notwendigkeit eines klaren Kompasses in der Wohnungsbaupolitik der Bundesregierung für 2024. Er fordert ein verlässliches Versprechen für eine echte Wohnungsinitiative, um den Weg aus der Baukrise auf dem Wohnungsmarkt zu finden und gleichzeitig eine Zukunftsperspektive für die Bauunternehmen zu schaffen.

Die Übernachfrage nach bezahlbarem Wohnraum in den Ballungsgebieten besteht seit Jahren und verschärft sich weiter. Müller sieht hier dringenden Handlungsbedarf und appelliert an die Bundesregierung, vor der Bundestagswahl 2025 konkrete Maßnahmen zu ergreifen. Obwohl für das neue Jahr ein leichter Rückgang bei den Baukosten erwartet wird, bleiben diese im langfristigen Vergleich hoch. Behördliche Auflagen und Vorschriften treiben die Kosten weiter an, und die erhoffte Zinswende ist noch in weiter Ferne, so Müller.

Anzeige

„Die Branche benötigt dringend Investitionsanreize für mehr bezahlbaren Wohnungsbau. Ein Zinsverbilligungsprogramm und die degressive AfA könnten hier unterstützen. Gleichzeitig ist eine Entschlackung von Vorschriften unumgänglich. Standards und Gebäudeanforderungen müssen heruntergeschraubt werden, der Weg für serielles Bauen und Sanieren muss freigemacht werden. Die Einführung des digitalen Bauantrags und bundesweit einheitliche, digitale Verwaltungsprozesse sind ebenso entscheidend. Eine Vereinheitlichung der 16 Landesbauordnungen hin zu einer verbindlichen Bundesbauordnung könnte die Baukosten senken, ohne dabei zusätzliche finanzielle Belastungen zu schaffen. Die Bundesregierung hat jetzt die Chance, klare, eindeutige und mutige Entscheidungen zu treffen“, so Müller abschließend.

Die Herausforderungen der Bauindustrie: Eine Analyse der aktuellen Baukrise
Die Bauindustrie sieht sich gegenwärtig mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert, die als "Baukrise" bezeichnet werden müssen. Diese Krise hat weitreichende Auswirkungen auf verschiedene Aspekte der Baubranche, angefangen bei der Materialbeschaffung bis hin zur Fertigstellung von Bauprojekten.

Aktion BauZukunft: Gemeinsam Stärke zeigen in Zeiten der Herausforderung
Die Baubranche steht vor großen Herausforderungen, geprägt von steigenden Kosten, Materialknappheit, und geopolitischen Spannungen. In dieser Zeit der Krise möchte das Baugewerbe Magazin die Stimme der Bauunternehmen stärken und hat die Aktion BauZukunft ins Leben gerufen.

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Jetzt Newsletter abonnieren