BIM

Petra Born,

Baubeginn mit einem individuellen Plansite-Modell

Die Verknüpfung unterschiedlicher Fachdisziplinen ist vor allem bei komplexen Planungsaufgaben essenziell. Diesen integralen Planungsprozess bildet Plansite vollumfänglich mittels Building Information Modelling (BIM) ab.

Ein zentraler Vorteil von BIM ist, dass sich einmal erstellte Daten mehrfach für unterschiedliche Zwecke nutzen lassen. © Plansite /Martin Steffen

Das Planungsunternehmen Plansite hat in Sachen BIM viel Erfahrung aus bereits realisierten Projekten. Das Team geht mit Materialverständnis und materialübergreifendem Denken an ein Projekt. Bereits in der frühen Projektphase erfolgt die Betrachtung der Ökobilanz; in der Ausführungsphase steht die spätere Nutzung im Fokus. Ein zentraler Vorteil der modellbasierten Planungsmethode ist, dass sich einmal erstellte Daten mehrfach für unterschiedliche Zwecke – beispielsweise für den Gebäudebetrieb – nutzen lassen.

Im ersten Schritt klärt das Planungsunternehmen gemeinsam mit dem Auftraggeber, was mit BIM abgebildet werden soll. Der Detaillierungsgrad richtet sich nach den gewünschten Anwendungsfällen: Wird das Modell im Anschluss an den Betreiber übergeben, sollte es die notwendige Informationstiefe bieten; sie wird deshalb im Vorfeld mit dem Auftraggeber definiert. Die spätere Gebäudebewirtschaftung, eine angestrebte Zertifizierung der DGNB oder eine Anbindung an die Materialplattform Madaster sind Faktoren, die unter Umständen Einfluss auf die Modellerstellung haben. Daher werden sie frühzeitig einbezogen und berücksichtigt. Das so entstandene BIM-Lastenheft umfasst schließlich die Informationsbedürfnisse des Auftraggebers (AIA= Auftraggeber-Informations-Anforderungen) und dient als Grundlage für den BIM-Abwicklungsplan (BAP); dieser Plan umfasst organisatorische Strukturen und Verantwortlichkeiten.

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Modell entsteht aus verschiedenen Quellen

Gemäß des Informationsbedarfs (LOIN = Level of Information Need) folgt die eigentliche BIM-Modellierung auch der einzelnen Fachmodelle. Plansite nutzt Daten aus zehn eigenen Autoren-Systemen sowie Quellen externer Planungspartner in einer Open-BIM-Umgebung. All diese Daten sind letztlich in ein Modell zu überführen. Plansite löst dies über verschiedene BIM-Managementtools. Im gemeinschaftlichen Kollaborationsmodell erfolgt die Qualitätsprüfung – beispielsweise auf mögliche Kollisionen (Clash Detection). Anschließend werden unter anderem Termine hinterlegt (Zeit = 4D). Aus den BIM-Daten lassen sich auch Massen einzelner Gewerke ermitteln oder sie mit dem entsprechende Leistungsverzeichnis verknüpfen und diese für die Angebotserstellung nutzen. Dadurch sind präzise Kostenaussagen möglich. Materiallisten können einfach exportiert werden und die Basis für den Bestellvorgang liefern. An dieser Stelle lassen sich auch Ökobilanz-Kennwerte ermitteln.

Vom Modell in den praktischen Gebäudebetrieb

Die Kenntnis der praktischen, strukturierten Bauabläufe ist Grundlage für die Modellerstellung. Plansite erstellt Daten für die Ausführungsplanung, um sie für die Produktion und Montage zu nutzen. Dies umfasst beispielsweise Daten für die Logistik, den Bauteilstatus sowie die Produktionsplanung. Mit Hilfe digitaler Messtechnik lässt sich der Informationsfluss auf der Baustelle merklich verbessern – hierdurch sind sowohl modellbasierte Daten zur Baustelle (BIM to Field) als auch umgekehrt (Field to BIM) übertragbar.

Auch die Planung aller Gewerke der technischen Gebäudeausrüstung erfolgt mittels BIM und wird in das Kollaborationsmodell überführt. Hier erfolgt die Qualitätsprüfung – etwa auf mögliche Kollisionen. © Plansite

Werden baubegleitend Änderungen in das Modell zurückgespielt, wird das Modell zum Abbild des tatsächlich gebauten Zustands. So lässt es sich bei späteren Instandhaltungsmaßnahmen, nachträglichen Installationen und Ähnlichem noch besser nutzen. An dieser Stelle können sowohl das Bautagebuch als auch ein Mängelmanagement mittels BIM abgebildet werden. Daten, die Einfluss auf den späteren Gebäudebetrieb haben, können ebenfalls in das Modell integriert werden – beispielsweise Daten des Anlagenkennzeichnungssystems.

Gemäß Informationsbedarf (LOIN = Level of Information Need) folgt die eigentliche BIM-Modellierung auch der einzelnen Fachmodelle. © Plansite

Im Rahmen des BIM-Managements eröffnet Plansite weitere Möglichkeiten für den Gebäudebetrieb, denn die Daten sind für das CAFM-System (Computer Aided Facility Management) nutzbar. Die Planer bieten hierzu eine Webinterface-Lösung mit angepasster Nutzeroberfläche für das Facility-Management an. Die verknüpften Informationen unterstützen wesentlich dabei, dass die Betreiberpflichten erfüllt werden. Das gilt beispielsweise für wiederkehrende Aufgaben wie die Wartung des Krans, der Feuerlöscher und Rauchmelder. Aber auch grundlegende Informationen für das Flächenmanagement werden hinterlegt.

Neben der Modellierung für den Neubau übernehmen die Planer auch das Nachqualifizieren von Gebäuden im Bestand; so stehen den Betreibern alle Informationen umfassend zur Verfügung.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe 3/23

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