Interview
"Holzmodulbauweise bietet ein großes Potenzial"
Modular nachverdichten und aufstocken: Über das wegweisende Pilotprojekt in Hamburg informieren Gunter Heidl, Dipl.-Ing. (FH) Architekt, Gruppenleiter Modernisierung OE 64 bei der SAGA Unternehmensgruppe und Andreas Wemmer, Leiter Kompetenzbereich Holzbauplanung bei Assmann Beraten + Planen GmbH.
Warum haben Sie sich für den Baustoff Holz entschieden?
Gunter Heidl: Holz ist aufgrund des geringen Gewichts der ideale Baustoff, wenn es um Aufstockung geht. Darüber hinaus überzeugt uns die im Vergleich zu anderen Bauweisen viel geringere CO2-Emission der eingesetzten Baustoffe.
Und warum LiWooD als Partner?
Heidl: Die Firma LiWooD erschien uns in der Marktrecherche als ein schlagkräftiges und erfahrenes Unternehmen, welches für das von uns angedachte Pilotprojekt über das notwendige Knowhow und entsprechende Referenzen verfügte.
Was sprach für die Umsetzung in Modulbauweise?
Heidl: Die hohe Qualität in der Vorfertigung sowie die Schnelligkeit in der Umsetzung und eine vergleichsweise geringe Belastung für unsere Kunden in den Bestandsgebäuden sind für uns die entscheidenden Aspekte gewesen.
Nach welchen Kriterien führen Sie die Qualitätssicherung durch?
Andreas Wemmer: Die Qualitätssicherung orientiert sich an den anerkannten Regeln der Technik und umfasst zentrale bauphysikalische Kriterien wie Luftdichtheit, Wärme-, Feuchte-, Schall- und Brandschutz aber auch Punkte der Tragwerksplanung und des holzbaugerechten Entwurfs und dessen Umsetzung. Ergänzend werden die Einbindung haustechnischer Systeme sowie der Witterungsschutz während der Bauphase überprüft. Wichtig ist dabei ein frühzeitiger Beginn bereits in der Planungsphase sowie eine kontinuierliche, unabhängige Begleitung bis zur Fertigstellung.
Mit welchen Punkten konnte LiWooD Sie überzeugen?
Wemmer: LiWooD bietet ein nachhaltiges, modular aufgebautes Holzbaukonzept, das ökologische Kriterien mit kosteneffizienter und schneller Bauweise kombiniert. Besonders hervorzuheben ist der Einsatz der sogenannten Feldfabrik, die eine Vorfertigung der Module lokal ermöglicht und damit Aufwand, Zeit und Baustellenstörungen minimiert.
Wie sehen Sie die Zukunft der Holzmodulbauweise im Hinblick auf Aufstockung?
Wemmer: Die Holzmodulbauweise bietet für Aufstockungen ein großes Potenzial, insbesondere in urbanen Räumen mit begrenzten Flächen. Ein wesentlicher Vorteil liegt in der schnellen Bauweise, die gerade in dicht besiedelten Städten eine effiziente Umsetzung ermöglicht. Durch die hohe Vorfertigung und das geringe Eigengewicht lassen sich Bestandsgebäude zügig und sicher erweitern. Zudem werden durch die Holzbauweise – und hier insbesondere durch die Modulbauweise – die Lärmemissionen bei Aufstockungen im Vergleich zu einem konventionellen Bauprozess deutlich reduziert. Dadurch bleibt die Störung für Anwohner, Bewohner im Bestand sowie die Verkehrsführung in den Städten auf ein Minimum beschränkt. Gleichzeitig tragen die ökologische Bilanz des Baustoffs Holz und die Flexibilität modularer Systeme zur nachhaltigen Schaffung von zusätzlichem Wohnraum bei.
Herr Heidl, Herr Wemmer, vielen Dank für das Gespräch.
Das Interview führte Mirjam Radke von der Firma LiWooD.










