Nachhaltigkeit
Photovoltaik-Thermie-Anlage und Wärmepumpe im Einfamilienhaus
Die Kombination aus Photovoltaik-Thermie-Anlage, Wärmepumpe und intelligentem Energiemanagement gilt im Baugewerbe zunehmend als Schlüsseltechnologie für energieeffiziente Gebäude. Ein aktuelles Projekt der Wärme aus der Natur Niemann GmbH & Co. KG zeigt, wie sich diese Technologien im Bestand und bei Sanierungen praxisnah umsetzen lassen.
Bei einem Einfamilienhaus im niedersächsischen Maschen wurde eine integrierte Energielösung realisiert, die erneuerbare Energiequellen miteinander verknüpft und zugleich hohe Eigenversorgungsquoten ermöglicht. Im Zentrum des Systems stehen PVT-Hybridkollektoren der TWL-Technologie GmbH, die gleichzeitig Strom und Wärme erzeugen. In Verbindung mit einer leistungsstarken Wärmepumpe, einem Batteriespeicher und einem ergänzenden Holzkessel entstand ein hybrides Energiesystem, das fossile Heiztechnik vollständig ersetzt.
Das Projekt zeigt exemplarisch, wie Bauunternehmen und Fachplaner komplexe Energiesysteme in Ein- und Zweifamilienhäusern technisch sinnvoll integrieren können.
Photovoltaik-Thermie-Anlage als zentrale Energiequelle
Herzstück der Anlage sind 44 gedämmte PVT-Hybridkollektoren des Typs PRISMA PVT 3.0 der TWL-Technologie GmbH. Diese Module erzeugen gleichzeitig elektrische und thermische Energie und ermöglichen damit eine besonders effiziente Nutzung der verfügbaren Dachfläche.
Der erzeugte Solarstrom wird im Gebäude direkt verbraucht oder in einem Batteriespeicher mit einer Kapazität von 90 Kilowattstunden gespeichert. Dadurch steigt der Eigenstromanteil deutlich, was insbesondere für den Betrieb der Wärmepumpe wirtschaftliche Vorteile bietet.
Parallel dazu erzeugen die PVT-Module thermische Energie. Diese wird als Wärmequelle direkt der Sole-/Wasser-Wärmepumpe zugeführt. Das Energiemanagement ist in der Regelung des Wärmepumpensystems integriert und koordiniert Stromerzeugung, Speicherbetrieb und Wärmeerzeugung.
Der entscheidende Vorteil dieses Konzepts liegt in der stabilen Wärmequelle. Selbst bei niedrigen Außentemperaturen kann die Wärmepumpe auf die von den PVT-Kollektoren bereitgestellte Umweltenergie zugreifen und so effizient arbeiten.
Nutzung der Solarwärme während der Badesaison
Die thermische Energie aus der Photovoltaik-Thermie-Anlage wird im Jahresverlauf flexibel genutzt. Zwischen März und Oktober spielt dabei das zum Gebäude gehörende Schwimmbad eine zentrale Rolle.
Während der Badesaison wird das Becken dauerhaft auf etwa 30 Grad Celsius temperiert. In den Sommermonaten liefern die PVT-Kollektoren Soletemperaturen von bis zu 60 Grad Celsius. Die erzeugte Wärme kann in dieser Zeit direkt über einen Wärmetauscher in das Beckenwasser übertragen werden.
In den Übergangszeiten, wenn die Temperaturniveaus der Kollektoren geringer sind, wird die Sole stattdessen der Wärmepumpe zugeführt. Diese hebt die Temperatur entsprechend an und sorgt weiterhin für eine stabile Beheizung des Pools.
Schwimmbad als saisonaler Wärmespeicher
Außerhalb der Badesaison übernimmt das Schwimmbecken eine zusätzliche Funktion im Gesamtsystem. Das rund 100.000 Liter fassende Becken wird dann als saisonaler Wärmespeicher genutzt.
Im Sommer und Herbst eingebrachte thermische Energie bleibt über längere Zeit im System verfügbar. Während der Heizperiode entzieht die Wärmepumpe dem Wasser diese gespeicherte Wärme und nutzt sie als Energiequelle. Durch diese Strategie können über längere Zeit hohe Quelltemperaturen erreicht werden, was sich positiv auf den Wirkungsgrad der Anlage auswirkt.
Auch im Winter trägt die Photovoltaik-Thermie-Anlage zur Stabilisierung der Wärmequelle bei. Aufgrund der gedämmten Bauweise der PVT-Kollektoren können selbst bei niedrigen Außentemperaturen Soletemperaturen von bis zu 15 Grad Celsius in das Becken eingespeist werden.
Bivalentes System erhöht Versorgungssicherheit
Das Energiesystem ist bewusst bivalent ausgelegt. Neben der Wärmepumpe ergänzt ein Scheitholzkessel die Anlage und stellt bei Bedarf zusätzliche Heizleistung bereit.
Damit entsteht eine robuste Kombination aus erneuerbaren Energiequellen und regional verfügbaren Brennstoffen. Gerade im Baugewerbe gewinnt diese Art der hybriden Energieversorgung zunehmend an Bedeutung, da sie sowohl Versorgungssicherheit als auch Flexibilität in der Betriebsstrategie ermöglicht.
Das Projekt ist Teil einer umfassenden Gebäudesanierung. Neben der neuen Heiztechnik wurden auch eine Regenwassernutzungsanlage sowie eine Ladeinfrastruktur für ein Elektrofahrzeug installiert.
Bedeutung für Bauunternehmen und Energieplanung
Das Praxisprojekt der Wärme aus der Natur Niemann GmbH & Co. KG verdeutlicht, wie sich eine Photovoltaik-Thermie-Anlage der TWL-Technologie GmbH mit einer Wärmepumpe zu einem leistungsfähigen Energiesystem kombinieren lässt. Besonders im Segment Einfamilienhaus entstehen dadurch neue Möglichkeiten für energieautarke Gebäudekonzepte.
Für Bauunternehmen, Projektentwickler und Fachplaner zeigt das Beispiel, dass integrierte Energiesysteme nicht nur technisch realisierbar sind, sondern auch im Bestand eine wirtschaftlich interessante Option darstellen können.
Solche Praxislösungen verdeutlichen, wie sich erneuerbare Energien, Speichertechnik und moderne Gebäudetechnik im Bauwesen sinnvoll verzahnen lassen – ein Thema, das für die Branche in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen dürfte.













