Erneuerung

Ingrid Wutz,

Historisches Silo 1 im Stadthafen entsteht in alter Gebäudehülle neu

Im Innern erfolgen Abbruch und unmittelbarer Neubau abschnittsweise

Nach dem Dachrückbau bis zur Traufe sind die Siloschächte des alten Getreidespeichers gut erkennbar. Diese werden abschnittsweise abgebrochen. Jeweils unmittelbar darauf erfolgt der Neubau von Decken und Trennwänden. © Groth & Co.

In Alt mach Neu – unter dieser Formel zusammengefasst realisiert die Groth & Co. Bauunternehmung GmbH gegenwärtig eines der spektakulärsten Bauprojekte in Rostock. Vom Bauherrn, der eno energy Grundbesitz GmbH & Co. KG, einer Tochter des Rostocker Windenergieanlagen-Herstellers eno energy GmbH, ist die in Rostock ansässige Baufirma Groth mit den Abbruch- und Rohbauarbeiten am historischen Silo 1 im Stadthafen beauftragt worden. In dem 1938 fertiggestellten Getreidespeicher entsteht bis 2025 ein moderner Bürokomplex samt Shops und einem Restaurant. Die Sanierung erfolgt unter der Maßgabe, dass die Gebäudehülle des alten Speichers erhalten bleibt.

„Das Projekt ist besonders herausfordernd, weil der gesamte Bauablauf darauf ausgerichtet ist, die Statik des zu erhaltenden äußeren Baukonstrukts nicht zu gefährden“, sagt Bauleiter Stephan Hehl. So war eine komplette einzügige Entkernung des über lange Zeit ungenutzten Altbaus ausgeschlossen. Ein speziell erstelltes Rückbau-Konzept sieht eine abschnittsweise Sanierung vor. „Jedes Geschoss ist in acht Abschnitte aufgeteilt“, erläutert Bauleiter Hehl. „In jedem dieser Baubereiche erfolgt nach dem Abbruch sofort der Neubau. So arbeiten wir uns vom Keller- bis ins Dachgeschoss peu à peu nach oben.“ Zu Jahresbeginn 2023 war mit den Abbrucharbeiten begonnen worden. Dabei wurden das Dach bis zur Traufe rückgebaut, die Verklinkerung des Mauerwerks entfernt und die Gebäudehülle mit Stahlträgern gesichert.

Anzeige
Das alte Gemäuer hielt nach der Entfernung der Verklinkerung einige Überraschungen bereit, zum Beispiel eingebaute Stahlbewehrungen. © Groth & Co.

„Da keine Bauzeichnungen mehr existieren, müssen wir vor allem bei den Arbeiten am alten Gemäuer sehr umsichtig vorgehen“, hebt Polier Detlef Wandschneider hervor. Um die neuen Geschossdecken mit der bestehenden Bausubstanz zu vereinen, werden unter anderem zahlreiche Bohrungen eingebracht. In diese werden Stahlanker eingeklebt, die dann mit der Bewehrung der Betondecken verbunden werden. Rund 2000 dieser Ankerverbindungen sind für das gesamte Gebäude nötig. Inzwischen sind Polier Wandschneider und seine Kollegen im zweiten Obergeschoss angelangt. Über dem ersten Bauabschnitt auf dieser Etage wird in diesen Tagen die Betondecke geschüttet. Damit ist die Oberkante der Gebäudehülle erreicht. Gut zu erkennen sind in luftiger Höhe die insgesamt 15 Speicherschächte des Silos, welche ohne Zwischendecken bis ins Erdgeschoss hinabreichen.

Wenn der Rohbau im Innern fertiggestellt ist, werden in das umhüllende alte Mauerwerk die Öffnungen für die geplanten Fenster und Türen des Bürokomplexes hineingeschnitten. Der Speicher erhält einen neuen Dachaufbau, der in der Geometrie dem originalen Dach entspricht. Noch dieses Jahr sollen die Rohbauarbeiten am Silo 1 abgeschlossen werden. Um möglichst Verzögerungen zu vermeiden, „sind wir ständig in Kontakt mit den Planern von der PMR Projektmanagement Rostock GmbH sowie dem Statik-Büro und beraten vor Ort über auftretende bautechnische Probleme, die bei einem solchen speziellen Objekt nicht auszuschließen sind“, betont Bauleiter Hehl die Besonderheit des Projektes Silo 1.

In Rostock ist die Groth & Co. Bauunternehmung derzeit unter anderem auch mit dem Anbau für die Notaufnahme im Südstadt-Klinikum beauftragt. In der im Jahr 1990 gegründeten Firma arbeiten aktuell 174 Beschäftigte. Mit einem Jahresumsatz von ca. 40 Millionen Euro gehört Groth zu den größten Betrieben der Baubranche in Mecklenburg-Vorpommern.

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Jetzt Newsletter abonnieren