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Schwerpunkt

Nachverdichtung

Jessica Stütz,

Aufstockung in Modulbauweise

Im Münchner Stadtteil Fürstenried West entstehen rund 650 neue Mietwohnungen. Ein Teil davon wird durch Aufstockung bestehender Häuser realisiert. Gebaut wird in individueller Holzmodulbauweise – weit weg von „Standardkiste“.

Da die Häuser in die Gebäudeklasse 5 fallen, können die Aufstockungen mit einer Holzfassade realisiert werden

© European Zone Admin/Hines

Die Aufstockungen von neun Häusern im Münchner Stadtteil Fürstenried West um ein bis zwei Geschosse sind ein wichtiger Bestandteil der Nachverdichtung eines in den 1970er-Jahren entstandenen Quartiers, in dem derzeit knapp 2700 Menschen in rund 1500 Mietwohnungen leben. In den nächsten Jahren sollen im Quartier FÜRstenried West weitere rund 650 Mietwohnungen entstehen. Dazu kommen ein Supermarkt, neue Tiefgaragen, Quartierspunkte und Cafés. Um Platz für die verschiedenen Nutzungen zu schaffen, werden insgesamt zwölf Neubauten in der Appenzeller Straße, der Zuger Straße, der Bellinzonastraße, der Graubündener Straße und der Forst-Kasten-Allee errichtet, vier davon in Form von Hochpunkten.
Für Wohnungen werden bestehende Gebäude saniert, aufgestockt und durch Anbauten ergänzt. Rund ein Drittel der neu geschaffenen Mietwohnungen wird sozial gefördert sein, der Rest im mittleren Preissegment angesiedelt.

Individuelle Modulbauweise

Initiator der Maßnahmen und Eigentümer der Bestands- und Neubauten sind fünf Versorgungseinrichtungen der Bayerischen Versorgungskammer (BVK). Um das Quartier zu verwalten und weiterzuentwickeln, hat das Quintett die Gesellschaft Quartier FÜRstenried West gegründet und den Projektentwickler Hines Immobilien GmbH mit der Nachverdichtung des Areals beauftragt. Die Aufstockungsmaßnahmen hat LiWooD übernommen und setzt dabei auf die bis dato weniger bekannte individuelle Modulbauweise. „Wenn das Wort Modulbau fällt, denken die meisten eher an große, stets gleiche Kisten, die miteinander kombiniert werden. So entstehen zum Beispiel Studentenwohnheime oder Bettenhäuser für Kliniken“, erklärt Christian Czerny, Vorstand der LiWooD Management AG.

Für die Aufstockung von Bestandsbauten braucht es stattdessen individuelle Module – die mal kürzer sein können, mal länger. An die Stelle von gleichbleibenden Rasterabmessungen treten somit individuelle Maße, die sich am Bestand orientieren. Wie üblich beinhalten die meisten Module vier Wände, doch es gibt auch schmalere Varianten mit lediglich zwei Wänden. Diese werden an angrenzende Module angeschlossen, um sie zu vervollständigen. 

„Darüber hinaus fertigen wir die Module in Maßen, die keine Sondertransporte erfordern, sondern mit regulären Lastwagen transportiert werden können“, erläutert Projektleiter Quirin Nürnberger. Sobald alles aufgebaut ist, werden die Oberflächen so behandelt, dass die Schnittstellen nicht mehr sichtbar sind. Dies gilt für die Fassaden ebenso wie für Fußboden- und Deckenaufbauten.

Im Quartier FÜRstenried West werden auf diese Weise sieben viergeschossige und ein sechsgeschossiges Bestandsgebäude mit zwei Geschossen ergänzt, ein Dreigeschosser mit einem Geschoss. Zusätzlich werden die Häuser energetisch modernisiert und mit Aufzügen ergänzt. Identischer Bestand wird dabei mit unterschiedlich aufgebauten Aufstockungen kombiniert. Diese beinhalten sowohl unterschiedliche Grundrissvarianten als auch unterschiedliche Geschossvarianten, beispielsweise der Austausch einer Wohnung zugunsten einer Dachterrasse aufgrund notwendiger Abstandsflächen.

Auszug aus mikado 06.2024

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