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Konjunkturausblick

Kai Ingmar Link,

Mesda: "realistische Erwartungshaltung"

Die Bauwirtschaft steht an einem Wendepunkt. Nach Jahren geprägt von Kostensteigerungen, Auftragsrückgängen und politischer Unsicherheit richtet sich der Blick nun auf 2026.

Enrico Kallmeyer, Managing Director bei Mesda Deutschland. © Mesda

Zwischen anhaltender Krise und vorsichtiger Zuversicht stellt sich für viele Unternehmen dieselbe Frage: Bleibt der Druck hoch – oder beginnt eine Phase der Stabilisierung?

Im Interview sprechen wir darüber, wie die Branche das Jahr 2026 einschätzt, welche wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen entscheidend werden und wo trotz aller Herausforderungen neue Perspektiven entstehen. Es geht um Zahlen und Trends – aber auch um Stimmungen, Erwartungen und konkrete Handlungsoptionen für die Praxis

Baugewerbe Magazin: Wie blicken Sie auf das kommende Geschäftsjahr: Welche Entwicklungen erwarten Sie für Ihr Unternehmen und für die Baubranche insgesamt?

Enrico Kallmeyer, Managing Director bei Mesda Deutschland: Wir blicken mit einer realistischen Erwartungshaltung auf das kommende Jahr. Während wir im klassischen Wohnungs- und Hausbau einen deutlichen Nachfragerückgang beobachten, sehen wir bei Infrastrukturprojekten und größeren Abbruchmaßnahmen mit unser Aufbereitungstechnik im oberen Leistungsbereich – insbesondere in Steinbrüchen und Natursteinbetrieben – einen stabilen Markttrend. Hier treibt besonders die notwendige Umstellung auf CO2-freie und elektrifizierte Prozesse die Investitionen voran, ungeachtet der allgemeinen wirtschaftlichen Lage. Zudem sind wir optimistisch, dass angekündigte Infrastrukturmaßnahmen im Straßen- und Schienenbau den Rückgang im privaten Sektor zumindest teilweise kompensieren können.

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BGW: Welche größten Herausforderungen erwarten Sie im kommenden Jahr für Ihr Unternehmen?

Kallmeyer: Die größte Herausforderung bleibt die anhaltende Marktunsicherheit, insbesondere im Hochbau, wo der private Bausektor weiterhin unter einer spürbaren Investitionszurückhaltung leidet. Gleichzeitig ist bei den politisch angekündigten Infrastrukturprogrammen noch ein zeitlicher Verzug erkennbar, sodass konkrete Ausschreibungen bei unseren Kunden bislang nur verzögert ankommen. MESDA begegnet dieser Situation mit einer klaren Fokussierung auf zuverlässige Lieferketten, hohe Serviceverfügbarkeit und flexible technische Lösungen, um unsere Kunden auch unter schwierigen Rahmenbedingungen planungssicher zu unterstützen.

BGW: Welche Erwartungen haben Sie an Politik, Auftraggeber und die Branche insgesamt für das kommende Jahr?

Kallmeyer: Unsere wichtigste Erwartung an die Politik sind verlässliche und kalkulierbare Rahmenbedingungen. Es reicht nicht aus, Investitionssummen in Milliardenhöhe für die Infrastruktur anzukündigen – diese müssen auch zeitnah und verlässlich auf die Straße gebracht werden. Nur mit dieser Planungssicherheit können Unternehmen die notwendigen Investitionen in moderne Technik nachhaltig und sicher planen.

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