Ingenieurholzbau
Injektionsmörtel FIS EM Plus zum Kleben in Holz
Mit dem Fischer Injektionsmörtel FIS EM Plus zum Kleben in Holz bietet das Unternehmen eine spezielle Lösung für den Ingenieurholzbau. Bei einem ersten Projekteinsatz verbaute der Betrieb Holzbau Bögerl GmbH den Epoxidharzmörtel FIS EM Plus in Verbindung mit FIS A Ankerstangen, um der Länge nach Stützen aus Brettschichtholz von fünf Geschossen eines Neubaus miteinander zu verbinden.
Bei einem sechsstöckigen Neubau erheben sich über dem Tragwerk des Erdgeschosses aus Stahlbeton fünf in Holzbau ausgeführte Obergeschosse. Deren Stützen sowie Unterzüge bestehen aus Brettschichtholz. Die Decken werden aus Brettsperrholz erstellt.
Um die Längs-Verbindung der Stützen aus Brettschichtholz mit den nächsten Stützen im jeweils darüberliegenden Geschoss herzustellen, setzte der ausführende Betrieb Holzbau Bögerl GmbH (Breitenbrunn) den Fischer FIS EM Plus 390 S zusammen mit FIS A Ankerstangen zum Kleben im Holz ein. Der
Querschnitt der Stützen beträgt 2 x 240 x 480 mm als Doppelstützen. Sicherheit geben dabei die allgemeine Bauartgenehmigung (aBG) / allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ), die das Unternehmen für den Injektionsmörtel im Verbund mit Systemkomponenten im März 2024 erwirkt hatte.
„Die Erweiterung des Anwendungsbereiches unseres Injektionsmörtels FIS EM Plus um das Kleben in Holz eröffnet uns ganz neue Perspektiven“, betont Johannes Zähringer, Entwickler Business Unit Chemie. „So ermöglicht die innovative Systemlösung die Übertragung hoher Lasten und eine große Anwendungsvielfalt für den Ingenieurholzbau. Dabei kommt unser FIS EM Plus in Verbindung mit FIS A Ankerstangen oder unseren neuen FIS IG Innengewindeankern zum Einsatz, um tragende Brettschichtholzbauteile aus Fichte, Tanne oder Kiefer zu verbinden.“
In dem Neubau wurden bisher ca. 100 Kartuschen FIS EM Plus 390 S zusammen mit ca. 320 Ankerstangen FIS A M12 x 1.000 8.8 sowie jeweils etwa 1.900 Zentrierclips DD-E M12 und DDS M12 verbaut. Die Injektion des Mörtels erfolgte über die für die Anwendung zugelassene By-Pass-Injektion, bei der das Bohrloch mittels Querbohrung vom Bohrlochgrund aus verfüllt wurde. Die Zimmerer setzten die Verklebung dabei je zur Hälfte im Werk und auf der Baustelle um. Durch die By-Pass-Injektion ließen sich die tiefen Bohrlöcher verfüllen und somit zusammen mit den FIS A M12 x 1.000 8.8 Ankerstangen eine Verankerungstiefe herstellen, die eine hohe Tragfähigkeit der Verbindungen garantieren soll.
Das Kleben auf Baustellen ist unüblich, stellte bei den vorherrschenden Witterungsbedingungen aber kein Problem dar. Das Fraunhofer-Institut für Holzforschung, Wilhelm-Klauditz-Institut WKI (kurz: Fraunhofer WKI) in Braunschweig zertifizierte die Zimmerer der Holzbau Bögerl GmbH im Vorfeld zur Montage über eine kurzfristig anberaumte Spezialschulung und überwachte zusätzlich die korrekte Ausführung auf der Baustelle. Jeder Befestigungspunkt wurde vom Ausführenden detailliert dokumentiert, wobei die Holzfeuchte, Umgebungstemperatur und weitere relevante Angaben erfasst wurden. Ebenso fand eine Rückstellung von Klebstoffproben jeder Charge statt.
In dem Bauprojekt kamen zusätzlich die fischer Bolzenanker FAZ II Plus im Durchmesser 16 zur Befestigung von Stahlwinkeln an der Stahlbetonwand des Massivkerns zum Einsatz, die als Auflager für die Deckenelemente aus Brettsperrholz benötigt werden.
Nach Erteilung der abZ/aBG zum Einkleben von Stahlstäben in Holzbauteile im März 2024 konnte das System somit erstmals bei einem Referenzprojekt erfolgreich seine Vorteile unter Beweis stellen. Das System erhielt inzwischen auch eine ETA (ETA-19/0657) für die zulassungskonforme Anwendung in weiteren Ländern.









