Krane + Hebebühnen

Susanne Frank,

Ein Dach für Elefanten

Im Zoo Zürich entsteht derzeit ein neues Elefantenhaus mit einer eindrucksvollen und komplexen Dachstruktur. Beim erforderlichen Lehrgerüst und temporären Wetterschutzdach kamen flexible Systeme von Layher zum Einsatz.

„Gigantischer Schildkrötenpanzer“ war eine der vielen Schlagzeilen rund um das Mammutprojekt. Die Überschrift „Elefantös“ kommt als Beschreibung ebenfalls ziemlich nahe: Die Rede ist vom Bau des mehr als 10.000 Quadratmeter großen „Kaeng Krachan Elefantenparks“ im Züricher Zoo. Angelehnt an den gleichnamigen Nationalpark in Thailand, soll die neue Anlage sechsmal mehr Platz und einen attraktiveren Lebensraum für die sechs Dickhäuter Maxi, Druk, Ceyla, Indi, Chandra und Farha bieten. Kernstück des neuen Zuhauses für die Gruppe ist das in den Park eingebettete Elefantenhaus mit einem raffiniert konstruierten Hallendach – ähnlich einer bewegten Holzkuppel. Dessen Realisierung stellte angesichts der asymmetrischen Form jedoch eine große Herausforderung dar. Das freigeformte Dachgeflecht mit unterschiedlich großen Flächen, Höhen, Winkeln und Radien besteht aus 600 vorgefertigten Dreischichtplatten, die mit nicht weniger als 500.000 Nägeln verbunden werden. 271 ausgeschnittene Öffnungen sind außerdem als Oberlichter bestimmt. Damit die Sicht nicht von Stützpfeilern getrübt wird, ist die 1.500 Tonnen schwere Holzschale freitragend angelegt – in ihren Hauptachsen überspannt sie 80 Meter stützenfrei. Nur am Rand liegt die imposante Struktur auf einem Ringbalken aus Beton auf. Damit sich die Konstruktion überhaupt erstellen ließ, war sowohl die Errichtung eines Lehrgerüsts als auch die Montage eines temporären Wetterschutzdaches notwendig. Mit einer Fläche von 6.500 Quadratmeter sollte dieses das Holzdach vor Anbringung der Kunststoffabdichtung wirkungsvoll vor Witterungseinflüssen schützen.   Da das 5.500 Quadratmeter große Lehrgerüst sich nicht nur optimal an die komplexe Geometrie und die unterschiedliche Bauphasen anpassen lassen sollte, sondern auch als Stützgerüst für das Wetterschutzdach konzipiert war, entschied sich der Schweizer Gerüstbauer bewusst für die Systeme aus dem Hause Layher. Mit dem AllroundGerüst stand ihm ein modulares System zur Verfügung, welches dank umfassendem Teileprogramm grenzenlos in der Anwendung ist, selbst bei schwierigsten Grundrissen und Verankerungs-Voraussetzungen sowie stark gegliederten Architekturen – für hochflexiblen Gerüstbau. Die schraubenlose und damit schnelle Keilschlossverbindung sorgt zudem für einen wirtschaftlichen Auf-, An- und Umbau – beim Verarbeiten von rund 750 Tonnen Gerüstmaterial ein entscheidender Vorteil. Auch für das Wetterschutzdach vertraute das Gerüstbauunternehmen auf ein System aus dem Hause Layher: das Kassettendach. Voll kompatibel zum AllroundGerüst hat sich dieses auf Baustellen – gerade bei größeren Spannweiten und höheren Lasten – für Umbau und Aufstockung sowie Renovierung und Restaurierung einen festen Platz erworben. Die Dachkassetten als regendichte und begehbare Dachhaut bestehen aus einem stabilen Stahl-Rahmen und Profilblechen. Bauwerk und Einrichtung bleiben so während des Umbaus oder der Dachreparatur bestens geschützt. Das Dach lässt sich an beliebiger Stelle zur Materialbeschickung öffnen, bei Bedarf verschaffen Lichtkassetten zusätzliches Tageslicht. Eine stabile und gleichzeitig wirtschaftliche Lösung: Die enorme Tragfähigkeit bietet sicheren Schutz, wenige und gewichtsoptimierte Bauteile sowie die intelligente Keilverbindung garantieren eine einfache und schnelle Montage.  Vor Aufbau stand aber im Hinblick auf Wirtschaftlichkeit zuerst das Thema Planung besonders im Fokus. In enger Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen wurden die Holz-Dachkonstruktion und das Lehrgerüst mit seinen insgesamt 917 Auflagerpunkten und Stütztürmen für das temporäre Kassettendach optimal aufeinander abgestimmt. Insgesamt 917 Arbeitsplattformen à 2,57 m x 2,57 m bauten die Gerüstbauer, die in der Höhe von sechs bis 20 Metern variierten. Nur im Bereich des Ringbalkens wurde das Achsmaß aufgrund der höheren Lasten verkleinert. Für das temporäre Wetterschutzdach kamen 1,09 m x 1,09 m große Allround Stütztürme zum Einsatz. Diese konnten durch die hohe Flexiblität des Allround Systems so angeordnet werden, dass sie exakt durch die Lichtöffnungen der Holzschale passten.     Bis zur Bogentragwirkung wurde die Holzkuppel dann während der rund einjährigen Bauphase auf dem Allround Lehrgerüst aufgelagert, anschließend ließen die Gerüstbauer das Lehrgerüst vom Zentrum her spiralförmig ab: So diente es in der nächsten Phase zugleich als Flächengerüst für die Untersichtsarbeiten am Dach sowie als Absturzsicherung. Im nächsten Schritt folgte der Abbau der Lehrgerüstkonstruktion beziehungsweise das Abhängen des Flächengerüsts an der nun tragenden Dachschale, damit zeitgleich der Innenausbau ausgeführt werden konnte. Um das Projekt terminlich noch weiter zu optimieren, gab es darüber hinaus immer wieder Anpassungen, zum Beispiel das Anbringen von Überbrückungen für Seilbahnen oder die Aussteifung der Stütztürme für das Kassettendach vor Ausbau des Lehrgerüsts. All dies konnte dank des umfangreichen Allround Baukastensystems nicht nur problemlos mit Serienteilen umgesetzt werden, sondern – mittels – Keilschlossverbindung auch äußerst schnell. So tragen die Layher Systeme zu einer ebenso wirtschaftlichen wie termingerechten Realisierung des „Kaeng Krachan Elefantenparks“ bei.

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