Baumaschinen und Nutzfahrzeuge
Shell: Mit alternativen Kraftstoffen zu einer umweltfreundlicheren Bauwirtschaft
Umweltschutz wird ein immer drängenderes Thema für Baustellenbetreiber. Der Druck, nachhaltiger zu handeln kommt dabei von allen Seiten: von Anwohnern, Auftraggebern und der Politik. Eine entscheidende Stellschraube sind dabei die Fahrzeuge und Maschinen, die tagtäglich auf und neben der Baustelle Höchstleistung bringen müssen. Sie werden in der Regel immer noch mit herkömmlichem Diesel betrieben und bieten daher ein großes Potenzial zur Emissionsminderung.
Derzeit sind vor allem batterieelektrische Lösungen in aller Munde – vom E-Lkw zum batterieelektrischen Bagger. Solange diese Fahrzeuge jedoch noch in ihrer Einsatzfähigkeit eingeschränkt und mit hohen Kosten verbunden sind, müssen sich Baustellenbetreiber nach Alternativen umschauen. Diese können verschiedene biogene oder synthetische Dieselalternativen sein. Im Gegensatz zur Elektrifizierung erfordern sie keine kostspieligen Investitionen in neue Maschinen, Fahrzeuge und die entsprechende Infrastruktur, sondern sind direkt einsetzbar.
CO2-Emissionen senken – auf der Straße und der Baustelle
Eine innovative Möglichkeit, den CO2-Ausstoß von konventionellem Diesel zu senken, ist die Beimischung biogener Kraftstoffkomponenten wie bei Blue Diesel. Dieser alternative Kraftstoff wurde von Shell gemeinsam mit Volkswagen, der Hochschule Coburg und weiteren Projektpartnern wie Neste entwickelt und ermöglicht CO2-Einsparungen von mindestens 22 Prozent. Erreicht wird dies durch die Kombination von 67 Prozent Premiumdiesel mit bis zu 33 Prozent regenerativen Anteilen. Dieser Anteil setzt sich dabei aus sieben Prozent Biodiesel und 26 Prozent paraffinischem Kraftstoff zusammen und wird ausschließlich aus Rest- und Abfallstoffen hergestellt.
Das Ziel bei der Entwicklung von Blue Diesel war es, einen Kraftstoff zu entwickeln, der die bekannte Leistungsfähigkeit von Diesel mit CO2-mindernden Eigenschaften verbindet. Gleichzeitig sollte er die Dieselnorm DIN EN 590 erfüllen, um ihn für alle Anwendungsbereiche von Dieselmotoren einsetzen und auch an der Tankstelle vertreiben zu dürfen. Neben der Direktbelieferung ist Blue Diesel von Shell somit auch an mehreren Tankstellen erhältlich. Neben der Beimischung in Dieselkraftstoffen können paraffinische Kraftstoffe auch in Reinform eingesetzt werden. Sie ermöglichen noch höhere Emissionseinsparungen, entsprechen aber aufgrund ihrer geringeren Dichte der DIN EN 15940 und nicht der Dieselnorm DIN EN 590.
Mit paraffinischen Kraftstoffen lokale Emissionen auf der Baustelle reduzieren
Paraffinische Kraftstoffe bieten viele Vorteile für Baustellenbetreiber, je nachdem ob sie auf biogener Basis wie hydriertes Pflanzenöl (HVO), strombasiert wie E-Fuels oder aus Erdgas (Gas-to-Liquids – GTL) hergestellt werden. So verbrennen erdgasbasierte paraffinische Kraftstoffe wie Shell GTL Fuel deutlich sauberer als herkömmlicher Diesel und können so dazu beitragen, lokale Emissionen wie Stickoxide und Feinstaub sowie Lärmemissionen von Baumaschinen zu reduzieren – je nach Motor und Bedingungen um bis zu 20 Prozent (bei NOx).
Zudem ist Shell GTL Fuel ungiftig und leicht biologisch abbaubar – ein entscheidender Vorteil gegenüber konventionellem Diesel, falls der Kraftstoff unvorhergesehen ausläuft oder man mit ihm in Berührung kommen sollte. Im Gegensatz zu strombasierten Alternativen wie E-Fuels, die noch nicht in großen Mengen produziert werden können, ist eine ausreichende Produktionsmenge von Shell GTL Fuel bereits heute verfügbar. Auch die Leistung spielt eine entscheidende Rolle, wie der Magdeburger Bauunternehmer Tilo Geistlinger bestätigt: „Nur, wenn die Maschinen laufen, verdienen wir Geld. Und sie laufen mit Shell GTL Fuel absolut einwandfrei und ohne Leistungsverluste.“
Biogene paraffinische Kraftstoffe in Reinform wie HVO oder HEFA (Hydroprocessed
Esters and Fatty Acids) können in Zukunft eine wichtige Rolle bei der Dekarbonisierung des Baustellenbetriebs spielen. In den Niederlanden können Shell Kunden beispielsweise bereits Shell Renewable Diesel tanken. Dieser Kraftstoff ermöglicht CO2e-Emissionseinsparungen von bis zu 90 Prozent im Vergleich zu konventionellem Diesel und kann wie Shell GTL Fuel auch zur Senkung lokaler Emissionen beitragen. Obwohl paraffinische Kraftstoffe nicht der Dieselnorm DIN EN 590 sondern der DIN EN 15940 entsprechen, verfügen sie mittlerweile über Freigaben zahlreicher Motoren- und Fahrzeughersteller. Allerdings dürfen sie bisher nur per Direktbelieferung und nicht an öffentlichen Tankstellen vertrieben werden – anders als etwa in den Niederlanden.












