Veranstaltung
Frühjahrstreffen bei ZimmerMeisterHaus
Optimismus war die vorherrschende Stimmung auf dem Frühjahrstreffen von ZimmerMeisterHaus. 160 Teilnehmer waren vom 23. bis 25. März nach Stuttgart zu der Veranstaltung angereist, die angesichts eines sich verändernden Markts unter anderem im Zeichen möglicher neuer Geschäftsfelder stand.
160 Teilnehmer waren zum Treffen nach Stuttgart gekommen (Fotos: ZMH)
Eher ein strategischer Ansatz, denn momentan besteht noch kein akuter Handlungsbedarf – die Aussichten für die Manufakturen sind angesichts eines kontinuierlichen Wissenstransfers in der Gruppe hervorragend: Die große Mehrheit bewertet ihre momentane Geschäfts- und Auftragslage derzeit mit gut oder sehr gut.
Präsident Holger Kappler hatte denn auch beim geselligen Abend am Anreisetag die Erfahrung gemacht, „dass unsere Manufakturen verdammt gut aufgestellt sind. Ich habe wenig Klagen gehört. Die Geschäfte gehen allgemein gut, obwohl die Baugenehmigungen bei den Einfamilienhäusern einen Einbruch von 30 Prozent erlebt und viele Wohnbaugesellschaften ihre Neubautätigkeit weitgehend eingestellt haben.“ Da die Rahmenbedingungen darauf schließen lassen, dass der Neubau unter dem Strich zurückgehen könnte, legte Holger Kappler den Manufakturen dennoch die Erweiterung ihres Portfolios um neue Geschäftsfelder nahe. Insbesondere empfahl er ihnen den Einstieg in die Sanierung, die angesichts des Green Deal der Europäischen Union und der Förderbedingungen für die serielle Sanierung ein besonders hohes Entwicklungspotential für den Holzbau bietet.
Gute Auftragslage, steigende Umsätze
Auf die Begrüßung durch den Präsidenten folgte der Geschäftsbericht von Geschäftsführer Matthias Schlosser. Dieser referierte zunächst die ZimmerMeisterHaus-Statisik für 2022, deren Basis eine Umfrage unter den momentan 96 Manufakturen ist. Die Bewertung der betriebswirtschaftlichen Ergebnisse (>25 Prozent „sehr gut”, knapp 45 Prozent „gut”) und der Auftragslage (>30 Prozent „sehr gut“, >50 Prozent „gut”) fiel sehr positiv aus, allerdings zeigte sich gegenüber dem Vorjahr doch eine leichte Eintrübung bei den Bewertungen. Einen Rückgang gab es bei den gebauten Wohneinheiten, die im Vergleich zum Vorjahr von 967 auf 671 abnahmen. Im Gegenzug gab es Zuwächse in den Bereichen Anbau/Aufstockung und Gewerbebau. Die Umsätze der Manufakturen stiegen von durch-schnittlich 5,5 auf 6,7 Mio. Euro.
Um die Markposition der Manufakturen zu verbessern, bietet die Geschäftsstelle verschiedene Gruppen für den Wissens- und Erfahrungsaustausch sowie verschiedene Marketingunterstützungen an. Neu sind in 2023 die Projektgruppe serielles Sanieren und die Projektgruppe Holzmodulbau, die den Manufakturen die nötige Kompetenz für die Erschließung dieser neuen Geschäftsfelder vermitteln sollen. Ein Schwerpunkt liegt auf Marketing-Konzepten, mit denen die Manufakturen Flagge in Geschäftsfeldern wie dem Gewerbebau, dem mehrgeschossigen Wohnungsbau und dem Bauen im Bestand zeigen können. Ein Leitmedium mit dem Schwerpunkt Hausbau ist derzeit in Planung. Daneben versorgt die Geschäftsstelle die Manufakturen auf Wunsch mit verschiedenen Webemitteln und mit Social Media-Vorlagen, die man als fertige Posts zu vielen Themen für Facebook und Instagram abrufen kann.
Unterhaltsam, lehrreich, informativ
Mit Spannung erwartet wurde eine Präsentation der ZimmerMeisterHaus-Manufaktur Willi Mayer Holzbau, die bei den Teilnehmern des Frühjahrstreffens schon bei der Firmenbesichtigung am 23. März einen bleibenden Eindruck hinterlassen hatte. Geschäftsführer Christoph Mayer schob nun den Impressionen aus der Besichtigung die Daten und Fakten zum Unternehmen nach, das mit rund 70 Mitarbeitern in etwa 50 Projekten im Jahr einen Gesamtumsatz von rund 23 Mio Euro erwirtschaftet.
Stephan Zürcher und Thomas Arnold von ecoholz nahmen in ihrem Vortrag im Interesse des Auditoriums „schlafende“ Aufträge auf Korn, die im Unternehmen zum unnötigen Verschleiß von Zeit und Energie führen, die Fehlerquote erhöhen und im ungünstigen Fall zu hohen Kosten oder unzufriedenen Kunden führen können. Als Lösung für das Problem empfahlen die Referenten, den Kunden eng zu begleiten, benötigte Informationen zeitnah abzurufen und keine voreiligen Terminzusagen zu machen.
Um mögliche neue Geschäftsfelder ging es beim Vortrag von Stefan Höötmann, der mit seiner SH Holz & Modulbau GmbH gewerbliche und öffentliche Projekte, Wohngebäude und Pflegeheime in Holzmodulbauweise bis zu fünf Geschosse realisiert. Die Mindestgröße der Projekte liegt bei 700 m2. Dabei sieht er sich als Premium-Problemlöser für Bauherren, deren Fokus aus verschiedenen Gründen auf der schnellen und problemlosen Ausführung eines Projekts liegt – mit so durchschlagendem Erfolg, dass er sich inzwischen komplett auf den Modulbau spezialisiert hat.
Transformation im Holzbau
Jonas Blomeyer stellte dem Auditorium das Geschäftsmodell seines Unternehmen Tjiko vor, das Baufirmen vorgefertigte Modulbäder in Losgröße 1 anbietet. Dies in verschiedenen Designlinien und in einem Leistungsumfang, der von der Badplanung über die Vorfertigung bis hin zum schnellen Einbau des Bads vor Ort reicht.
Im Vortrag von Dr. Manuel Schönwitz, Associate Partner der Porsche Consulting, lag der Fokus auf der bevorstehenden Transformation im Holzbau und auf möglichen Strategien, mit denen Holzbauunternehmen dem möglicherweise disruptiven Wandel erfolgreich begegnen können. Seine Empfehlung: Holzbauunternehmen sollten nicht mehr projektgetrieben, sondern produktorientiert agieren, also ähnlich wie die Autoindustrie einen modularen Produktbaukasten entwickeln, der bei allen Standards und Rastern ein breites Spektrum an unterschiedlichen Endprodukten ermöglicht.
Wie immer nutzten die Mitglieder das Rahmenprogramm, um sich im persönlichen Gespräch intensiv mit Kollegen und Markpartnern auszutauschen. Die begleitende Ausstellung der Marktpartner wurde ebenfalls von vielen Teilnehmern genutzt, um sich zu informieren und langfristige Beziehungen zu pflegen.











