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Artikel und Hintergründe zum Thema

Wissensaustausch

Ingrid Wutz,

Fachkongress Sprengtechnik begeistert Publikum

Fachveranstaltung bot breit gefächertes Informationsangebot und Wissensaustausch

Fast 100 Teilnehmer konnte der Deutsche Abbruchverband zum Fachkongress Sprengtechnik – Abbruch Explosiv in Köln begrüßen. © Deutscher Abbruchverband e.V.

„Sprengen ist sicher, wirtschaftlich und zeitgemäß“, dies wurde beim Fachkongress Sprengtechnik – Abbruch Explosiv“ am 14.11.2024 in Köln deutlich.

In Vorträgen zu besonderen Bauwerkssprengungen präsentierten renommierte Experten ihr Fachwissen. Die erforderlichen umfangreichen Planungen von Sprengungen erweckten großes Interesse bei Branchen- und Behördenvertretern.
„So viele Sprengungen an einem Tag erleben Sie nur hier“, mit diesen Worten eröffnete Martin Hopfe den Fachkongress Sprengtechnik – Abbruch Explosiv am 14.11.2024 in Köln. Nach der Begrüßung der fast 100 Teilnehmer durch Andreas Pocha, Geschäftsführer des DA, leitete Martin Hopfe, Vorsitzender des Fachausschusses Sprengtechnik des Deutschen Abbruchverbandes (DA), durch das vielfältige Vortragsprogramm des Fachkongresses zu den Spezialverfahren für den Abbruch.

Zu Beginn referierte Clarissa Rapps, die als Geschäftsfeldleiterin Baudynamik bei der Wölfel Engineering GmbH tätig ist, zu den verschiedenen Sprengstrategien.
Dabei zeigte sie anschauliche Simulationen von Bauwerkssprengungen. In ihrem Vortrag beantwortete die Ingenieurin die Schlüsselfrage „Wie findet man die richtige Sprengstrategie?“. Mit Hilfe von Beratung, Machbarkeitsstudien und Simulationen lässt sich ihren Ausführungen zufolge für jedes Bauwerk die optimale Sprengstrategie finden.

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Sprengergebnis basiert auf Zusammenarbeit aller Beteiligten

Mit entsprechenden Sprengsimulationen arbeitet auch Michael Schneider, Leiter Sprengtechnik bei der Richard Liesegang GmbH. In seinem Vortrag stellte er die Havariesprengung der Rahmedetalbrücke vor. Die erfolgreiche Niederlegung der maroden Autobahnbrücke war nur durch ein perfektes Zusammenspiel aller Beteiligten möglich. Wie bei allen Sprengungen, war auch hier Sicherheit oberstes Gebot. Auch der Tierschutz kam bei diesem spektakulären Sprengvorhaben nicht zu kurz. Am Ende sorgten über 100 Absperrposten für die nötige Sicherheit vor Ort. Das gewünschte Sprengergebnis trat zur Zufriedenheit aller Beteiligten ein.

Auf die Prognose von Sprengerschütterungen bei Schornsteinen, Kühltürmen, Brücken und Bunkern ging Dr. Ulf Lichte vom Ingenieurbüro Lichte in seinem Vortrag ein. Michael Böhme von Mobiler Bild- und Messdienst zeigte an einem herausfordernden Beispiel aus Leipzig auf, wie er die Beweisaufnahme im Umfeld eines geplanten Sprengobjektes durchführte.

Stefan Gräßle informiert die Teilnehmer in seinem Vortrag über die Digitalisierungsmöglichkeiten in der Sprengtechnik. © Deutscher Abbruchverband e.V.

Digitalisierung ist auch im Bereich der Sprengtechnik längst angekommen. Stefan Gräßle, Geschäftsführer der 3D-Soil GmbH, einer Tochter der Lothar Rapp GmbH, präsentierte Beispiele von Sprengungen, bei denen digitale Prozesse enorme Arbeitserleichterungen ermöglichten. „Digitalisierung ist die Zukunft und an der richtigen Stelle praktisch“, so Gräßle.

