Materialeffizienz

Jessica Stütz,

Studie belegt Emissionsvorteile von Kerto LVL im Vergleich zu Stahlbeton

Eine aktuelle Studie zeigt, dass der Einsatz des Furnierschichtholzes Kerto LVL von Metsä Wood bei bestimmten Decken- und Wandkonstruktionen nicht nur den CO2-Fußabdruck erheblich reduzieren kann, sondern auch eine ressourceneffiziente Alternative zu Stahlbeton darstellt. Die vom internationalen Ingenieur-, Design- und Beratungsunternehmen AFRY Management Consulting durchgeführte Untersuchung liefert hier konkretes Zahlenmaterial und hebt die signifikanten Vorteile von Kerto LVL für nachhaltiges Bauen hervor.

Die Wahl des Baumaterials ist der Schlüssel zum ressourcenschonenden Bauen. Eine Studie belegt in diesem Kontext die Überlegenheit von Kerto LVL gegenüber Stahlbeton © Metsä Wood

Die Wahl des richtigen Materials ist einer der wichtigsten Schlüssel zum ressourceneffizienten Bauen. Dabei hat jedes Baumaterial seine individuellen Eigenschaften und bietet Vor- und Nachteile. Klar ist: Ausgewogene und fundierte Materialentscheidungen können Verantwortliche nur treffen, wenn ihnen eine Bewertung der gesamten Umweltauswirkungen vorliegt – einschließlich Produktion sowie Verwendung oder Entsorgung am Ende der Produkt-Lebensdauer.

70 Prozent weniger Emissionen bei Deckenkonstruktionen

Die Grundlage für eine besonders ressourcenschonende Bauweise und positive Umweltauswirkungen wird bereits in den frühen Phasen eines Bauprojekts durch sorgfältiges Design und eine bewusste Materialauswahl gelegt © Metsä Wood

Um in diesem Kontext valide Aussagen treffen zu können, hat Metsä Wood jetzt eine Studie in Auftrag gegeben – realisiert von AFRY, einem international tätigen Ingenieur- und Beratungsunternehmen. Die Studie verglich dabei ein Holzelement, das die von Metsä Wood entwickelte Kerto-Ripa-Technologie nutzt, und ein stahlbewehrtes Deckenelement. Im Ergebnis beträgt der fossile Klimaeinfluss pro Quadratmeter Decke bei Kerto LVL 29 Kilogramm CO2-Äquivalente (CO₂e), während stahlbewehrter Beton bei 105 Kilogramm CO₂e liegt. Dies entspricht einer Einsparung von über 70 Prozent. Der Materialverbrauch pro Quadratmeter Decke beträgt bei Kerto LVL nur 34 Kilogramm, verglichen mit 675 Kilogramm bei stahlbewehrtem Beton – ein Unterschied von über 90 Prozent.

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80 Prozent weniger Materialgewicht für die Wandkonstruktion

Bei Wandkonstruktionen konzentriert sich die Studie auf eine Funktionseinheit von einem Quadratmeter Wand im Erdgeschoss eines achtstöckigen Gebäudes. Verglichen wurden die tragenden Kerne der Wand zweier Elemente: ein konventionelles Betonsandwichelement und ein Hybrid-Element, bei dem Kerto LVL den stahlbewehrten Beton ersetzt. Die fossile Klimaauswirkung pro Quadratmeter Wand beträgt hier bei Kerto LVL 52 Kilogramm CO₂e, während stahlbewehrter Beton bei 68 Kilogramm CO₂e pro Quadratmeter liegt. Die fossile Klimaauswirkung pro Quadratmeter Wand über den gesamten Lebenszyklus von Kerto LVL ist damit über 20 Prozent geringer als bei stahlbewehrtem Beton. Beeindruckend sind auch die Ergebnisse in Bezug auf den Materialverbrauch: So beträgt dieser pro Quadratmeter Wand bei Kerto LVL nur 60 Kilogramm, während er bei stahlbewehrtem Beton bei 463 Kilogramm liegt – eine Reduktion von mehr als 80 Prozent.

Die Studienergebnisse verdeutlichen, dass Kerto LVL nicht nur leichter, sondern in Bezug auf den Materialeinsatz und die damit verbundenen Emissionen auch effizienter ist als Stahlbeton. Die Ergebnisse wurden vom staatlichen Forschungsinstitut RISE (Research Institutes of Sweden) sowie der Beratungsfirma Ramboll verifiziert.

Grundlagen der Studie

Der Studie lag die Annahme zugrunde, dass die Bauprojekte in Mitteleuropa realisiert werden, wobei der Beton lokal produziert und Kerto LVL aus Finnland importiert wurde. Für die Materialeinschätzungen wurden spezifische Anwendungsfälle definiert: eine Spannweite von fünf Metern für Deckenanwendungen und eine tragende Wand im Erdgeschoss eines achtstöckigen Gebäudes. Die Materialmengen für Stahlbeton wurden von einem AFRY-Statiker berechnet. Für Beton wurde ein durchschnittlicher EPD-Wert des Betoniteollisuus ry (Verband der Betonindustrie Finnlands) verwendet, für Kerto LVL Werte aus der 2020 veröffentlichten EPD. Das EPD-Konzept basiert auf der Norm ISO 14025. Erwähnenswert ist, dass die Global Warming Potential-Werte pro Kubikmeter für beide Materialien ähnlich ausfielen. Die überlegene Klimabilanz von Kerto LVL ergibt sich jedoch aus seinem geringen Gewicht und seinem hohen Festigkeit-Gewichts-Verhältnis, was zu einem deutlich geringeren Materialverbrauch führt. Die Studie deckt den gesamten Lebenszyklus der Materialien ab – von der Rohstoffgewinnung über die Produktion bis hin zur Entsorgung („cradle to grave“). Dabei wurde auf eine objektive Bewertung geachtet. Weder die Kohlenstoffspeicherung von Holz noch die potenziellen Vorteile der Energiegewinnung aus Holz am Lebensende wurden in die Berechnungen einbezogen, um die Vergleichbarkeit mit Stahlbeton zu gewährleisten.

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