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Artikel und Hintergründe zum Thema

Gerüstbau

Max Kandler,

Nicht alltäglich: Gerüstunterstützung für Holzbau in 32 m Höhe

Ein mehr als 50 m hoher Turm in Hybridbauweise entsteht derzeit in Konstanz und soll ab 2026 ein umfassendes Rundum-Panorama im Inneren sowie auf dem Dachgeschoss bieten. Das Projekt verbindet modernste Holzbau- und Betontechnik mit einem Blick zurück über 600 Jahre Geschichte. Auch die Bauarbeiten selbst sind bemerkenswert, da sie einen außergewöhnlichen Umgang mit Bauhöhen und komplexen Gerüstkonstruktionen erfordern.

In Konstanz am Bodensee entsteht ein über 50 m hohes, zylindrisches Panoramagebäude aus Holz und Beton, eigens errichtet für ein 360-Grad-Panorama des Künstlers Yadegar Asisi. © Peri Deutschland

Der Neubau am Bodensee, ein zylindrischer Turm aus Holz und Beton, entsteht speziell für ein neues 360-Grad-Panorama des Künstlers Yadegar Asisi. Während in Berlin zeitgleich das über 3.000 m² große Bild des Konstanzer Konzils entsteht, wird in Konstanz ein Bauwerk geschaffen, das den Besuchern künftig eine umfassende Zeitreise in das spätmittelalterliche Stadtgeschehen ermöglichen soll. Die Eröffnung ist für das Frühjahr 2026 vorgesehen.

Rundum-Panorama

Asisis monumentale Panoramabilder sind bislang in Leipzig, Dresden, Berlin, Wittenberg und Pforzheim zu sehen. Während an diesen Standorten oftmals ehemalige Gasometer zu sogenannten Panometern umgestaltet wurden, entsteht in Konstanz ein komplett neues Bauwerk. Das Architekturbüro Sauerbruch Hutton entwickelte dafür einen Rundturm in Hybridbauweise, der eine Höhe von 52 m und einen Durchmesser von knapp 40 m aufweist.

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Der Sockel des Turms besteht aus einem massiven, zweigeschossigen Rundbau sowie einem zentralen Aufzugs- und Treppenschacht aus Stahlbeton. Seit März 2025 errichtet die Blumer-Lehmann AG aus der Schweiz die anspruchsvolle Holzkonstruktion und Fassade. Der über 30 m hohe, stützenfreie Innenraum dient ausschließlich der Präsentation des Asisi-Panoramas. In den Sockelgeschossen befinden sich weitere Ausstellungs- und Multifunktionsflächen. Darüber entstehen zwei Ebenen mit Restaurant und Dachterrasse in rund 40 m Höhe, die einen weitreichenden Blick über Stadt, See und Alpen ermöglichen.

Die Vor- und Endmontage der Holzfachwerkträger erfolgte mithilfe einer ausgeklügelten PERI UP Gerüstlösung. © Peri Deutschland

32 m hohes Traggerüst

Eine zentrale Rolle beim Bau spielt ein ebenso eindrucksvolles Traggerüst von Peri. Von März bis Juli kam das Peri-UP-Trag- und Montagegerüst zum Einsatz, um das Holztragwerk herzustellen. Die Aufgabe bestand darin, hohe Lasten in großer Höhe sicher aufzunehmen und gleichzeitig den Platzbedarf auf ein Minimum zu reduzieren. Aufgrund der hohen Windlasten entwickelten Gerüstingenieure von Peri eine 32 m hohe Gerüstkonstruktion auf Basis des Peri-UP-Baukastensystems. Sie diente dazu, die Decke aus radial angeordneten Holzfachwerkträgern zu montieren.

Ergänzt wurde das Gerüst durch Systembauteile des Variokit-Ingenieurbaukastens, mit denen fünf Aussteifungsebenen erstellt wurden. Die Horizontallasten ließen sich so zuverlässig in den äußeren Stahlbetonkern ableiten. Gleichzeitig blieb trotz einer Traglast von rund 1.400 kN die Sockelebene frei für den Einsatz notwendiger Hubarbeitsbühnen. Ein weiterer zentraler Bestandteil der Gerüstlösung war die Möglichkeit, die gesamte Konstruktion nach der Montage der Fachwerkdecke mittels mobiler Hydraulikeinheiten kontrolliert abzusenken.

16 Tonnen schwere Holzfachwerkträger

Obwohl alle Holzbauteile weitgehend vorgefertigt wurden, mussten die Holzbau-Spezialisten von Blumer-Lehmann unter der Leitung von Florian Rufener die einzelnen Fachwerkträger der freitragenden Deckenkonstruktion vor Ort zusammenfügen. Erst danach konnten diese mit dem Kran in die vorgesehene Auflagerebene eingehoben werden. Für diese Arbeiten wurde ein Peri-UP-Vormontagegerüst errichtet, das in rund 8 m Höhe ein Zwischenauflager bot. Damit konnten gleichzeitig bis zu drei Holzfachwerkträger mit je 16 t Gewicht vormontiert werden. Auch in diesem Bauabschnitt war es notwendig, die Gerüstkonstruktion so kompakt wie möglich zu halten, um trotz der beengten Platzverhältnisse reibungslose Abläufe zu gewährleisten.

Erfolgsrezept: Teamwork plus Systemvorteile

Die erfolgreiche Umsetzung des außergewöhnlichen Bauvorhabens beruhte auf einer engen Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten und den strukturellen Vorteilen der eingesetzten Systeme. Die Anforderungen der Gesamtbauleitung unter Mike J. Vivas Y Kerner sowie des Holzbauunternehmens Blumer-Lehmann wurden von Peri-Ingenieuren in eine praxistaugliche und statisch abgesicherte Gerüstlösung überführt. Nach gemeinsamer Abstimmung wurde diese von der Schäfer Gerüstbau GmbH auf der Baustelle umgesetzt.

Beim gesamten Planungs- und Montageprozess zeigten sich die Flexibilität und Kombinierbarkeit der modularen Systeme Peri UP und Variokit als wesentliche Vorteile. Beide Systeme basieren auf einem metrischen Raster und lassen sich vielfältig kombinieren. Schwerlaststützen aus 25-cm-Riegeln konnten nahtlos integriert werden, um Lasten punktgenau zu übertragen. Zudem war die geometrische Anpassungsfähigkeit entscheidend, da mittels exakter 3D-Planung potenzielle Kollisionen zwischen Gerüst und Holzbau im Vorfeld ausgeschlossen werden mussten.

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