Competence Center Schwergut im BGL
Großraum- und Schwertransporte auch in Zukunft ermöglichen
Forderungen der deutschen Schwergutlogistik an Politik und Verwaltung Großraum- und Schwertransporte (GST) sind unverzichtbar für die Realisierung öffentlicher und privater Infrastrukturprojekte. GST sind genehmigungspflichtig mit
entsprechend aufwändigen Genehmigungsverfahren. Die aktuelle Situation für GST ist zunehmend durch erhebliche Einschränkungen geprägt: die Bearbeitung der Anträge misst sich bereits in Monaten und GST-Fahrverbote für Brücken nehmen täglich zu.
Ergänzend wird die Durchführung von GST durch überbordende bürokratische Hürden zunehmend infrage gestellt. Immer mehr Infrastrukturprojekten droht der Stillstand! Die deutsche Schwergutlogistik regt daher dringend eine Verbesserung der aktuellen Situation durch folgende Maßnahmen an:
1. Bundeseinheitliche Regeln für Großraum- und Schwertransporte
Die Vorgaben von Bund, Ländern und Kommunen für GST müssen vereinheitlicht und
entschlackt werden.
2. Dialogprozess verstetigen und institutionalisieren
- Der Dialog- und Abstimmungsprozess von Bund und Ländern, Autobahn (AdB)1 und VEMAGS2 sollte verstetigt und institutionalisiert werden, um die bestehenden Herausforderungen gemeinsam bewältigen zu können.
- Anstehende Änderungen von Regeln frühzeitig bekannt geben.
3. Antrags- und Genehmigungsverfahren beschleunigen und optimieren
- Personalausstattung bei den Behörden verbessern.
- Erreichbarkeit der Ansprechpartner gewährleisten.
- Bescheide verständlich und übersichtlich gestalten.
4. VEMAGS: Digitalisierung vorantreiben und Prozesse neu denken
Die digitale und automatisierte Durchführung des Antrags- und Genehmigungsverfahrens wird von der Wirtschaft klar unterstützt. Doch auch nach 15 Jahren ist VEMAGS immer noch nicht ausgereift:
- Bestehende Verwaltungsvorschriften müssen vollständig umgesetzt und aktuell gehalten werden.
- Prozesse entsprechend der digitalen Möglichkeiten neu strukturieren. Die Unternehmen benötigen einen agilen Informations- und Datenaustausch:
VEMAGS muss endlich digital werden.
- Mit Antragsänderungen agiler umgehen. Das starre System verlangt zu schnell
komplette Neuanträge.
1 AdB: Die Autobahn GmbH des Bundes
2 VEMAGS: „Verfahrensmanagement für Großraum- und Schwertransporte“ zur Online-Abwicklung des Antrags- und Genehmigungsverfahrens für Großraum- und Schwertransporte
5. e-Beifahrer
Einführung des „e-Beifahrers“: Der gemäß RGST3 geforderte menschliche Beifahrer wird benötigt zum Vorlesen der Bescheidauflagen während der Fahrt.
Alternativ muss auch ein digitales Assistenzsystem erlaubt sein.
6. Genehmigungsgebühren
- Bundeseinheitliche Anwendung der GebOSt4.
- Transparenz und Nachvollziehbarkeit in der Gebührenberechnung.
- Keine zusätzlichen Sondernutzungsgebühren für GST in Kommunen.
7. Nachtfahrt Mobilkrane
„Taxi-Krane“ bedienen mehrere Einsatzorte pro Tag. Das Verbot von Tagfahrten lässt nur noch einen Einsatz pro Tag, zu mit entsprechend drastischen Kostensteigerungen für die Kunden, vor allem für kurze Einsätze.
- Nachtfahrt-Auflage für Brückenüberfahrten nur in begründeten Ausnahmefällen.
8. Begleitung und Absicherung
Das politische Ziel der Verlagerung der Verkehrssicherung von der Polizei auf private Begleiter muss im engen partnerschaftlichen Dialog mit der Wirtschaft verfolgt werden.
Das derzeitige Verfahren strebt ausschließlich Erleichterungen für die Verwaltung an und führt zu praxisfernen und kostenträchtigen Anforderungen.
- Beteiligung der Fachkreise bei der Erarbeitung zentraler Regelwerke, insb. Straßenverkehr-Transportbegleitungsverordnung (StTbV), RGST, Verwaltungsvorschriften (VwV-StVO), etc.
- Klare bundeseinheitliche Anforderungen für Fahrpersonal: Begleiter/Verwaltungshelfer/Transportbegleiter.
- Autobahn: keine Verpflichtung von BF3 Fahrpersonal zu Verwaltungshelfern.
9. GST-Anforderungen der Autobahn GmbH
- Änderungen der Anforderungen nur mit vorheriger Ankündigung.
- Beteiligung der Fachkreise bei Fortschreibung von Anforderungen und Regelplänen.
10. Verkehrsinfrastruktur fit für GST machen
GST ist multimodal: Großraum- und Schwertransporte erfordern eine ideologiefreie Wahl zwischen den Verkehrsträgern Straße/Schiene/Wasserwege, um die jeweiligen Stärken bestmöglich zu nutzen. Die maroden Verkehrswege in Deutschland erschweren schon jetzt signifikant die Durchführung von öffentlichen und privaten Infrastrukturmaßnahmen.
- Einrichtung von Schwerlastkorridoren im Straßen- und Schienennetz.
- Marode Brücken: Fahrauflagen praxisgerecht gestalten.












