Gastbeitrag

Jannik Böhner/Robert Falkenstein/Kai Ingmar Link,

Datenbrillen bereichern die SHK-Arbeit

Was sind Datenbrillen? Dieser Frage gehen Jannik Böhner und Robert Falkenstein vom Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk in ihren Gastbeitrag nach.

Datenbrillen können auch zur Steuerung von Drohnen eingesetzt werden. © Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk

Datenbrillen verwenden Augmented Reality (Erweiterte Realität, AR). Im Gegensatz zu Virtual Reality (Virtuelle Realität, VR) betrachtet man durch eine AR-Datenbrille keine komplett digitale Welt, sondern eine Mischung aus realer Umgebung und 3D-Modellen, so wie in Abbildung 1 verdeutlicht.

Was bringen Datenbrillen im SHK-Bereich?

Mitarbeitende in SHK(Sanitär-Heizung-Klima)-Betrieben müssen eine Vielzahl an Geräten der verschiedensten Hersteller installieren und warten. Eine gute Schulung für diese Geräte ist daher unabdingbar. Je komplexer die Geräte aber werden, desto höher ist der Schulungsaufwand. Außerdem befinden sich viele ältere Geräte im Bestand der Kundschaft, die gewartet werden müssen. Sollte die letzte Installation schon länger zurückliegen, bedeutet das in der Praxis oft: Betriebsanleitungen wälzen.

Genau hier können Datenbrillen auf zwei Arten helfen. In beiden Fällen liegt der Vorteil darin, dass durch die Brille die Daten direkt im Sichtfeld eingeblendet werden und dabei die Hände frei bleiben:

1. Echtzeit-Anleitungen für die Montage von Geräten: Hier hat zum Beispiel das Projekt "Handwerksgeselle 4.0" im SHK-Bereich gezeigt, was mit Datenbrillen möglich ist. Ein Video auf YouTube erklärt etwa, wie Datenbrillen bei der Montage einer Duschkabine unterstützen.

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2. Fernsupport: Über die eingebaute Kamera der Datenbrille kann sich ein Servicemitarbeiter der Firma, die das zu wartende Gerät gebaut hat, bei Problemen dazuschalten. Dadurch wird eine schnellere Umsetzung erreicht. Der Servicemitarbeiter erhält per Videostream mehr Informationen als bei einem Telefonat und kann sich die Anfahrt sparen. Hier sind die Gerätehersteller gefordert, entsprechende neue Serviceleistungen anzubieten. Im Bereich Maschinenbau gibt es bereits erste Firmen, die entsprechende Supportlösungen für Betriebe, die Datenbrillen einsetzen, zur Verfügung stellen.

Sind Datenbrillen teuer?

Das kommt auf die genaue Umsetzung an. Die meisten Datenbrillen liegen in der Anschaffung zwischen 1.000 bis 3.000 Euro. Das sind die reinen Kosten für die Brille. Abhängig davon, wie die Brille genau eingesetzt werden soll, kommen zusätzlich Softwarekosten hinzu. Wenn die Datenbrille zum Beispiel für die Ausbildung genutzt wird und dafür eigene Schulungsszenarien erstellt werden sollen, können die Kosten in Kooperation mit einem entsprechenden Gaming- beziehungsweise VR/AR-Studio im fünfstelligen Bereich liegen. Durch die zunehmende Verbreitung der AR-Technologie wird es in den nächsten Jahren aber auch kostenfreie Open-Source-Lösungen geben. Es lohnt sich daher, von Zeit zu Zeit zu überprüfen, ob neue Anwendungen und Möglichkeiten zur Verfügung stehen.

Wenn ein Gerätehersteller die Fernwartung mit Datenbrille anbietet, bestimmt der Hersteller das Geschäftsmodell dahinter. Die Spanne kann hier von einem kostenlosen Support für den SHK-Betrieb (immerhin spart sich die Herstellerfirma die Anfahrt) bis zu monatlichen Gebühren je Nutzung reichen.

Übrigens: Am Schaufenster Bayreuth des Mittelstand-Digital Zentrums Handwerk stehen sowohl AR- als auch VR-Brillen für Tests bereit. Besuchen Sie uns also gerne und lassen Sie sich über die Möglichkeiten aufklären.

Deutschlandweiter Partner bei der Digitalisierung im Handwerk

Das Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk unterstützt Handwerksbetriebe und Handwerksorganisationen seit 2016 dabei, die Chancen digitaler Technologien, Prozesse und Geschäftsmodelle zu nutzen – kostenfrei, anbieterneutral und deutschlandweit.

Das Zentrum bietet praxisnahe Ratgeber, hilfreiche Seminare und interaktive Tools zu zentralen Digitalisierungsthemen im Handwerk sowie einen einzigartigen Digitalisierungscheck. Regionale Technologie-Erlebniswelten laden zum Ausprobieren ein. ExpertInnen unterstützen Betriebe mit vielfältigen Innovations- und Umsetzungsformaten und stehen für Fragen bereit. Mit dem monatlichen Newsletter bleiben Handwerksbetriebe jederzeit top informiert.

Dieser Gastbeitrag erschien zuerst in Ausgabe 10_23.

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