Baugewerbe INTERNATIONAL

Kai Ingmar Link,

neustark bringt CO2-Entfernungstechnologie für nachhaltiges Bauen nach Großbritannien

Der Schweizer Climate-Tech Pionier neustark hat zusammen mit dem britischen Baustofflieferanten Aggregate Industries, einer Tochtergesellschaft von Holcim, seine CO2-Entfernungstechnologie nach Großbritannien gebracht. Die Technologie von neustark ermöglicht die dauerhafte Bindung von CO2 in Recyclingbeton und trägt damit zur CO2-Neutralität bei.

Erste CO2-Speicheranlage in Großbritannien

Die erste CO2-Entfernungsanlage von neustark in London, betrieben von Aggregate Industries.  © neustark

Die erste CO2-Speicheranlage Großbritanniens, die in London eröffnet wurde, wird in den kommenden Monaten schrittweise Kohlendioxid aus der Atmosphäre entfernen und die Region mit karbonatisiertem Recyclingbeton versorgen. Die neue Anlage in London kann jährlich bis zu 1.000 Tonnen CO2 dauerhaft speichern. Diese Menge entspricht dem CO2, das mehr als 16.000 Bäume in zehn Jahren binden könnten. Mit dem ersten Standort in Großbritannien setzt neustark seine Expansion in Europa fort, nachdem in Zentraleuropa bereits 19 Anlagen zur CO2-Speicherung errichtet wurden.

Die Zusammenarbeit zwischen neustark und Aggregate Industries ermöglicht eine der ersten ökologisch und wirtschaftlich tragfähigen Lösungen für die Kohlendioxidabscheidung (CDR) in der britischen Bauindustrie.

Technologischer Ansatz: Nachhaltige CO2-Abscheidung und Kreislaufwirtschaft

Die Technologie von neustark basiert auf der Abtrennung und Verflüssigung von CO2 an Biogasanlagen, das anschließend zu CO2-Speicheranlagen transportiert wird. Dort wird das biogene CO2 in Recyclingbeton dauerhaft gebunden, indem es in Betonabbruch injiziert wird. Dieser Prozess führt zu einer Mineralisierung des CO2 im Abbruchmaterial und macht den Beton zu einer langfristigen Kohlenstoffsenke.

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Rezyklierter Abbruchbeton wird durch die Materialbox der Anlage befördert und mit CO2 injiziert. © neustark

Die von Aggregate Industries betriebene Anlage wird Recyclingbeton für Hoch- und Tiefbauprojekte in der Region liefern. Durch den Einsatz dieser CO2-Entfernungstechnologie im Bauwesen trägt neustark dazu bei, den CO2-Fußabdruck der Bauindustrie zu reduzieren. Laut neustark und Aggregate Industries kann jede Tonne recycelter Betonabbruch etwa 10 kg CO2 dauerhaft speichern. Dieser Ansatz trägt dazu bei, Betonabbruch - einen der weltweit größten Abfallströme - zur CO2-Reduktion zu nutzen und leistet damit einen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft.

Partnerschaft zwischen neustark und Holcim für CO2-Neutralität

Bereits vor einem Jahr begann die Zusammenarbeit zwischen neustark und Holcim. Gemeinsam wollen die Partner die CO2-Speichertechnologie von neustark in den Recyclingwerken von Holcim weltweit einsetzen, um die Bauindustrie nachhaltiger zu gestalten und die CO2-Neutralität voranzutreiben. Valentin Gutknecht, CEO und Mitbegründer von neustark, unterstreicht die Bedeutung der Partnerschaft: „Unsere Technologie ist bereits an 19 weiteren Standorten in Zentraleuropa im Einsatz. Schon heute entfernen und speichern wir tausende Tonnen CO2.

Dank der Partnerschaft mit Holcim und Aggregate Industries bringen wir diese revolutionäre Technologie nun nach Großbritannien.“ Laut Gutknecht ist Großbritannien ein idealer Markt für die CO2-Abscheidetechnologie von neustark, da das Land über eine entwickelte Infrastruktur und eine starke politische Unterstützung für die Entwicklung von CO2-Abscheidetechnologien verfügt. Die Regierung hat Maßnahmen ergriffen, um einen wettbewerbsfähigen CO2-Markt zu schaffen, aber der Fokus auf nachhaltige CO2-Abscheidung und die Integration dieser Technologie in bestehende Lieferketten könnte noch verstärkt werden.

Zukunftspläne und Expansionsstrategie von neustark

Ein Haufen karbonatisiertem, rezykliertem Betonabbruch. Das Aggregat kann nun nach für den Strassenbau oder die Herstellung von rezyklierten Baumaterialien verwendet werden. © neustark

Neben den Standorten in Zentraleuropa plant neustark bis Ende 2025 weitere 40 CO2-Speicheranlagen in Europa in Betrieb zu nehmen. Seit der Markteinführung im Jahr 2022 hat das Unternehmen bereits mehr als 2.500 Tonnen CO2 aus der Atmosphäre entfernt. Zusätzlich zu den 19 bestehenden Standorten wurden kürzlich drei weitere Speicheranlagen in Kooperation mit der Montebello AG in Graubünden und der Ch. Gerster AG in Liechtenstein errichtet.

Beide Unternehmen sind in der Aufbereitung von Betonabbruch tätig und setzen auf Recyclingbeton für kohlenstoffarmes Bauen. neustark verfolgt das langfristige Ziel, bis 2030 eine Million Tonnen CO2 der Atmosphäre zu entziehen und in mineralischen Abfällen zu speichern. Mit diesem Ansatz positioniert sich neustark als wichtiger Akteur im Bereich der CO2-Entfernungstechnologien und der nachhaltigen Transformation der Bauindustrie. Diese Initiative unterstreicht die Bedeutung von Nachhaltigkeit und CO2-Neutralität im Baugewerbe und zeigt, wie innovative Technologien zur Reduzierung des CO2-Fußabdrucks beitragen können.

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