CO2-Speicherung

Kai Ingmar Link,

neustark startet Pilotprojekt in Deutschland

Seit kurzem wird auch in Deutschland CO2 gespeichert. In Kooperation mit Recular hat das Unternehmen Neustark in den vergangenen Monaten eine Pilotanlage in der Region Karlsruhe aktiviert, um die Anreicherung von CO2 in rezyklierte Gesteinskörnung zu erproben.

Die Umsetzung des Projekts auf dem Gelände von Recular basiert auf der Zusammenarbeit erfahrener Partner. © neustark

Die eingesetzte Mineralisierungstechnologie ermöglicht es, biogenes CO2 aus umliegenden Biogasanlagen abzuscheiden und in Bauabfällen zu speichern. Die CO2-Speicheranlage ist direkt in den Recyclingprozess integriert. In einer Reaktionskammer wird der Abbruchbeton mit hochreinem CO2 in Kontakt gebracht. Der beschleunigte Mineralisierungsprozess führt dazu, dass der Kohlenstoff mit dem Restzement im Material reagiert und schnell als Kalkstein gebunden wird.

Das CO2 verbleibt so in den Poren und an der Oberfläche des Granulats, wodurch eine CO2-Senke entsteht. Das karbonatisierte, rezyklierte Material kann für die Produktion von Recyclingbeton genutzt werden.

Die Umsetzung des Projekts auf dem Gelände von Recular basiert auf der Zusammenarbeit erfahrener Partner. Die Oettinger-Gruppe verantwortet die Beschaffung und Aufbereitung des Abbruchbetons, während Peterbeton die Verarbeitung und Verbreitung des CO2-angereicherten Recycling-Betons übernimmt. Die Kooperation schafft eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft, indem Abbruchmaterialien zu wertvollem Recycling-Beton verarbeitet werden und die lokale Speicherung von CO2 gefördert wird.

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Thomas Karcher, Geschäftsführer von Peterbeton, betont, dass durchschnittlich 10 Kilogramm CO2 pro Tonne Abbruchmaterial gespeichert werden können, wodurch eine nachhaltige CO2-Senke entsteht. Die in den vergangenen Monaten gesammelten Erfahrungen stärken das Vertrauen in die Technologie und die weiteren Investitionen.

Zusätzlich wurden in Zusammenarbeit mit Prof. Dr.-Ing. Frank Dehn vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) verschiedene Ansätze zur Weiterentwicklung des Projekts erarbeitet. Robert Oettinger, Geschäftsführer der Oettinger-Gruppe, hebt hervor, dass eine verstärkte Berücksichtigung ressourcenschonender Baumaterialien in öffentlichen Ausschreibungen entscheidend für die Transformation des Bausektors sei.

Nach dem Markteintritt im Herbst 2023 stellt dieses Projekt für Neustark einen weiteren Meilenstein dar. Mit der dritten CO2-Speicheranlage in Deutschland baut das Unternehmen seine Präsenz weiter aus. Valentin Gutknecht, Mitgründer und Co-CEO von Neustark, betont die Bedeutung der Zusammenarbeit mit Partnern wie Oettinger und Peterbeton.

Dieser Artikel erschien zuerst in der Mai-Ausgabe des Baugewerbe Magazins.

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