Kindergarten in Rottweil

Damir Mioc | Damir Mioc,

Von Anfang an „wohngesund“ aufwachsen

Kinderkrippen- und Kindergartengruppen haben elementare Bedeutung in der frühkindlichen Prägung und Entwicklung. Deshalb legen Planer und Architekten  bei der Errichtung und dem Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen auf naturnahe Bauweise großen Wert. Der Südtiroler Holzbauspezialist holzius punktet hier mit hohen baubiologischen Standards: die Wand-, Decken- und Dachelemente werden sortenrein, leim- und metallfrei gefertigt.

holzius realisiert die reinstoffliche Erweiterung des Kindergartens „Bonaventura“ in Rottweil

© Tobias Zisterer

Bei der Modernisierung und Erweiterung des Kindergartens Bonaventura in Rottweil hat die Tatsache, dass die Vollholzelemente von holzius reinstofflich produziert werden, den entscheidenden Ausschlag gegeben. Friederike Ruoff, freie Innenarchitektin M.A. und Geschäftsführerin von frw architektur innenarchitektur, bestätigt: „Für uns war es von Anfang an klar, dass wir das Projekt in Holzbauweise realisieren wollten – und auch der Bauträger, die katholische Kirchengemeinde Rottweil, war davon überzeugt. Beim Holzbautag in Stuttgart haben wir die holzius GmbH kennengelernt, deren Herangehensweise und Philosophie uns schlussendlich überzeugt hat. Die leim- und metallfrei gefertigten Vollholzelemente bilden das optimale Umfeld für ein nachhaltig realisiertes Kindergartenprojekt.“ Schwerpunkt der Planung waren ökologische Materialien, gutes Raumklima und Akustik, geringe Energiekosten, sommerlicher Wärmeschutz und Barrierefreiheit.

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Das neue Kindergartenkonzept behält den ursprünglichen Baukörper in L-Form mit den zum Garten orientierten Gruppenräumen bei. Der bestehende großzügige Garten blieb in seiner Größe und Form erhalten, der Anbau aus Holz schmiegt sich von außen an das massive Gebäude an und ergänzt die bestehende Struktur mit den fehlenden Funktionen einer großzügigen Garderobe und Nebenräumen. Im Obergeschoss wurde das bestehende Satteldach entlang der Gartengrenze durch einen Holzkubus ersetzt, wodurch ebenfalls neue Gruppenräume entstanden. Das Obergeschoss parallel zur Straße blieb erhalten und wurde mit den Personalräumen belegt. Die Vollholzbauteile für den Anbau und die Aufstockung sind im Innenbereich unbehandelt, offenporig und somit atmungsaktiv und feuchtigkeitsregulierend.

Die Wand-, Decken- und Dachelemente werden bei holzius sortenrein, leim- und metallfrei gefertigt

© Tobias Zisterer

„Die Entscheidung, die Modernisierung und Erweiterung des Kindergartens mit Kinderkrippe in Vollholzbauweise zu realisieren, basiert auf vielerlei Überlegungen. Das Naturmaterial hat eine positive Wirkung auf die Kinder, Holz ist ein zeitloses und warmes Material und durch die Holzoberfläche in Sichtqualität entfallen aufwändige Putzarbeiten im Innenraum“, bestätigt Friederike Ruoff. Für den Innenausbau wurden ebenfalls natürliche Materialien genutzt wie z. B. Holz für Möbel und Bodenbeläge, Schafswolle und Holzwolle für die Akustik, Kalk für die bestehenden Wandoberflächen, Linoleum. Die Fassade ist mit Holzweichfaserplatten wärmegedämmt und mit einer vorvergrauten Holzschalung verkleidet.

Eine besondere Herausforderung während der Bauphasen war es, sowohl die Bauarbeiten als auch den Kindergartenbetrieb gleichzeitig am Laufen zu halten. Die Kindergartengruppen wurden abseits der Zimmerarbeiten zusammengefasst, wodurch die Zimmerleute – etwas beengt – freie Hand hatten. Die Montage der angelieferten Vollholzelemente von holzius wurde zur Gänze von der Zimmerei Kienzler GmbH aus Vöhrenbach im Schwarzwald ausgeführt. Im Zuge der fast vierjährigen Bauzeit hat sich eine Art Beziehung zur Einrichtung aufgebaut. Einige der Handwerker kannten die Räumlichkeiten des Bestandbaus sogar bereits aus ihrer eigenen Kindergartenzeit.

Für Benjamin Kienzler hatte dieser Auftrag einen besonders emotionalen Mehrwert: „Diesen Kindergarten mit einem Bestandsgebäude aus den 1950er-Jahren mit der konsequent ökologischen Holzbauweise wie den Vollholzelementen von holzius zu erweitern, war etwas ganz Besonderes. Durch die Verwendung der einstofflichen und dadurch in den Stoffkreislauf rückführbaren Elemente generieren wir keine Abfälle für die kommenden Generationen. Die Kinder können auf diese Weise in einem sehr naturnahen, ihren Bedürfnissen entsprechend angepassten Umfeld aufwachsen – und ein Leben lang davon profitieren.“

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