Digitalisierung

Max Kandler,

Jahresmitgliederversammlung der BIM Allianz 2026

Die Digitalisierung im Bauwesen entwickelt sich zunehmend zu einem entscheidenden Faktor für effiziente Planungs- und Realisierungsprozesse. Im Mittelpunkt der Jahresmitgliederversammlung der BIM Allianz 2026 standen deshalb zentrale Themen rund um die Weiterentwicklung von Building Information Modeling (BIM), neue Strukturen im Verband sowie praxisorientierte Lösungen für die digitale Zusammenarbeit zwischen Planenden, Auftraggebenden und weiteren Projektbeteiligten.

Ein wichtiger Punkt auf der Tagesordnung war die Wahl des neuen Gesamtvorstandes © Konstantin Gastmann/BIM Allianz, Berlin

Der Verband führender Architekturbüros mit Schwerpunkt auf der Digitalisierung von Planungsprozessen und dem Einsatz von BIM traf sich am 19. Juni 2026 zum Mitgliedertag im Deutschen Architekturzentrum (DAZ) in Berlin. Neben der Wahl eines neuen Gesamtvorstands präsentierte die BIM Allianz aktuelle Arbeitsprojekte, die unmittelbar auf die praktische Anwendung von BIM im Bauwesen einzahlen.

Neuer Gesamtvorstand der BIM Allianz stärkt breite fachliche Vertretung

Ein zentraler Bestandteil der Jahresmitgliederversammlung war die Wahl des neuen Gesamtvorstands. Die Mitglieder bestätigten damit eine neue Führungsstruktur, die die unterschiedlichen Perspektiven und Anforderungen innerhalb der Architekturlandschaft abbilden soll.

Der Gesamtvorstand setzt sich aus 11 bis 15 national und international tätigen Architekturbüros verschiedener Größenordnungen und Fachrichtungen zusammen. Ziel dieser breit aufgestellten Zusammensetzung ist es, die Interessen der Mitgliedsunternehmen umfassend zu vertreten und die strategische Ausrichtung der BIM Allianz weiterzuentwickeln.

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Die zukünftige Arbeit des Gremiums konzentriert sich insbesondere darauf, die Digitalisierung von Planung und Realisierung praxisgerecht weiter voranzutreiben. Dabei stehen klare Prozesse, nachvollziehbare Verantwortlichkeiten und anwendbare Standards für BIM-Projekte im Mittelpunkt.

Regelprozess BIM und HOAI: Mehr Klarheit für digitale Planungsleistungen

Die BIM Allianz sieht die bevorstehende Weiterentwicklung der HOAI und die stärkere Verankerung des Regelprozesses BIM als wichtige Grundlage für die zukünftige digitale Transformation der Baubranche.

Für Bauunternehmen, Planungsbüros und Projektverantwortliche gewinnt dabei vor allem die eindeutige Definition von BIM-Leistungen an Bedeutung. Klare Leistungsbilder, transparente Verantwortlichkeiten und eine angemessene Vergütung digitaler Planungsleistungen sind zentrale Voraussetzungen, damit BIM-Prozesse in der Praxis erfolgreich umgesetzt werden können.

Die Arbeit der BIM Allianz zielt darauf ab, die Anforderungen an digitale Planungsmethoden stärker zu strukturieren und Lösungen zu entwickeln, die sich im realen Projektalltag anwenden lassen.

Praxisnahe BIM-Projekte: Von Lebenszyklusanalysen bis zu Musterprozessen

Das Networking ist bei jeder Veranstaltung der BIM Allianz elementar. Denn der Verband ist eine Interessensvertretung aktiver Architekt*innen und Planer*innen, die ihr Know-how in den Verband einbringen und sich auf Augenhöhe miteinander austauschen. © Konstantin Gastmann/BIM Allianz, Berlin

Neben organisatorischen Themen standen bei der Jahresmitgliederversammlung auch aktuelle Fachprojekte der verschiedenen Arbeitsgruppen im Mittelpunkt.

