Hamburger Campus-Schule
Holz und Steinwolle für die Fassadensanierung
Im Auftrag von SBH | Schulbau Hamburg wird seit 2024 eine Campus-Schule an der Kieler Straße im Stadtteil Altona saniert. Das Gebäude aus den 1970er-Jahren wurde dafür zunächst bis auf sein schlankes Betonskelett zurückgebaut. Saniert wird in enger Abstimmung mit dem Statiker mit möglichst leichten Baustoffen. Die gebänderten Fassaden werden auf Empfehlung der Generalplaner ppp architekten + stadtplaner gmbh aus Lübeck mit vorgefertigten Holzelementen bekleidet. Die eingebaute, nichtbrennbare Steinwolle sorgt für Wärme-, Schall- und Brandschutz. Den Auftrag für die Vorfertigung und Montage der Fassadenmodule erhielt die Fritz Kathe & Sohn GmbH aus Vechta.
Zum Start des Schuljahres 2025/2026 muss ein Teilbereich des ersten Bauabschnitts im sanierten Bestandsgebäude nutzbar sein. Die Entscheidung für die Arbeit mit vorgefertigten Fassadenelementen fiel deshalb auch unter dem Gesichtspunkt der Terminsicherheit. Jedes Element wurde von den Zimmerermeistern und Ingenieuren der Fritz Kathe & Sohn GmbH für den späteren Montageort individuell geplant.
Steinwolle für den Wärme-, Schall- und Brandschutz
Mit den Elementen aus der Werkstatt in Vechta wurden auf rund 2200 m2 Fassadenfläche 260 bis 300 mm nichtbrennbare Steinwolle auf die Fassade gebracht. In den Gefachen der Holzelemente finden sich 200 mm Steinwolle, außen die druckstabile Dämmplatte „Woodrock Protect“ in 60 bzw. in 100 mm Dicke. Mit den bis zu 300 mm Steinwolle wurde den Anforderungen an den Wärme- ebenso wie an den Brand- und Schallschutz Rechnung getragen. Dank ihrer brandschutztechnischen Eigenschaften – nichtbrennbar A1 mit einem Schmelzpunkt > 1000 °C – sind Steinwolle-Dämmungen wie die „Woodrock Protect“ auch für mehrgeschossige Gebäude und den Einsatz an Sonderbauten wie Schulen geeignet. Abhängig vom Wandaufbau und der Dämmstoffdicke kann ein Schalldämmmaß Rw (dB) von über 50 dB erreicht werden. Insofern empfahl sich die „Woodrock Protect“ gleich in mehrfacher Hinsicht für den Einsatz in den Fassadenelementen.
Direktbefestigung der Außendämmung
Die „Woodrock Protect“ sei in der Werkstatt äußerst effizient zu verarbeiten, berichtet Michael Hagemann, Zimmerermeister und Bauleiter der Fritz Kathe & Sohn GmbH. Dank einer extra verdichteten Decklage ist sie robust und formstabil im Handling und kann direkt auf die Module montiert werden. Die Stöße der Dämmstoffplatten müssen nicht auf den Holzständern ausgeführt werden, sondern können auch stumpf im Feld erfolgen. Das unterstützt den effektiven und sparsamen Umgang mit dem Dämmstoff. Hagemann bestätigt: „Wir haben kaum Verschnitt.“
Die hohe Druckfestigkeit der „Woodrock Protect“ von mehr als 50 kPa gestattet die einfache Befestigung mittels Konterlattung mit verschiedenen für die Fassade zugelassenen Schrauben. In Vechta wurde mit schwarz beschichteten Konterlatten sowie mit Sog- und Schubschrauben gearbeitet. Der Hersteller empfiehlt auf Massivholzelementen und Holzständerwerk die Arbeit mit Doppelgewindeschrauben aus dem Produktprogramm „Meisterdach Plus“.
Michael Hagemann hält die Sanierung mit Fassadenelementen für eine zukunftsweisende Bauweise. „In Deutschland besteht ein riesiger Sanierungsbedarf. Hier kann gerade der Holzbau als Problemlöser fungieren. Gefragt sind vor allem clevere Lösungen, die heutigen energetischen Standards entsprechen, kostengünstig zu realisieren sind und dem Wunsch nach Nachhaltigkeit gerecht werden. Mit unseren Fassadenmodulen und Produkten von Rockwool erfüllen wir die Anforderungen an den Wärme-, Brand- und Schallschutz zuverlässig.“
Montage leicht gemacht
Rund 20 bis 25 Elemente kamen pro Woche mit dem Sattelzug aus Vechta auf die Baustelle. Dort wurden sie in der Regel innerhalb von vier Tagen montiert und angeschlossen. Ein vierköpfiges Baustellenteam montierte die in Vechta vorproduzierten Fassadenelemente, erledigte sowohl die vorbereitenden Arbeiten als auch die winddichten und luftdichten Anschlüsse. Jedes Modul wurde dann einzeln auf vormontierte, auf Höhe eingemessene verzinkte Stahlkonsolen gesetzt und von oben mit Stahlwinkeln an der Fassade befestigt.
Dem Himmel entgegen
Mit der Bekleidung wuchs das Gerüst die Fassade hinauf – ein Prozess, der eine qualifizierte Planung und enge Absprache zwischen den Gewerken erforderte. „Der Fassadenbau mit vorgefertigten Elementen setzt voraus, dass die Platzierung der Gerüstanker in enger Abstimmung mit dem Fassadenbauer geplant wird“, erläutert Dipl.-Ing. Architektin Myriam Spicka, die für die Sirius Bauprojektmanagement + Architektur GmbH aus dem von ppp architekten + stadtplaner gmbh gebildeten Generalplanerteam den komplexen Sanierungsprozess koordiniert. Nach dem Einbau der Fenster wurde das Gerüst geschossweise wieder abgebaut und die Abdichtung vom Team des Holzbauunternehmens final verklebt bzw. die Fassadenbekleidung geschlossen.
Wind- und schlagregendicht
Dichtfolien wurden sowohl einmal über die Stahlbetonwand und die vormontierten Holzpfosten gezogen als auch über der Dämmebene in den Elementen mit großzügigem Überstand eingebaut. So konnten die Folien in den Elementen auf der Baustelle verklebt und zu einem durchgängigen Windschutz verbunden werden. Auf der Innenseite der Fassade wurden 15 mm dicke OSB-Platten als statisch tragende Scheibe montiert. Die Plattenfugen wurden luftdicht abgeklebt.















