Internationale Handwerksmesse

Damir Mioc | Damir Mioc,

Rundes Jubiläum: die IHM wird 75 Jahre alt!

Am 15. Juli 1949 öffnete die erste Handwerksmesse in München ihre Türen. Von der Gründungszeit der Bundesrepublik über Wirtschaftswunder und Bauboom in den 1960er-Jahren bis ins Digitale Zeitalter entwickelte sich die Messe seither zur wichtigsten Leistungsschau des Handwerks in Deutschland.

Die erste Handwerksmesse München im Jahr 1949

© GHM

„Die Internationale Handwerksmesse bietet seit 75 Jahren eine renommierte Bühne, um die ganze Vielfalt des Handwerks und des Leistungsspektrums und Leistungsvermögens seiner Berufe einer breiten Öffentlichkeit zeigen zu können. Auch nach 75 Jahren ist die IHM weiter ein Seismograf für Zukunftstrends, da auf ihr die stetige Weiterentwicklung im Handwerk augenscheinlich miterlebt werden kann: Die IHM wartet immer wieder mit den neuesten handwerklichen Produkten und Dienstleistungen, den jüngsten Innovationen und Ideen auf und demonstriert so die geballte Leistungs- und Innovationskraft des Handwerks stets aufs Neue. Das schärft das Bewusstsein für die Bedeutung des Handwerks für Wirtschaft und Gesellschaft unseres Landes und fördert die Wertschätzung für die Leistungen all der vielen Millionen Handwerkerinnen und Handwerker, die jeden Tag aktiv die Zukunft Deutschlands mitgestalten", betont Jörg Dittrich, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), in seiner Würdigung des 75-jährigen Jubiläums der IHM.

Auch nach 75 Jahren bietet die heutige Internationale Handwerksmesse noch immer einen Überblick über Leistung, Qualität und Innovation des Handwerks und präsentiert sich seit 2023 als Publikumsveranstaltung mit den Schwerpunkten Bauen, Sanieren, Modernisieren, Wohnen, Küchenkultur und Lifestyle. Parallel dazu wurde 2023 Zukunft Handwerk ins Leben gerufen, die gewerkeübergreifend Handwerksunternehmen, -organisationen und -politik eine Plattform zum Austausch innerhalb der Branche bietet.

Die Anfänge

Die Idee, eine Handwerksmesse zu gründen, ging von der Handwerkskammer in München aus und fand Mitte 1948 Unterstützung im Bayerischen Wirtschaftsministerium. Die erste Handwerksmesse wollte eine handwerkliche Leistungsschau sein, die den Handwerksbetrieben in der Zeit des beginnenden Wiederaufbaus zusätzliche Marktchancen eröffnen sollte. Wunsch war es damals, auf die wirtschaftliche Entwicklung und den wachsenden Konkurrenzkampf im Handwerk zu reagieren, Absatz und Umsatz zu steigern, neue Kundenverbindungen zu knüpfen, über Exportfragen zu informieren, die Rohstoffbeschaffung zu klären und im Wettbewerb die Leistungsfähigkeit und Innovationskraft anzutreiben.

Der zu diesem Zweck gegründete Der zu diesem Zweck gegründete Verein für Handwerksausstellungen und -messen – der Rechtsvorgänger der heutigen GHM Gesellschaft für Handwerksmessen mbH – eröffnete vom 15. bis 31. Juli 1949 die erste Handwerksmesse in München. Zwei Monate nach der Gründung der BRD strömten bei einem Eintrittspreis von einer D-Mark 365 000 Besucherinnen und Besucher auf das damalige Messegelände im Ausstellungspark Theresienhöhe. An insgesamt 17 Messetagen stellten 820 Unternehmen aus.

Den Aufstieg der Handwerksmesse läutete das Bundeswirtschaftsministerium 1950 ein, als es die Messe als „bundeswichtig“ einstufte und München zur „Messestadt des Handwerks“ ernannte.  Diese Einstufung hatte zur Folge, dass die Münchner Handwerksmesse in Deutsche Handwerksmesse unbenannt wurde, sich Handwerkerinnen und Handwerker aus allen vier Besatzungszonen beteiligen durften und Stimmen, die sich ursprünglich eine Wandermesse gewünscht hatten, endgültig verstummten. Die Anziehungskraft der Messe nahm von Jahr zu Jahr zu: Schon die zweite Veranstaltung hatte internationale Beteiligung. Unter den rund 1050 Ausstellern waren auch Betriebe aus Frankreich, Italien, Österreich und dem ehemaligen Jugoslawien vertreten. Da die Beteiligung internationaler Aussteller über die Jahre stark anstieg, folgte 1962 die Umbenennung in „Internationale Handwerksmesse“.

Umzug nach Riem

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts kam es auf Grund des Rückgangs der Baukonjunktur „zur tiefsten Krise des Handwerks seit dem Zweiten Weltkrieg“, die zu massivem Stellenabbau in Handwerksbetrieben führte. Unter diesen schwierigen Marktvoraussetzungen kam der Umzug 1999 auf das neue Messegelände in Riem gerade zum richtigen Zeitpunkt, um ein starkes Zeichen zu setzen. Die Verantwortlichen der Messe nutzten dies zur Neujustierungen im Messeprofil: Die Messelaufzeit wurde gekürzt und in den darauffolgenden Jahren um die Messen Garten München, «Handwerk & Design» sowie seit letztem Jahr der Food & Life erweitert.

Zeitgleich erhöht die Handwerksmesse ihr Engagement, Jugendliche für eine Ausbildung im Handwerk zu begeistern. Informierte die Messe bereits 1963 Jugendliche über Ausbildungschancen und rief sie 1980 die Sonderschau Jugend gestaltet ins Leben, war die neue Fläche YoungGeneration ab 2003 eine neue und bislang unbekannte Form der Didaktik. Zahlreiche Innungen stellen hier noch heute ihre Gewerke live auf der Messe vor und interessierte Jugendlichen können somit ihren Traumberuf im Handwerk gleich ausprobieren.

Franz Xaver Peteranderl, Aufsichtsratsvorsitzender der Gesellschaft für Handwerksmessen (GHM) und Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern zum 75-jährigen Jubiläum der IHM: „Die Internationale Handwerksmesse ist nicht nur ein Schaufenster des Handwerks. Sie hat sich in ihrer 75-jährigen Geschichte zu einem sichtbaren Zeitzeugen handwerklicher Schaffenskraft in Deutschland entwickelt. Besucher können die Verbindung von Brauchtum und Tradition sowie Innovationsfreude und Erfindergeist im Handwerk erleben. Schließlich macht die IHM gerade in gesellschaftlich und wirtschaftlich schwierigen Zeiten deutlich, dass die Herausforderungen für unser Land ohne Handwerk nicht zu meistern sind.“

Anzeige
  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Jetzt Newsletter abonnieren