Vier-Augen-Prinzip und Erfahrungswerte von entscheidender Bedeutung

Im weiteren Verlauf des Nachmittags widmete sich André Schewcow, Geschäftsführer der Deutsche Sprengunion GmbH, der Stahlsprengung eines Verladekrans. Die wichtigsten Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen, die bei einer Bauwerkssprengung zu beachten sind, erklärten Ulrike Matthes, Sprengingenieurin bei der Thüringer Sprenggesellschaft und Gerd Vogel, Sprengtechnischer Sachverständiger mit langjährigen Erfahrungen im Bereich der Sprengtechnik, anschaulich. Bei Großprojekten seien vor allem das Vier-Augen-Prinzip und gesammelte Erfahrungswerte sehr hilfreich, wie die beiden Referenten dem Publikum aufzeigten.

Johannes Hubrich von der Regrata Abbruch und Recycling GmbH stellte in seinem Vortrag die Sprengvarianten für Türme von Windenergieanlagen dar. Anhand von Videos zeigte er auf, wie die verschiedenen Anlagentypen niedergebracht werden können. Abschließend beleuchtete Eduard Reisch, Geschäftsführender Gesellschafter der Reisch Sprengtechnik GmbH, den Nachhaltigkeitsaspekt von Bauwerkssprengungen am Beispiel von Auflockerungssprengungen der Fundamente von Windkraftanlagen. Hoch interessant waren seine Ausführungen zum CO2-Fußabdruck des erfolgten Sprengabbruchs im Vergleich zu einem fiktiven maschinellen Abbruch. Reisch stimmte seinem Vorredner zu und schloss sich dessen Fazit „Sprengen ist sicher, wirtschaftlich und zeitgemäß“ an.

Begleitende Ausstellung von Firmen

Eine kleine begleitende Ausstellung von Firmen rundete das Kongressprogramm ab. © Deutscher Abbruchverband e.V.

In den Pausen hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, die kleine begleitende Fachausstellung zu besuchen. Hier präsentierten die Firmen Austin Powder Germany GmbH, Bergauer Regenerierung GmbH, Lothar Rapp GmbH, Sandvik Mining and Construction Central Europe GmbH, Schütz Erschütterungsmesstechnik GmbH, Svantek Deutschland GmbH, T Tec Hydraulik GmbH und Wölfel Engineering GmbH ihre Produkte und Dienstleistungen rund um das Thema Bauwerkssprengungen. Außerdem blieb reichlich Zeit, um sich mit den Referenten und anderen Fachbesuchern auszutauschen.

Am Ende der Veranstaltung zeigte sich das Fachpublikum sehr angetan von der Vielfältigkeit der Fachinformationen, deren anschauliche und interaktive Präsentation sowie der Diskussionsmöglichkeit. Diese positiven Resonanzen ebnen den Weg für eine weitere Fortsetzung der Veranstaltung des Deutschen Abbruchverbandes in der Sprengtechnik.

Der Deutsche Abbruchverband e.V. (DA) ist seit 1951 der maßgebliche Wirtschafts- und Unternehmerverband der Abbruchbranche mit Sitz in Köln. Seine über 800 Mitgliedsfirmen kommen sowohl aus den Bereichen Bauwerks- und Industrieabbruch als auch mineralisches Bauschutt-Recycling und Schadstoffsanierung. Ingenieurbüros und Maschinen-Hersteller unterstützen als Fördermitglieder den Verband. Der DA informiert seine Mitglieder und auch die Öffentlichkeit umfassend über fachliche und rechtliche Grundlagen der Abbruchtätigkeit und deren Entwicklung und sorgt dafür, dass Erfahrungen aus der Praxis Eingang in politische und wirtschaftliche Entscheidungen sowie in technische Normen und Regelwerke, gerade auch im Umweltbereich, finden. Schwerpunkte der Verbandstätigkeit liegen in der Aus- und Weiterbildung, bei Umwelt- und Recyclingthemen im Zusammenhang mit Abbrucharbeiten und Bauabfällen sowie der Qualitätssicherung bei Abbruch und Rückbau.

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