Schließung innerstädtische Baulücke

Michel Jan Max Eser,

Gemeinschaftliches Wohnen mit nachhaltiger Bauweise

Neben den 30 Wohneinheiten umfasst das Projekt einen Gemeinschaftsraum, eine Gästewohnung und ein öffentliches Nachbarschaftscafé © Martin Kunze, Hamburg

Mit dem fünfgeschossigen Wohnprojekt "F94" ist in Hamburg-Ottensen ein zukunftsweisendes Beispiel für nachhaltigen und gemeinschaftlichen Wohnungsbau entstanden. Im Auftrag der Baugruppe "Friedensallee 94 GbR", vertreten durch die Johann Daniel Lawaetz-Stiftung, haben die Architekten eine innerstädtische Baulücke in Hamburg-Ottesen auf dem Grundstück einer ehemaligen Tankstelle geschlossen.

Das Vorhaben in Hamburg gibt eine präzise Antwort auf die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen des mehrgeschossigen Wohnungsbaus. Es zeigt, wie sich Wohnraum bedarfsgerecht und nachhaltig realisieren lässt – individuell ausdifferenziert, anpassbar an die Wünsche der Baugruppenmitglieder und dabei authentisch in seiner Gesamterscheinung. Der Holzbau erweist sich hier als optimale Lösung: effizient, ressourcenschonend und gleichzeitig ansprechend in Gestaltung und Materialität. Das Gebäude besteht aus zwei durch einen Laubengang verbundene Baukörpern. Der Laubengang dient nicht nur der Erschließung, sondern auch als soziale Begegnungsfläche für die Bewohner. Neben den 30 Wohneinheiten umfasst das Projekt einen Gemeinschaftsraum, eine Gästewohnung und ein öffentliches Nachbarschaftscafé. Ein großzügiger Fahrradkeller mit Stellplätzen für Gemeinschafts-Lastenräder unterstreicht das autofreie Konzept.

Mit einer Gesamtwohnfläche von über 2300 m² verbindet das Projekt 20 frei finanzierte Wohnungen für Mitglieder der Baugruppe mit 10 geförderten Wohnungen für vordringlich Wohnungssuchende © Martin Kunze, Hamburg

Mit einer Gesamtwohnfläche von über 2300 m² verbindet das Projekt 20 frei finanzierte Wohnungen für Mitglieder der Baugruppe mit 10 geförderten Wohnungen für vordringlich Wohnungssuchende. Die geförderten Wohnungen werden von der Lawaetz-Service GmbH betreut, welche es sich zur Aufgabe gemacht hat Menschen, die auf den normalen Wohnungsmarkt nur sehr geringe Chancen haben, in den Wohnungsmarkt zu integrieren.

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So viel Holz wie möglich, so wenig Beton wie nötig

Das Untergeschoss, die Treppenhäuser, der Laubengang und die Gemeinschaftsflächen sind aus Stahlbeton gefertigt, die übrigen Bauteile von „F94“ bestehen aus Holz © Spine Architects, Hamburg

Das Gebäude wurde in Holzmassivbauweise errichtet – ein nachhaltiger Ansatz, der sowohl ökologischen als auch den gestalterischen Anforderungen gerecht wird. Während aus baukonstruktiven und brandschutztechnischen Anforderungen lediglich Untergeschoss, Treppenhäuser, der Laubengang und die Gemeinschaftsflächen aus Stahlbeton gefertigt sind, bestehen die übrigen Bauteile aus Holz.

Nachhaltige Elemente wie eine Dachbegrünung sowie Solar- und Photovoltaikanlagen tragen zur ökologischen Qualität des Projekts bei. Die Konstruktion bleibt in vielen Bereichen sichtbar, so sind die Deckenunterseiten holzsichtig ausgeführt, ebenso die auskragenden Loggiendecken. Die Fassade kombiniert unbehandeltes Douglasienholz mit geputzten Flächen an Balkonen, Loggien und dem Laubengang – so soll eine möglichst natürliche, gleichmäßige Vergrauung der Holzoberflächen erreicht werden.

Mit der Fertigstellung von "F94" wird ein zukunftstaugliches Modell für nachhaltigen, gemeinschaftlichen Wohnungsbau realisiert, das soziale, ökologische und architektonische Aspekte miteinander verbindet – ein wichtiger Beitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung Hamburgs.

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