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Artikel und Hintergründe zum Thema

Rathaus Ofterdingen

Jessica Stütz,

Erweiterungsbau mit Tonality-Fassadenkeramik

Alt trifft neu: Das 1523 erbaute, denkmalgeschützte Rathaus in Ofterdingen (Kreis Tübingen) hat einen Erweiterungsbau mit einer vorgehängten hinterlüfteten Tonality-Keramikfassade erhalten. Denn das historische Gebäude erwies sich zunehmend als zu eng und zu klein, um die Geschicke der Stadtverwaltung langfristig zu lenken. Die kommunalen Aufgaben wachsen stetig weiter und werden vielfältiger, so dass im Rathaus mehr Personal benötigt wurde. Für mehrere Arbeitsplätze mussten zuletzt sogar Räumlichkeiten von privat angemietet werden.

Das historische Rathaus in Ofterdingen wurde um einen Anbau mit Tonality-Keramikfassade ergänzt © Fotos: buero-magma.com #bueromagma

Im rechten Winkel zueinander

Der Neubau setzt nun ein klares Zeichen für eine moderne Verwaltung und schafft Raum für zusätzliche Arbeitsplätze. Das Architekturbüro Glück + Partner GmbH aus Stuttgart entwarf in diesem Kontext einen Neubau, der quer an das alte Rathaus andockt – mehr als doppelt so groß, dabei aber schlank, langgestreckt und harmonisch. Vor dem Gebäude befindet sich nun ein großzügiger Vorplatz, dahinter ein Garten samt Fußweg. Maßnahmen, die das Umfeld um das Rathaus aufwerten und stärken. Auch der denkmalgeschützte Bestandsbau wird in diesem Zusammenhang umfassend saniert. Die Fertigstellung ist für Oktober 2025 geplant.

Holz trifft auf Keramik

Die Giebelseite des Neubaus wurde komplett mit keramischen Baguettes gestaltet. Dies lockert die Fassade nochmals auf und sorgt dafür, dass der Neubau nicht wie ein bewegungsloser Fremdkörper wirkt © Fotos: buero-magma.com #bueromagma

Im Sinne einer einheitlichen Baustoffstrategie setzten Glück + Partner die historische Holzbauweise des alten Rathauses mit Fachwerkträger auch beim Neubau fort. Verantwortlich für die Konstruktion der Wände und des Daches zeichnete sich dabei die Dieringer Holzbau GmbH, die den Anbau in Holzbauweise mit einer Kombination aus Holzständerwänden und Brettsperrholz-Elementen realisierte. Weil sie besonders leicht und robust ist, ist die vorgehängte hinterlüftete Tonality-Keramikfassade prädestiniert in Kombination mit der Holzbauweise. Da die Keramik einschalig produziert wird, ist sie im Vergleich zu herkömmlichen Lösungen besonders leicht. Der Vorteil dabei: Die Unterkonstruktion kann minimiert werden. Dadurch wird sie zugleich leichter und die Anzahl an Verankerungen verringert sich. Die innenliegende Dämmung minimiert darüber hinaus die Gesamt-Aufbauhöhe an der Fassade. Daraus resultieren sowohl eine spürbare Gewichts- als auch Kostenreduktion – bei ausgezeichneten Brandschutzeigenschaften.

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Dynamische Fassade

Bei diesem Projekt kam die Fassadenkeramik in zwei unterschiedlichen Ausführungen zum Einsatz: als profiliertes Plattenelement sowie als Baguette/Square. Die Platten erstrecken sich dabei über eine Gesamtfläche von circa 500 Quadratmetern und bedecken damit einen Großteil des Gebäudes. So umschmeicheln sie unter anderem auch den Eingangsbereich des Gebäudes und lassen den aufgesetzten Schriftzug „Rathaus“ optimal zur Geltung kommen. Die Elemente sind dabei abwechslungsreich profiliert. Die Reliefoptik – ein Unikat für jedes einzelne Gebäude – wirkt besonders lebendig und abwechslungsreich. Die einzelnen Elemente verfügen über unterschiedlich ausgeprägte, im Wechsel angeordnete Stege. Die Erhebungen erzeugen eine dynamische Oberflächenstruktur, die je nach Tageszeit durch Licht und Schatten zusätzlich betont wird. Alle Keramikelemente verfügen über dieselbe Breite, aber über unterschiedliche Höhen, was dem Äußeren eine zusätzliche Abwechslung verleiht.

Vor die Fenster gesetzt

Ein weiterer Blickfang sind die 4000 laufenden Meter keramische Baguettes. Sie zieren die komplette Giebelseite des Neubaus sowie Teile der Fenster. Sie wurden als gestalterisches Element buchstäblich vor die Fenster gesetzt, lassen aber dennoch ausreichend Licht ins Innere. Die Baguettes verfügen über eine quadratische Form von 60 mal 60 Millimetern à 1,8 Meter Länge und wiegen je 8,7 Kilogramm. Sie wurden präzise vorgefertigt und vor Ort montiert. Die Baguettes führen dabei die Reliefstruktur ihrer vertikal montierten Plattenpendants optisch fort und schaffen damit einheitliche Übergänge.

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