Baugewebe-EXKLUSIV

Eva Lomme,

Im digitalen Bewerbermarkt

Teil 2: Arbeitskräfte im Handwerk sind rar. Besonders qualifizierte Mitarbeitende sind schwer zu finden und haben oft die freie Wahl bei der Jobsuche. Digitale Kanäle können dabei unterstützen und exklusive Einblicke in die Aufgaben, den Betrieb oder zu den KollegInnen geben.

Instagram ist bekannt für die visuelle Ausrichtung. Hier tummeln sich verschiedenste Ziel- und Altersgruppen, von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, auch ein Großteil der 30 bis 49-Jährigen verbringen meist täglich Zeit mit der App. © Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk

Warum es für Betriebe besonders wichtig ist, sichtbar und auffindbar zu sein, erklärt Eva Lomme vom Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk.

Karriereseite im Fokus: Ihr digitales Schaufenster

Eine Karriereseite auf Ihrer Website bietet einen Überblick über aktuelle Stellenanzeigen und Informationen zum Unternehmen. Sie ist oft die erste Anlaufstelle für Interessierte. Neben einem schnellen Zugang zu offenen Stellen sollte sie drei Kernfragen beantworten:

• Wer ist das Unternehmen?

• Was macht es?

• Warum sollte man sich dort bewerben?

Kurze Videos von Mitarbeitenden machen die Seite authentisch. Bilder Ihres Teams bei der Arbeit oder von Firmenfeiern geben einen guten Eindruck vom Arbeitsklima. Eine eigene Karriereseite für Auszubildende mit spezifischen Bildern und persönlichen Geschichten und Erfolgserlebnissen kann ebenfalls hilfreich sein. Sie erinnern sich an die unterschiedlichen Bedürfnisse und Ansprüche Ihrer Zielgruppen? Mit einer individualisierten Karriereseite können Sie Ihre Zielgruppen besser abholen.

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Eine gut gestaltete Karriereseite zeigt nicht nur offene Stellen an, sondern vermittelt auch die Kultur und die Werte Ihres Betriebs. Bewerbende suchen heute nicht nur nach einem Job, mit dem sie Geld verdienen – sie wollen Teil eines Teams und einer Kultur sein, die zu ihnen passt, und Spaß bei der Arbeit haben.

Instagram: Bilder sprechen lassen

Instagram ist bekannt für die visuelle Ausrichtung. Hier tummeln sich verschiedenste Ziel- und Altersgruppen, von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, auch ein Großteil der 30 bis 49-Jährigen verbringen meist täglich Zeit mit der App. Die Plattform bietet verschiedene Formate: Posts, die im Profil sichtbar bleiben, Storys, die nach 24 Stunden verschwinden, und Reels, die als Kurzvideos Aufmerksamkeit erregen sollen. Wichtig ist, Menschen und Gesichter zu zeigen. Fünf Tipps, die Sie beachten sollten:

1. Aussagekräftiges Benutzerprofil: Wählen Sie einen Benutzernamen, der verrät, wer Sie sind und was Sie tun. Um einen höheren Wiedererkennungswert zu schaffen, können Sie anstatt Ihres Firmenlogos, das im kleinen Profilbild oft untergeht und häufig nicht das richtige Format hat, auch ein Bild des Firmeninhabers oder der Firmeninhaberin einsetzen.

2. Geben Sie Ihrer Firma ein Gesicht: Zeigen Sie das Team bei der Arbeit oder zum Beispiel beim Betriebsfest.

3. Authentisch sein: Zeigen Sie, wie es im Büro oder auf der Baustelle abläuft. Es müssen keine professionellen Fotos sein, sondern authentisch und im Hochformat, damit sie für die mobile Ansicht geeignet sind.

4. Roter Faden: Nutzen Sie die Farben Ihres Unternehmenslogos und integrieren Sie diese in Ihren Posts, Storys und Reels für den Wiedererkennungswert.

5. Interaktionen, das A und O: Mit Interaktionen sind alle Aktivitäten gemeint, die Follower mit Ihnen oder auf Ihrem Profil tätigen. Dies sind beispielsweise Likes, also, wenn ein Bild als "Gefällt mir" markiert wird, Kommentare unter Ihren Posts oder direkte Nachrichten von den Nutzer:innen. Für den Algorithmus bedeutet eine hohe Interaktionsrate, dass Ihr Profil relevant ist. Je mehr Interaktionen stattfinden, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass die Beiträge in den Suchergebnissen anderer NutzerInnen angezeigt werden. Wichtig: Reagieren Sie auf Interaktionen, indem Sie den Kommentar oder die Nachricht beispielsweise als "Gefällt mir" markieren. Bewährt hat sich auch, die Follower durch Handlungsaufforderungen, sogenannte Call-to-Actions einzubinden. Bauen Sie zum Beispiel in Stories Umfrage-Sticker ein. Als Tischlerbetrieb könnten Sie das Werkstück fotografieren und fragen "Wie gefällt Euch diese Holzkommode?" Das Gute daran? Sie erhalten Feedback und fördern gleichzeitig Interaktionen auf Ihrem Kanal.

TikTok: Ihre Bühne für kreative Kurzvideos

TikTok wächst enorm und ist besonders bei der jungen Zielgruppe beliebt. Die Plattform unterscheidet sich von Instagram durch ihren Fokus auf kurzweilige, kreative und unterhaltsame Videos. Sie ist besonders für Betriebe mit beschränktem Marketingbudget interessant, die Reichweite aufbauen möchten. Authentische Einblicke in den Betriebsalltag, humorvolle oder informative Inhalte – alles ist möglich. Wichtig: Authentisch bleiben. Aufwändig einstudierte Videos kommen nicht gut an bei der Zielgruppe. Auf TikTok zählt vor allem die Kreativität. Nutzen Sie trendige Musik, humorvolle Elemente und spontane Einblicke, um Aufmerksamkeit zu gewinnen.

Unabhängig vom gewählten Kanal: Denken Sie an Ihre Zielgruppe und überlegen Sie, welche Inhalte Sie ausspielen wollen. Zeigen Sie die Freude Ihrer Mitarbeitenden bei der Arbeit, teilen Sie Erfolgsgeschichten und lassen Sie Ihre Follower an besonderen Momenten teilhaben. Instagram und TikTok schaffen die Möglichkeit, hinter die Kulissen blicken zu lassen und authentische Einblicke zu geben. Fragen Sie sich: Was macht Ihr Unternehmen einzigartig? Warum arbeiten Ihre Mitarbeitenden gerne bei Ihnen? Welches Bild möchten Sie nach außen vermitteln? Wenn Sie diese Fragen beantworten können, sind Sie vielen Betrieben einen großen Schritt voraus.

Daten nutzen

Ein wesentlicher Aspekt der Nutzung digitaler Kanäle ist die Erfolgsmessung. Nutzen Sie die integrierten Analysemöglichkeiten, um Ihre Strategie kontinuierlich anzupassen und zu verbessern. Welche Inhalte kommen bei Ihrer Zielgruppe gut an? Welche Formate erzeugen die meisten Interaktionen? Indem Sie diese Fragen beantworten, können Sie Ihre digitale Präsenz stetig optimieren.

Freuen Sie sich in der nächsten Ausgabe darauf, wie Sie Ihr Team bei der Umsetzung einbinden können, wie Stellenanzeigen interessanter werden und inwieweit der Datenschutz mitgedacht werden sollte.

Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 07-08_2024.

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