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Radlader und Co.

Kai Ingmar Link,

Rohstoffgewinnung "im Paradies" dank Cat

Herausfordernden Abbaubedingungen begegnen die Hartsteinwerke Sooneck mit Baumaschinentechnik von Cat.

Mal sind es Cat Radlader wie zwei 972 XE in der Rückverladung oder ein neuer 982, der einen Skw für die Schiffsverladung belädt. © Zeppelin

Bei den Hartsteinwerken Sooneck geht es hoch hinaus: Durch die Erweiterung des Abbaus um weitere 6.000 m² erfolgt die Rohstoffgewinnung auf zwölf Sohlen oberhalb des Rheins – der Tagebau erstreckt sich damit über rund 320 Höhenmeter. Diese Höhen müssen Cat Baumaschinen erklimmen, wenn sie Quarzit abbauen und zur Weiterverarbeitung transportieren. Auch wenn das durch die Steigung eine starke Beanspruchung der Technik nach sich zieht, sind sie mitten "im Paradies".

Wer diesen Straßennamen unter der Postleitzahl 55413 in sein Navi eingibt, landet oberhalb des Rheins und blickt dann auf den längsten Fluss Deutschlands. Zwischen Mainz und Koblenz in Trechtingshausen im Welt- und Naturerbe "Mittelrheintal" sitzen die Hartsteinwerke Sooneck.

Der Rohstoffabbau kann auf eine lange Historie zurückblicken – seit dem Jahr 1650 ist der Steinbruch bekannt, der sich in einem tektonisch stark beanspruchten Teil des Rheinischen Schiefergebirges befindet. Verschiedene Ladestellen verteilen sich über die teils stark zerklüftete Lagerstätte: Mal ist es ein Cat Kettenbagger 374, der Muldenkipper wie einen neuen 775G beschickt, um den durch Sprengen oder Reißen gelösten Quarzit zum Brecher in die Weiterverarbeitung zu befördern. Mal sind es Cat Radlader wie zwei 972 XE in der Rückverladung oder ein neuer 982, der einen Skw für die Schiffsverladung belädt. Von dem Modell 775 sind weitere Skw im Umlauf, ein zusätzlicher 775G, zweimal ein Vertreter der E-Serie und einer gehört zur Baureihe F. Besonders beansprucht werden ihre Vorder- und Hinterachsen, wenn die Starrrahmenkipper vollbeladen auf Fahrwegen abwärtsfahren. "Muldenkipper müssen am Standort durchschnittlich 16 Prozent Steigung bewältigen. Damit werden die Bremsen und Reifen ganz schön beansprucht. Umso erstaunlicher ist jedoch der Spritverbrauch.

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Han de Beijer (Zweiter von rechts), Geschäftsführer der Unternehmensgruppe, besucht mit Michael Gard (links), technischer Leiter, Udo Wirth (Zweiter von links), dem früheren Be- triebsleiter, und David Decker (rechts), Zeppelin Gebietsverkaufsleiter, eine der Ladestellen. © Zeppelin

Nach oben fahren die Muldenkipper leer, vollbeladen erreichen sie 110 Tonnen. Das Gewicht drückt die Skw nach unten, sodass wir beim Abwärtsfahren deutlich weniger Sprit verbrauchen", erklärt Udo Wirth, der frühere Betriebsleiter, der die Hartsteinwerke berät. Diese verfolgt derzeit die Entwicklungen im Hinblick auf Elektromobilität. "Für uns wären Elektro-Skw, die beim Bergabfahren rekuperieren und somit Energie rückgewinnen, eine interessante Option um Emissionen zu senken. Wir sind gespannt, was sich hier in Zukunft noch tut", so Han de Beijer, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe.

Um den Abbau effizient zu gestalten, steht die Technik permanent im Fokus von Stephan Abraham, Betriebsleiter, und Michael Gard, technischer Leiter. Vorausschauend werden Reifen der Skw mit entsprechender Radialtiefe und mit 150-prozentiger Profiltiefe verwendet, die über eine Zickzack-Mittelrille mit versenkter Rippe verfügen, um hohe Traktion sicherzustellen. Das Bergabfahren mit voller Ladung geht darüber hinaus zulasten der Bremsen sowie des Antriebsstrangs. Bei der Bergabfahrt unterstützt zwar der ölgekühlte Retarder, damit die Bremsen nicht heiß laufen, doch das hohe Gewicht beansprucht bei diesem Einsatz im Lauf der Jahre die Komponenten.

Produziert werden sechs verschiedene Sorten Wasserbausteine, die an den Binnenwasserstraßen in Deutschland und den Niederlanden, wie auch auf Offshore-Baustellen an der Nordseeküste eingesetzt werden, sowie Gemische für den Straßenbau und gewaschene Splitte und Sande für den Beton- und Ingenieurbau. "Aktuell müssen wir eine besonders anspruchsvolle Sieblinie mit dem Cat 982 herstellen, die in Rotterdam als Unterbau von Tankanlagen eingebaut wird. Beim Radlader in der Rückverladung unterstützt uns die integrierte Waage, um fünf verschiedene Körnungen mit der richtigen Dosis zu mischen. Unsere Stärken sind Mischungen, bei denen es auf jede Tonnage ankommt. Wir haben gute Mitarbeiter im Vertrieb, die Kunden entsprechend beraten und wir für sie das passende Produkt für die Anwendung finden", meint Udo Wirth.

Im eigenen Labor werden Proben untersucht und Kriterien wie die nötige Rohdichte für die Kundenmischungen bestimmt, um so die hohen Qualitätsanforderungen zu erfüllen. Für jedes Produkt wird pro Tonne Material ein Indikator erstellt, um dessen CO2-Belastung zu erfassen, die bei der Produktion bis zur Lieferung anfällt. Eine Besonderheit am Standort ist die Nassaufbereitung, die neben der Trockenaufbereitung besteht, um am Standort das Rohmaterial möglichst vollständig zu verwerten und Primärrohstoffe im Sinne von Nachhaltigkeit zu schonen. Grobe und feine Gesteinskörnungen bis 0/1 Millimeter werden nass herausgesiebt, die Ton- und Schluffanteile kleiner 63 Mikrometer werden in einem aufwendigen Prozess aus dem Prozesswasser separiert und mittels einer Kammerfilterpresse zu einem stichfesten "Filterkuchen" entwässert.

Der wird wiederum mithilfe eines Cat Kettenbaggers 330FLN aufgehaldet. Der "Filterkuchen" wird unter Rheinstein-Ton vermarktet. Aufgrund seiner hohen Qualität ist er gefragt für Dach- und Mauerwerkziegel, Fassaden- und Pflasterklinker oder zur Abdichtung von Deponien und Deichen. "Hier gibt es verstärkt Anfragen aus der Region", freut sich Han de Beijer. Die Abbaustätte profitiert direkt von der geografischen Lage am Wasser – eine eigene Schiffsverladestelle und eigene Binnenschiffe tragen dazu bei, die geförderten Baustoffe ohne Zwischentransporte per Lkw über große Distanz über den Wasserweg rheinauf und -abwärts auch ins benachbarte Ausland zu den Kunden zu bringen.

Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 10_23.

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