Nachhaltigkeit im Bauwesen

Kai Ingmar Link,

neustark eröffnet neue CO₂-Speicheranlage

Der Schweizer Climate-Tech-Pionier neustark erreicht einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zu einer klimaneutralen Bauwirtschaft. Gemeinsam mit dem regionalen Baustoff- und Entsorgungsunternehmen Alluvia hat das Unternehmen im Raum Bern eine neue CO₂-Speicheranlage in Betrieb genommen. Die Anlage in Mattstetten bindet jährlich rund 600 Tonnen biogenes CO₂ dauerhaft in Abbruchbeton und trägt damit aktiv zur Reduktion von Treibhausgasen bei.

Die Reaktionskammer der CO2-Speicheranlage © neustark

Nach der ersten erfolgreichen Anlage in Biberist (Kanton Solothurn) setzen die Partner ihre Zusammenarbeit fort. Das Projekt zeigt, wie Nachhaltigkeit und technologische Innovation in der Baubranche zusammenfinden können – mit messbarem Beitrag zum Klimaschutz und einer realen Senkung von Emissionen.

Kurze Wege, große Wirkung

Das bei einer nahegelegenen Biogasanlage abgeschiedene CO₂ wird über eine Distanz von nur 14 Kilometern transportiert und in Mattstetten im Recyclingbeton von Alluvia gebunden. Diese lokale Lösung minimiert nicht nur Transportemissionen, sondern schließt auch den Materialkreislauf zwischen Abbruch, Wiederverwertung und Neubau.

Die CO2-Speicheranlage in Mattstetten bei Bern. © neustark

Der CO₂-angereicherte Beton wird anschließend als hochwertiger Baustoff im regionalen Wirtschaftskreislauf wiederverwendet. Das Ergebnis ist eine Verbindung von ökologischer Verantwortung und ökonomischer Effizienz – ein Beispiel dafür, wie Nachhaltigkeit und Wirtschaft im Bauwesen Hand in Hand gehen können.

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Nachhaltigkeit als Fundament der Bauwirtschaft

Alluvia verfolgt seit Jahren eine klare Nachhaltigkeitsstrategie. Neben dem Einsatz von Photovoltaikanlagen und der Elektrifizierung der Fahrzeugflotte zählt die CO₂-Speicherung in Abbruchbeton zu den zentralen Maßnahmen auf dem Weg zu Netto-Null-Emissionen.
Die neue Anlage ist vollständig in den Recyclingplatz integriert. Ihr Kernstück, die Reaktionskammer, wurde neu konzipiert und ermöglicht eine kontrollierte, effiziente Bindung des CO₂ im Betongranulat. Bereits in der Testphase wurden 45 Tonnen CO₂ dauerhaft gespeichert – ein Vorgeschmack auf die künftige Leistungsfähigkeit der Technologie.

neustark: Technologie mit globaler Klimawirkung

Co-CEOs und Mitgründer von neustark Valentin Gutknecht (links) und Johannes Tiefenthaler (rechts) © neustark

Mit der Inbetriebnahme in Mattstetten betreibt neustark inzwischen 40 CO₂-Abscheidungs- und Speicheranlagen in Europa, darunter in der Schweiz, Deutschland, Italien, Frankreich, Liechtenstein und Großbritannien. Über zwanzig weitere Projekte sind in Planung oder im Bau.

Das Unternehmen verfolgt ein klares Ziel: die globale Erwärmung durch dauerhafte CO₂-Entfernung zu begrenzen. Nach Erkenntnissen des Weltklimarats (IPCC) müssen bis 2050 Netto-Null-Emissionen erreicht werden – eine Herausforderung, die nur mit Technologien wie jenen von neustark zu bewältigen ist. Durch die dauerhafte Speicherung von CO₂ im Abbruchbeton wird der größte Abfallstrom der Welt zu einer wirksamen CO₂-Senke umgewandelt.

Klimaschutz als Wettbewerbsvorteil

Das Beispiel aus der Region Bern zeigt, wie Unternehmen im Bauwesen durch innovative Technologien aktiv zum Klimaschutz beitragen können – und gleichzeitig ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken. Projekte wie das von neustark und Alluvia verdeutlichen, dass Nachhaltigkeit längst kein reines Image-Thema mehr ist, sondern zu einem zentralen Bestandteil moderner Unternehmensstrategie wird.

Gerd Aufdenblatten, Geschäftsführer von alluvia, vor der ersten CO2-Speicheranlage in Biberist (SO) © neustark

Für Bauunternehmen und Projektentwickler eröffnet sich damit eine neue Perspektive: Wer heute in CO₂-Speichertechnologien investiert, sichert sich nicht nur regulatorische Vorteile, sondern gestaltet aktiv den Wandel hin zu einer klimaneutralen Bauwirtschaft.

Ein Schritt in Richtung klimaneutrales Bauen

neustark steht exemplarisch für eine neue Generation von Climate-Tech-Unternehmen, die mit praxisorientierten Lösungen echte Fortschritte beim Klimaschutz erzielen. Das Modell der CO₂-Speicherung im Beton zeigt, dass der Übergang zu einer nachhaltigen, kreislauffähigen Bauwirtschaft keine Vision mehr ist, sondern Realität werden kann.

Mit regional verankerten Partnern wie Alluvia entsteht ein Innovationsnetzwerk, das Ökologie, Ökonomie und Baupraxis intelligent verbindet – und so eine Blaupause für die Zukunft des Bauens liefert.

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