Photovoltaik
TWL und Mubea bringen Photovoltaik-Thermie-Hybridkollektoren in die Praxis
Mit der Übergabe der ersten 900 Photovoltaik-Thermie-Hybridkollektoren an TWL startet ein industriell skalierbares PVT-System in den deutschen Markt. Entwickelt wurden die Module vom Automobilzulieferer Mubea gemeinsam mit der auf Solarthermie und thermische Speicher spezialisierten TWL-Technologie GmbH. Für Bauunternehmer, Projektleiter und technische Entscheider im Bauwesen markiert dieser Schritt mehr als eine Produktneuheit: Er steht für die zunehmende Integration sektorübergreifender Technologien in moderne Versorgungskonzepte.
Die monokristallinen 450-Watt-Module wurden für Schwachlichtbedingungen optimiert. Neben der klassischen Stromerzeugung nutzen die Photovoltaik-Thermie-Hybridkollektoren die Abwärme der PV-Module. Darüber hinaus kann der integrierte Wärmetauscher auch die Umgebungsluft als zusätzliche Energiequelle einbinden. Damit wird eine kontinuierliche Wärmebereitstellung unterstützt, die insbesondere im Zusammenspiel mit Wärmepumpen an Bedeutung gewinnt.
Technologische Schnittstelle zwischen PV und Wärmepumpe
Für die Baupraxis ist entscheidend, dass PVT-Systeme nicht isoliert betrachtet werden, sondern als integraler Bestandteil eines Gesamtsystems. Genau hier setzt das von Mubea und TWL entwickelte Modul PRISMA® PVT-RBX an. Die Technologie verbindet Strom- und Wärmeerzeugung auf einer Fläche und schafft damit planerische Vorteile bei begrenzten Dachflächen, wie sie im urbanen Schul- und Gewerbebau häufig anzutreffen sind.
Die Möglichkeit, neben solarer Einstrahlung auch Umgebungswärme nutzbar zu machen, erhöht die Betriebsstabilität von Wärmepumpen. Für Planer bedeutet dies eine größere Flexibilität bei der Auslegung trivalenter Anlagen, etwa in Kombination mit Gasheizung, Wärmepumpe-PVT und Erdquelle. Gerade im Neubau von Bildungs- und Verwaltungsgebäuden, wo langfristige Betriebskosten und CO₂-Reduktion im Fokus stehen, eröffnen Photovoltaik-Thermie-Hybridkollektoren neue Spielräume.
Praxisbeispiel: Trivalentes Energiekonzept im Schulneubau
Ein konkretes Anwendungsbeispiel liefert ein neu errichtetes Gymnasium in Herrsching am Ammersee. Dort integriert TWL 250 der neuen PVT-Module in eine trivalente Anlage. Die Kombination aus Gasheizung, Wärmepumpe in Verbindung mit PVT und Erdquelle verdeutlicht, wie hybride Konzepte im öffentlichen Bau zunehmend Standard werden.
Für Entscheider im Bauwesen ist dieses Projekt ein praxisnaher Referenzfall. Es zeigt, wie Photovoltaik-Thermie-Hybridkollektoren nicht nur als Ergänzung, sondern als tragende Säule im Energiekonzept fungieren können. Die Inbetriebnahme der Anlage unterstreicht, dass PVT-Technologie inzwischen die Phase reiner Pilotprojekte verlässt und in realen Bauvorhaben implementiert wird.
Automobilkompetenz trifft Gebäudetechnik
Bemerkenswert ist die Rolle von Mubea als Automobilzulieferer. Das Unternehmen bringt umfassende Expertise im Thermomanagement und industrielle Fertigungskompetenz in die Entwicklung der PVT-Module ein. Für das Baugewerbe ist diese branchenübergreifende Zusammenarbeit ein Indikator für die Professionalisierung und Skalierbarkeit neuer Energietechnologien.
Die Fähigkeit, Produktionskapazitäten bei steigender Nachfrage schnell zu erhöhen, ist insbesondere für größere Bauprojekte und serielle Bauweisen von Relevanz. Projektentwickler und Generalunternehmer benötigen verlässliche Lieferketten und standardisierte Komponenten, um Termin- und Kostensicherheit zu gewährleisten. Hier positionieren sich Mubea und TWL mit einem klaren industriellen Ansatz.
Vertriebsstruktur in der DACH-Region ausgebaut
Parallel zur Produkteinführung stärkt TWL seine Marktpräsenz in der DACH-Region. Der Ausbau des Vertriebsteams unterstreicht die strategische Bedeutung der Photovoltaik-Thermie-Hybridkollektoren im Portfolio des Unternehmens. Für Bauunternehmen und Fachplaner bedeutet dies eine intensivere technische Beratung und eine engere Begleitung bei der Projektumsetzung.
Gerade bei komplexen Systemlösungen wie PVT kommt es auf fundierte Auslegung, hydraulische Einbindung und abgestimmte Speichertechnik an. TWL verbindet hier seine langjährige Erfahrung in Solarthermie und thermischen Speichern mit der neuen PVT-Technologie.
Einordnung für Bauunternehmer und Entscheider
Für das Baugewerbe stellt sich nicht mehr die Frage, ob erneuerbare Energien integriert werden, sondern wie effizient und wirtschaftlich dies geschieht. Photovoltaik-Thermie-Hybridkollektoren bieten die Möglichkeit, Dachflächen doppelt zu nutzen und Wärmepumpensysteme zu stabilisieren. In Kombination mit weiteren Energiequellen entstehen resiliente, trivalente Versorgungskonzepte.
Mit der Kooperation von TWL und Mubea wird deutlich, dass PVT-Technologie zunehmend marktreif und skalierbar wird. Für Bauunternehmer, Geschäftsführer und Projektleiter ist dies ein relevanter Baustein in der strategischen Ausrichtung künftiger Neubau- und Sanierungsprojekte.












