Universitätsgebäude
Ulma-Systeme: „Mega" für „nano"
An der Universität Münster entsteht derzeit ein außergewöhnliches Bauprojekt für den Fachbereich Physik. Der Ersatzneubau Institutsgruppe 1 soll zukunftsweisende Forschung und moderne Lehre in den Nanowissenschaften und der Quantentechnologie ermöglichen.
Die besonderen Anforderungen an das Gebäude erfordern einen nahezu schwingungsresistenten Baukörper, der gegen tieffrequente magnetische Felder abschirmt. Um dies zu erreichen, kommen große Mengen an Schalungslösungen der Ulma Construction GmbH und Massen von Ortbeton zum Einsatz. Das Projekt umfasst ein Ensemble aus drei Gebäuden in zwei Baukörpern: ein fünfgeschossiges Hörsaal- und Seminargebäude, ein sechsgeschossiges Institutsgebäude und ein dreigeschossiges Werkstattgebäude.
Die Rohbauarbeiten begannen im September 2023 durch die AUG. Prien Bauunternehmung GmbH & Co. KG. ULMA-Vertriebsmitarbeiter Bernd Gielnik betont die Einzigartigkeit des Projekts hinsichtlich des Material- und Schalungseinsatzes. Um später Messungen im Nano-Bereich zu ermöglichen, wird außergewöhnlich viel massiver Beton verwendet.
Dies erfordert entsprechend hohe Schalungsmengen und eine intensive Logistik- und Planungsleistung. Die Schwingungsresistenz des Gebäudes wird durch das Prinzip der "Trägheit der Masse" erreicht. Selbst kleine Wände werden in Ortbeton ausgeführt, um externe Vibrationen zu minimieren. Besonders anspruchsvoll sind die Laserlabore und Nanomikroskopie in den Untergeschossen, wo spezielle bautechnische Anforderungen gelten.
Klaus Naschinski, Projektleiter bei AUG. Prien, hebt eine besondere bautechnische Raffinesse hervor: "Für einen Raum des Bauteils, der sich in einem noch einmal eigens vertieften Bereich zwölf Meter unter der Erde befindet, wird außerdem ein spezielles Trägheitsfundament mit Luftkissen erstellt. Dieser Raum ist komplett ferromagnetisch gelöst. Anstelle einer Bewehrung aus Betonstahl wird hier Glasfaserbewehrung verwendet."
Die enge Zusammenarbeit zwischen AUG. Prien und Ulma ermöglichte die Bewältigung komplexer Herausforderungen, wie die Erstellung der Außenwände im Untergeschoss mit variierenden Höhen. Oberpolier Paulo dos Reis Silva lobt die Kommunikation: "Ulma hat im Vorfeld einen maßgeschneiderten Vorschlag vorgelegt, wie die unterschiedlich hohe Außenwand einhäuptig in zwei Abschnitten hergestellt werden kann. Während der Arbeiten mussten wir die Planung naturgemäß immer wieder anpassen.
Dabei waren die Ulma-Mitarbeiter eine große Hilfe. Wir haben uns ideal ergänzt." Die Fertigstellung des Rohbaus ist für 2025 geplant. Nach Ausbau und Inbetriebnahme wird die neue Institutsgruppe ein wichtiger Baustein des naturwissenschaftlichen Zentrums in Münster sein, das sich zu einem Wissensquartier mit hoher Aufenthaltsqualität entwickeln soll.

















