Richtfest
Goldbeck und die Technische Universität Dresden feiern Richtfest für das Smart Mobility Lab in Hoyerswerda
Am 15. Oktober fand in Hoyerswerda das Richtfest für das Smart Mobility Lab statt, das von der Technischen Universität Dresden und dem europaweit tätigen Bau- und Dienstleistungsunternehmen Goldbeck gemeinsam mit Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer begangen wurde. Das Projekt, das Goldbeck realisiert, umfasst als Kernstück eine rund 42 Meter hohe Halle, die künftig als Reallabor für automatisiertes Fahren und Fliegen genutzt werden soll.
Das Richtfest markiert einen weiteren Schritt auf dem Weg zur geplanten Eröffnung im Jahr 2027. Der Bau des Smart Mobility Lab begann im Januar dieses Jahres. Die zentrale Drohnenflughalle bietet eine Gesamtfläche von 11.200 Quadratmetern. Innerhalb der Halle entsteht ein 100 mal 100 Meter großes Reallabor bei einer Höhe von 40,5 Metern, in dem Teams der Technischen Universität Dresden automatisierte Mobilität unter realitätsnahen Bedingungen erforschen und testen werden. Zusätzlich errichtet Goldbeck über 6.500 Quadratmeter für Labore und Werkstätten, 3.400 Quadratmeter Büroflächen sowie etwa 9.000 Quadratmeter Außenversuchsfläche. Diese Außenfläche bietet unter anderem eine 75 mal 75 Meter große Fahr- und Landefläche für weitere Forschungsvorhaben im Bereich des autonomen Fahrens und Fliegens.
Forschung und Testbetrieb für automatisierte Mobilität
Für die Technische Universität Dresden stehen wissenschaftliche Qualität und der Wissenstransfer im Mittelpunkt des Vorhabens. TUD-Rektorin Prof.in Ursula Staudinger erläuterte die Bedeutung des Projekts:
„Das heutige Richtfest für das Smart Mobility Lab markiert einen wichtigen Meilenstein auf unserem Weg, den Strukturwandel im Rahmen des TUD Campus Lausitz aktiv mitzugestalten – hin zu einer Region, die für Spitzenforschung und technologische Innovation steht. Mit dem SML entsteht eine europaweit einzigartige Forschungsplattform, die Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zusammenführt – ganz im Sinne unseres Selbstverständnisses als The Collaborative University: im Miteinander erfindungsreich, engagiert und transformativ. Hier werden zukunftsweisende Technologien für die automatisierte und vernetzte Mobilität der Zukunft entwickelt, erprobt und in die Anwendung gebracht – vom Straßenverkehr bis zum autonomen Flug. Das SML steht exemplarisch für unser Verständnis einer Universität für das 21. Jahrhundert, die interdisziplinäre Spitzenforschung mit Anwendungsnähe und einem Gewinn für die Gesellschaft verbindet.“
Komplexes Dachtragwerk im Fokus
Eine wesentliche ingenieurtechnische Herausforderung stellt das Dachtragwerk der stützenfreien Halle dar. Die bis zu zehn Meter hohen und 100 Meter langen Stahlbinder für die Drohnenflughalle wurden in der Lausitz vorgefertigt, für den Transport in Segmente zerlegt und anschließend am Standort wieder zusammengesetzt. Aufgrund ihrer Dimensionen war für die Montage ein speziell abgestimmtes Konzept erforderlich. Eingesetzt wurden drei Großkrane mit Ausladungen von bis zu 56 Metern, wobei Windlasten und Kippmomente berücksichtigt werden mussten.
Jan-Hendrik Goldbeck, geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens, betonte:
„Mit dem Smart Mobility Lab zeigen wir, wie sich durch systematisiertes Bauen Forschungsinfrastruktur schneller realisieren lässt. Vorfertigung, präzise Montage und ein integriertes wasserstoffbasiertes Energiekonzept bringen Qualität, Tempo und Nachhaltigkeit zusammen. Besonders stolz sind wir auf die 100 mal 100 Meter stützenfreie rund 42 Meter hohe Halle – sie eröffnet Forschenden Möglichkeiten, die es in dieser Form kaum gibt.“
Ressourcenschonend in Bau und Betrieb
Goldbeck setzt beim Smart Mobility Lab auf eine systematisierte Bauweise, die Materialien schont und Emissionen reduziert. Zentrale Bauelemente werden in 16 europäischen Werken des Unternehmens industriell vorgefertigt. Auf der Baustelle in Hoyerswerda erfolgt die Montage nach dem Baukastenprinzip, was Bauzeit und Wirtschaftlichkeit optimiert. Das Projekt integriert zudem ein umfassendes Energiekonzept mit Geothermie, Batterie- und Feststoffspeichern, Blockheizkraftwerk, Photovoltaikanlagen und einer Wasserstoff-Elektrolyse. Überschüssiger Solarstrom wird in Wasserstoff umgewandelt und bei Bedarf in Form von Strom und Wärme wieder genutzt. Auf diese Weise lassen sich Lastspitzen glätten, die Versorgungssicherheit erhöhen und CO₂-Emissionen reduzieren.
Drei Großprojekte für die Technische Universität Dresden
Neben dem Mobility Lab in Hoyerswerda realisiert Goldbeck für die Technische Universität Dresden zwei weitere Forschungseinrichtungen: das Construction Future Lab (CFLab) in Görlitz, das sich dem digitalen Bauen widmet, sowie das Center for Green Circular Economy (CircEcon) im Industriepark Schwarze Pumpe bei Spremberg. Diese drei Großprojekte sollen die Forschungs- und Innovationslandschaft der Region langfristig stärken.













