Pflaster in Wendlingen
Symbiose von Pflaster und Unterbau im Städtebau dank SF Kooperation
Im Kontext der gestalterischen Neugestaltung innerstädtischer Straßen stehen zwei Hauptanliegen im Mittelpunkt: Erstens die Stabilität, um die erwarteten Verkehrsbelastungen zu bewältigen, ohne dass die Flächen sich verschieben. Zweitens das ästhetische Erscheinungsbild, um den Straßenraum ansprechend und einladend zu gestalten. Oft scheint es, dass diese beiden Aspekte im Widerspruch zueinander stehen. Zum Beispiel sind reine Asphaltflächen technisch solide, aber visuell wenig ansprechend. Hingegen wirken konventionell gepflasterte Flächen zwar attraktiver, haben aber aufgrund ihrer mangelnden Verbundwirkung Schwierigkeiten, sämtliche Verkehrsbelastungen standzuhalten.
Die Stadt Wendlingen am Neckar hat jedoch eine überzeugende Lösung gefunden, um diesen Balanceakt zu meistern. Seit Mai 2022 wird die Albstraße, eine Einkaufsstraße in der Ortsmitte, in vier Bauabschnitten umgestaltet, um sowohl funktionale als auch gestalterische Anforderungen zu erfüllen.
Wendlingen, zentral gelegen im Landkreis Esslingen, Baden-Württemberg, gehört zur Metropolregion Stuttgart. Die Neugestaltung der Albstraße zwischen Neuffenstraße und Stuttgarter Straße wurde vor einigen Jahren vom Wendlinger Gemeinderat beschlossen. Das Ziel war es, die Achse zwischen Bahnhof und Marktplatz zu stärken und die Aufenthaltsqualität in der Albstraße zu verbessern. Dabei sollte eine Tempo-20-Zone eingerichtet werden, wodurch herkömmliche Zebrastreifen verschwinden. Die Straße wurde außerdem barrierefreier gestaltet, um sie für Fußgänger, insbesondere Menschen mit Mobilitätseinschränkungen und Eltern mit Kinderwagen, leichter passierbar zu machen.
Optik und Funktionalität im Einklang
Bei diesem Sanierungsprojekt war die Wahl der Flächenbefestigung von entscheidender Bedeutung. Steffen Mager, ein Landschaftsarchitekt von Gänßle + Hehr aus Esslingen, betonte die Bedeutung der gestalterischen Aspekte bei der Verbesserung der Aufenthaltsqualität: "Wir wollten einen optisch ansprechenden und attraktiven Pflasterbelag schaffen. Da die Straße jedoch von Bussen und Liefer-LKW befahren wird, musste die neue Befestigung den Belastungen standhalten, ohne Schäden zu erleiden."
Die Wahl fiel auf Betonpflastersteine des Typs VS5 von braun-steine aus Amstetten. Diese Pflastersteine verfügen über eine 5-seitige Verschiebesicherung, die sicherstellt, dass sie selbst bei starken Belastungen nicht verrutschen. Ein weiteres Highlight dieses Projekts war jedoch das Pflasterbett und das Fugenmaterial. Um das Auswaschen der Fugen zu verhindern, entschieden sich die Planer für eine Sonderbauweise, bei der das Bettungs- und Fugenmaterial Ecoprec von der SF-Kooperation verwendet wurde. Ecoprec verfügt über eine bituminöse Umhüllung, die eine dichte Kornstruktur schafft, um das Eindringen von Wasser in Fugen und Bettung zu verhindern. Dies gewährleistet eine langfristig stabile Fläche, die selbst den Anforderungen des Busverkehrs standhält.
Sonderbauweise mit Ecoprec
Das Material Ecoprec wurde kalt auf die Tragschicht aufgebracht. Da es nahezu wasserundurchlässig ist, sind Schäden durch eindringendes Wasser oder Frostausdehnung ausgeschlossen. Die Wendlinger Bürger und Gewerbetreibenden profitierten von einer kurzen Bauzeit und Kosteneinsparungen durch die Verwendung von Ecoprec sowie von Fördermitteln aus dem Landessanierungsprogramm.
Die gewählte Bauweise mit dem Bettungs- und Fugenmaterial Ecoprec und den VS5-Betonpflastersteinen schuf ideale Bedingungen für eine langfristig dauerhafte Flächenbefestigung in der Albstraße.














