zuruck zur Themenseite

Artikel und Hintergründe zum Thema

Paroc treibt Dekarbonisierung der Steinwolleproduktion voran

Damir Mioc,

CO₂-effiziente Herstellung durch elektrische Schmelztechnologie

Diese Maßnahmen bilden zentrale Bestandteile der Unternehmensstrategie von Paroc und sind die Antwort auf die steigenden Anforderungen der Bau- und Baustoffindustrie an klimafreundliche Produktionsprozesse.

Vom Rohstoffhandling über den Schmelzprozess bis zur Endfertigung werden alle Produktionsschritte auf Energieeffizienz und Emissionsreduktion geprüft © OC Paroc

Steinwolle-Dämmstoffe tragen über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes zur Energieeinsparung bei. Gleichzeitig ist ihre Herstellung besonders energieintensiv – vor allem der Schmelzprozess der mineralischen Rohstoffe. Dies erfolgt traditionell in koksbetriebenen Kupolöfen, die hohe CO₂-Emissionen verursachen und nur begrenzte Flexibilität in der Prozesssteuerung ermöglichen. Eine interne Analyse der Produktionsabläufe bei Paroc zeigte, dass der Schmelzprozess die Hauptquelle der Emissionen darstellt. Auf Basis dieser Erkenntnis hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren eine umfassende technologische Strategie entwickelt, um die Emissionsintensität der Produktion zu reduzieren.

Die Einführung und Skalierung elektrischer Schmelzöfen stellt den wohl tiefgreifendsten Schritt der Produktionsumstellung dar. Im Gegensatz zu Kupolöfen basiert das elektrische Schmelzen nicht auf fossilen Brennstoffen, sondern auf Stromzufuhr und ermöglicht somit einen vollständig anderen energetischen Ansatz. Besonders deutlich wird der Vorteil, wenn der Strom aus erneuerbaren Energiequellen stammt. Unter diesen Bedingungen lassen sich die CO₂-Emissionen des Schmelzprozesses um bis zu 80 Prozent reduzieren.

Anzeige

Paroc betreibt derzeit drei elektrische Schmelzöfen – eine Anlage in Finnland und zwei in Polen. Sie sind in den laufenden Produktionsbetrieb integriert und bilden die Basis für eine weitreichende Transformation der Steinwolleherstellung. Ergänzend wird in Schweden derzeit die neue „Natura Line“ errichtet – eine Produktionslinie, die vollständig auf diese CO₂-arme Schmelztechnologie ausgelegt ist und damit die Fortsetzung der strategischen Elektrifizierung markiert.

Der technologische Wandel ist jedoch nur ein Teil der Emissionsreduktion. Ebenso entscheidend ist die Energiequelle selbst, mit der die elektrischen Öfen betrieben werden. Während Finnland und Schweden bereits seit Jahren Strom aus erneuerbaren Energien beziehen, war dies in Polen zunächst nicht der Fall. Die dortige Stromerzeugung basiert traditionell zu großen Teilen auf Kohle, was die CO₂-Bilanz trotz elektrischer Öfen beeinträchtigte. Um dies zu ändern, initiierte Paroc eine umfangreiche Prüfung verschiedener Energiebezugsmodelle und entschied sich im Jahr 2021 für ein Virtual Power Purchase Agreement (VPPA) mit Octopus Renewables. Seit Anfang 2022 erfolgt die Versorgung der beiden polnischen Elektroschmelzanlagen vollständig mit Strom aus Windenergie. Allein durch diese Umstellung konnten die Emissionen der europäischen Paroc-Steinwolleproduktion um etwa 30 Prozent reduziert werden.

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
zurück zur Themenseite
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Jetzt Newsletter abonnieren