zuruck zur Themenseite

Artikel und Hintergründe zum Thema

Holzbau-Start-up

Jessica Stütz,

Baustart des ersten Triqbriq-Mehrfamilienhauses in Tübingen

In Tübingen-Pfrondorf entsteht derzeit ein besonderes Bauprojekt, das sozialen Anspruch und ökologische Innovation vereint: die Gesellschaft für Wohnungs- und Gewerbebau Tübingen (GWG) errichtet zehn Apartments für Menschen in prekären Wohnverhältnissen – und setzt dabei erstmals auf das Holzbausystem Triqbriq. Produziert wird das System direkt in Tübingen. Für das ortsansässige Start-up ist das Projekt ebenfalls eine Premiere: es ist nämlich das erste Mal, dass ein Mehrfamilienhaus aus dessen Holzbausteinen – genannt BRIQs – gebaut wird.

Die "BRIQs" werden aus Industrie-, Alt- und sogenanntem Kalamitätsholz gefertigt © GWG Tübingen / Jürgen Lippert

Über 2000 Holzbausteine sorgen für CO₂-Speicherung

Die tragenden Außenwände bestehen aus rund 2000 besagter BRIQs. Gefertigt werden die Bauteile aus Industrie-, Alt- und sogenanntem Kalamitätsholz. Dieses Material gilt als schwer vermarktbar und wird häufig verbrannt. Durch die Verarbeitung im Triqbriq-System wird es zum CO₂-Speicher: circa 50 Tonnen CO₂ sind allein in der Gebäudehülle des Pfrondorfer Projekts dauerhaft gebunden.

„Holzbau ist klimafreundlich – besonders dann, wenn wir Holz einsetzen, das für klassische Bauweisen eher ungeeignet ist“, sagt Lewin Fricke, Sprecher der Triqbriq AG. „Wir freuen uns, dass unser System jetzt auch direkt in Tübingen zur Anwendung kommt. Unser Werk ist keine zehn Minuten von der Baustelle entfernt – das ist ein echtes Heimspiel für uns.“

Nachhaltige Innovation trifft auf soziale Verantwortung

Die tragenden Außenwände bestehen aus rund 2000 BRIQs © GWG Tübingen / Jürgen Lippert

Die Holzbausteine lassen sich ohne Klebstoffe trocken montieren – vergleichbar mit einem übergroßen Stecksystem. Dieser einfache Ansatz ermöglichte auch einen offenen Baustellentag: Mehr als 20 Helfer – darunter auch Mitglieder des GWG-Aufsichtsrats – unterstützten den Bau am 13. Juni 2025 durch eigenes Anpacken.

Anzeige

„Mir ist wichtig, dass ein solches Projekt von möglichst vielen getragen wird“, sagt GWG-Geschäftsführer Uwe Wulfrath. Wir schaffen Wohnraum für alle Menschen“.

Das dreigeschossige Gebäude bietet zehn kompakte Apartments zwischen 25 und 35 m² – jeweils mit eigenem Bad und Küchenzeile. Statt eines klassischen Treppenhauses gibt es offene Laubengänge. Das Gebäude erfüllt den Effizienzhaus-40-Standard (Klasse A+), wird über eine Wärmepumpe beheizt und mit Strom aus einer Photovoltaikanlage versorgt. Die Fertigstellung ist für Mitte 2026 geplant. Das zirkuläre Produktdesign der BRIQs ermöglicht es darüber hinaus, das Gebäude am Ende seiner Nutzung in Teilen zu demontieren. Die BRIQs können dann in neuen Bauvorhaben eingesetzt werden. Das schont Ressourcen, spart Energie und entlastet das Klima.

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
zurück zur Themenseite
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Jetzt Newsletter abonnieren