Der Arbeitskreis Nachhaltigkeit arbeitet gemeinsam mit der RWTH Aachen an einer bauteilbezogenen Lebenszyklusanalyse (eLCA). Ziel ist es, ökologische Kennwerte systematisch in modellbasierte Planungsprozesse zu integrieren. Damit soll die Bewertung von Nachhaltigkeitsaspekten künftig stärker mit digitalen Planungsmethoden verbunden werden.

Auch rechtliche und organisatorische Fragestellungen spielen bei der BIM-Anwendung eine wichtige Rolle. Der Arbeitskreis Recht und Vertrag stellte die Kommentierung der Muster-AIA des Bundesbaus sowie einen Muster-BAP für den Regelprozess BIM vor. Diese Instrumente sollen dazu beitragen, Anforderungen an digitale Projektabläufe eindeutiger zu definieren und die Zusammenarbeit der Projektbeteiligten zu verbessern.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Arbeit der Ad-hoc-Gruppe „Basis BIM“. Sie beschäftigt sich mit den Mindestanforderungen an die Informationsbereitstellung im Rahmen des Regelprozesses BIM und der zukünftigen HOAI-Entwicklung.

Dabei steht ein praxisorientierter Ansatz im Vordergrund: Digitale Modelle sollen nicht mit unnötigen Informationen überladen werden, sondern genau jene Daten enthalten, die für Planung, Koordination und Genehmigung erforderlich sind. Diese Balance zwischen Informationsqualität und Datensparsamkeit ist ein wesentlicher Faktor für effiziente BIM-Prozesse.

BIM-basierter Bauantrag zeigt Potenziale digitaler Genehmigungsprozesse

Ein weiterer Schwerpunkt des Mitgliedertags war der BIM-basierte Bauantrag. Fachbeiträge beschäftigten sich mit den Möglichkeiten, digitale Bebauungspläne und modellbasierte Informationen für Genehmigungsprozesse miteinander zu verbinden.

Dabei wurden unter anderem Erkenntnisse aus einer Machbarkeitsstudie in Nordrhein-Westfalen mit acht Städten und mehreren Pilotprojekten vorgestellt. Die Beispiele verdeutlichten, welche technischen, organisatorischen und rechtlichen Anforderungen bei der Umsetzung digitaler Bauantragsprozesse berücksichtigt werden müssen.

Für die Bauwirtschaft bietet dieser Ansatz Perspektiven, Genehmigungsabläufe langfristig effizienter zu gestalten und die Qualität digitaler Planungsinformationen über den gesamten Projektverlauf hinweg zu verbessern.

Engagement der Mitglieder als Grundlage für die Weiterentwicklung von BIM

Zum Abschluss der Jahresmitgliederversammlung würdigte die BIM Allianz das langjährige Engagement aktiver Mitglieder. Ausgezeichnet wurden insbesondere Beiträge aus Arbeitskreisen, Ad-hoc-Gruppen und dem Gesamtvorstand.

Die Würdigung unterstreicht die Bedeutung gemeinschaftlicher Facharbeit für die Entwicklung praxistauglicher BIM-Lösungen. Gerade im Bauwesen, wo digitale Prozesse viele unterschiedliche Beteiligte zusammenführen müssen, sind Erfahrungsaustausch und gemeinsame Standards entscheidende Faktoren für eine erfolgreiche Umsetzung.

Mit dem neuen Gesamtvorstand und den laufenden Fachprojekten positioniert sich die BIM Allianz 2026 weiterhin als wichtige Plattform für die Weiterentwicklung digitaler Planungsprozesse im Bauwesen. Die Ergebnisse der Verbandsarbeit liefern Impulse für Architekturbüros, Bauunternehmen und weitere Akteure, die BIM strukturiert und praxisnah in ihren Projekten einsetzen möchten.

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