NordBau 2025

Kai Ingmar Link,

Brücke zwischen Tradition und Zukunft des Bauens

Ein grauer Vormittag, die Luft über der Großbaustelle an der Rader Hochbrücke ist schwer von Technik und Verantwortung.

Inmitten all der Technik wächst ein Thema stetig mit: der Fachkräftemangel. © Pelemedia (Symbolbild)

Doch unter den Schutzhelmen der Journalistinnen und Journalisten beginnt etwas zu wirken, das in Neumünster seinen Höhepunkt findet: der Zukunftsgeist der NordBau 2025. Die symbolische Exkursion zur strategisch bedeutenden A7-Brücke über den Nord-Ostsee-Kanal verdeutlicht, wie stark die Baubranche in Europas Infrastruktur eingebunden ist – und wie dringend Investitionen, technischer Fortschritt und verlässliche Partner gebraucht werden.

Dieses Signal greifen rund 700 Aussteller auf dem traditionsreichen Messegelände der Holstenhallen auf. Verteilt über 69.000 Quadratmeter Freigelände und 20.000 Quadratmeter Hallenfläche bieten sie an fünf Tagen Antworten auf zentrale Fragen der Branche: Wie begegnet man den Herausforderungen des Infrastrukturbooms? Welche Rolle spielt die Digitalisierung? Und wie gewinnt man Fachkräfte in Zeiten des Wandels?

Maschinenkraft trifft Innovationsgeist

In der Weite des Freigeländes rollen sie heran: Maschinen, die mit Präzision und Kraft neue Maßstäbe setzen. Spezialtiefbohrgeräte für den Hafenbau, Asphaltierer mit modernster Absaugtechnik – sie stehen sinnbildlich für eine Branche, die bereit ist, groß zu denken. Ihre Entwickler wissen, dass es heute nicht mehr allein um Leistung geht. Arbeitsschutz, Energieeffizienz und die Integration in digitale Baustellenprozesse gehören längst zum Standard.

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Die Hallen wiederum öffnen den Blick für das, was im Verborgenen wirkt: neuartige Baustoffe, die Bauzeit und CO₂-Bilanz gleichzeitig senken. Systemwandelemente, die den Innenausbau revolutionieren, oder Weiterentwicklungen des traditionsreichen Baustoffs Ziegel zeigen: Die NordBau ist nicht nur eine Maschinenschau, sondern eine Denkfabrik für das nachhaltige und zukunftsorientierte Bauen.

Digitalisierung und Nachwuchs: Impulse für die gesamte Branche

Inmitten all der Technik wächst ein Thema stetig mit: der Fachkräftemangel. Die Messe reagiert darauf mit einem ganzheitlichen Konzept. So wird die „nordjob Bau:Technik“ zum 13. Mal zur Begegnungsplattform zwischen Bauunternehmen und rund 1.000 Schülerinnen und Schülern. Unterstützt vom Institut für Talententwicklung geht es nicht nur um Berufsberatung, sondern um gezielte Gespräche, praktische Mitmachangebote und echte Perspektiven.

Erstmals rückt ein MINT-Mitmachbereich technikaffine Jugendliche noch näher an Bau und Digitalisierung. Die Messe entwickelt sich so zum Ort, an dem nicht nur Maschinen, sondern auch Karrieren in Bewegung geraten. Begleitet wird dies von exklusiven Arbeitgeberformaten, bei denen Unternehmen ihre Chancen im Recruiting ausloten und aktiv gestalten können.

Ein Jubiläum mit Weitblick und dänischer Handschrift

Dass die NordBau in diesem Jahr ihr 70-jähriges Bestehen feiert, verleiht der Messe zusätzliche Strahlkraft. Seit 1956 ist sie Spiegel und Motor der Bauwirtschaft – und seit 50 Jahren auch Brückenschlag zum Partnerland Dänemark. Zur offiziellen Eröffnung werden daher neben dem dänischen Botschafter Thomas Østrup Møller auch der schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen und Hamburgs Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Karen Pein, erwartet. Es ist ein würdiger Auftakt für eine Veranstaltung, die nicht nur zurückblickt, sondern nach vorn führt.

NordBau 2025 – ein Pflichttermin für die Branche

Mit jährlich rund 50.000 Besuchern, mehr als 50 Seminaren – die Hälfte davon anerkannt als Fortbildung durch die Architekten- und Ingenieurkammer Schleswig-Holstein – und ihrer Rolle als wichtigste Kompaktbaumesse im nördlichen Europa behauptet die NordBau ihre Stellung als zentrale Plattform für Innovation und Austausch. Hier treffen öffentliche und private Bauherren auf Hersteller, Planer auf Ausführer, Ideen auf Realisierung. Und genau das macht ihren Erfolg aus – seit sieben Jahrzehnten.

Die Zukunft der Baubranche: Elektrische Antriebe und innovative Lösungen

Alternative Antriebe sind nur eine Initiative der Baubranche, trotz Krise neue Wege für eine nachhaltige Zukunft zu finden. Elektro-Motoren, Wasserstoffmotoren und Hybridantriebe werden immer mehr entwickelt, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren und CO2-Neutralität zu erreichen. Doch damit stößt der Innovationsgeist der Branche noch lange nicht am Ende.

Neue Wege aus der Baukrise

Deutschland steht im Jahr 2025 vor einer seiner tiefgreifendsten wirtschaftlichen Herausforderungen: der anhaltenden Baukrise. Was sich schon in den Vorjahren abzeichnete, hat sich nun zu einem Flächenbrand entwickelt – mit dramatischen Folgen für Wohnungsbau, Infrastrukturprojekte und den sozialen Zusammenhalt. Bauunternehmen bremsen Investitionen, Projekte werden gestrichen, Mieter suchen vergeblich nach bezahlbarem Wohnraum. Die Krise ist nicht länger ein Problem einzelner Branchen – sie ist ein gesamtgesellschaftliches Thema geworden.

Chancen für die Bauwirtschaft

Die Baubranche durchlebt derzeit eine ungewöhnlich Krise, die viele Unternehmen mit Sorgen und Unsicherheit erfüllt. Die Ursachen sind vielfältig: Angefangen bei einer schwächelnden Konjunktur bis hin zu politischen Unsicherheiten. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, Aufträge zu erfüllen und gleichzeitig die Zukunft ihrer Mitarbeitenden zu sichern. In dieser Zeit der Krise möchte das Baugewerbe Magazin die Stimme der Bauunternehmen stärken und hat die Aktion BauZukunft ins Leben gerufen. Ziel dieser Initiative ist es, den Unternehmen ein Forum zu bieten, um ihre Wünsche und Forderungen an Politik und Gesellschaft zu kommunizieren.

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