Interview: Digitale Modellierung
Effektive Kommunikation zwischen den Projektbeteiligten
Die Otto Höttcke GmbH & Co. KG in Werne gab bei Brüninghoff eine Ausstellungshalle in Auftrag. mikado sprach mit Frank Steffens, Geschäftsführer der Brüninghoff GmbH & Co KG, über diese Holz-Hybrid-Halle und BIM.
Herr Steffens, wie hat Ihr Unternehmen den Bauherren überzeugt?
Frank Steffens: Für den Bauherren war sicherlich unsere langjährige Erfahrung im Bereich des industriell vorgefertigten Bauens wichtig. Die Materialkombination, die wir in Werne umgesetzt haben, spiegelt auch unsere Kompetenz in der Hybridbauweise wider. Zudem haben wir bereits an anderer Stelle gezeigt, dass wir sowohl ökologische als auch ökonomische Anforderungen berücksichtigen – und somit der passende Partner sind für das Realisieren von Gebäuden, die auf die Verwendung nachhaltiger Materialien und an den Cradle-to-Cradle-Ansatz ausgerichtet sind.
Welche Vorteile hatte die Hybridbauweise in diesem konkreten Fall?
Die Hybridbauweise ermöglichte es uns, die Vorteile verschiedener Materialien optimal zu nutzen. Holz bietet eine hohe Tragfähigkeit und Ästhetik, während Beton für Stabilität sorgt. Diese Kombination führte zu einer wirtschaftlichen Tragwerkskonstruktion, die große Spannweiten ermöglicht und gleichzeitig eine hohe Funktionalität bietet. Zudem konnten wir durch den Einsatz vorgefertigter Elemente die Bauzeit erheblich verkürzen.
Wie lief die Umsetzung mit BIM im Detail ab?
Building Information Modeling (BIM) spielt eine zentrale Rolle – sowohl bei der Planung als auch bei der Umsetzung. Plansite, unser Planungs-Spin-Off, übernahm die Ausführungsplanung und nutzte BIM, um den Prozess effizient zu gestalten. Dies ermöglichte eine nahtlose Integration aller Planungsphasen und eine effektive Kommunikation zwischen den Projektbeteiligten. Die modellbasierte Planungsmethode stellte sicher, dass alle relevanten Daten für den Gebäudebetrieb und zukünftige Nutzungsphasen verfügbar sind.
Welche Vorteile brachte BIM beim Projekt in Werne?
BIM bietet zahlreiche Vorteile: darunter eine verbesserte Planungsgenauigkeit und eine effizientere Koordination der Bauprozesse. Durch die digitale Modellierung konnten so bei dem Projekt in Werne potenzielle Probleme frühzeitig erkannt und behoben werden, was zu einer Reduzierung von Baufehlern und Nacharbeiten führte. Zudem erleichterte BIM die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Gewerken und trug zu einer reibungslosen Umsetzung des Projekts bei.
Wie weit sehen Sie Architekten bei BIM und wie weit schätzen Sie, dass die Zimmerer sind?
Als sowohl herstellende als auch planende und ausführende Unternehmensgruppe sehen wir große Vorteile von BIM in der Vermeidung redundanter Informationen. Aus der Planung heraus können wir Daten erzeugen, die quasi unmittelbar zur Ansteuerung der Maschinen – beispielsweise im Holzbau – dienen können. Zugleich erweist sich das digitale Modell als gewinnbringend für die Massenkalkulation. Brüninghoff profitiert somit an ganz vielen Stellen von BIM – diesen Effekt haben viele Planende nicht. Zwar hat hier eine Weiterentwicklung eingesetzt, aber wir sind immer noch häufig dafür zuständig, die externe Entwurfsplanung BIM-fähig zu gestalten. Viele Zimmerer befinden sich oft ebenfalls noch in der Anpassungsphase, da die Implementierung digitaler Werkzeuge in handwerklichen Berufen – zumindest in der Wahrnehmung vieler Marktakteure – eine größere Umstellung erfordert.
Herr Steffens, vielen Dank für diese Details!









