Fassade

Jessica Stütz,

Neubau mit Durchblick

Das Touristen-Informationszentrum im Hafen von Rotterdam/Holland hat eine kleinteilige Aluminiumfassade in vier Farben, die an vielen Stellen Blicke durchs Gebäude ermöglicht.

Die gewünschte Transparenz der Fassade wurde durch großflächige Verglasungen sowie eine perforierte Aluminiumverbundfassade erzeugt

© Alucobond/Bart van Hoek

Der Hafen von Rotterdam ist eine Welt für sich. Auf einer 40 km langen Fläche von ungefähr 100 km² arbeiten Tag und Nacht rund 60 000 Menschen und erwirtschaften dabei sieben Prozent des niederländischen BIPs (Bruttoinlandsprodukt). „Rotterdam Harbour“ ist für Schiffe mit bis zu 24 m Tiefgang geeignet und damit der größte Tiefwasserhafen Europas. Als Anlaufpunkt für zahlreiche Containerschiffe, die jeweils 11 000 bis 13 000 der normierten Stahlboxen tragen, und weltgrößter Hafen für flüssige Güter – jeder zweite Liter Treibstoff, der in Deutschland verbrannt wird, fand seinen Weg über dieses Drehkreuz in unsere Tanks – spielt er zweifelsfrei in der ersten Liga und die direkte Anbindung über den Rhein verleiht ihm auch für Deutschland eine besondere Bedeutung.

Perforierte Fassade

Das Architekturbüro Moederscheim Moonen hat das neue Gebäude „Port Pavilion“ unweit der Stelle errichtet, an der die Entstehung des Hafens von Rotterdam einst ihren Anfang nahm. Als Fundament konnten die Grundmauern ehemaliger Wirtschaftsgebäude genutzt werden, nachdem deren statische Tauglichkeit nachgewiesen worden war. Auch einige der alten Stahlträger waren dermaßen gut erhalten, dass sie nach einer fachlichen Aufbereitung ihrer Zweitnutzung zugeführt werden konnten. Beide technischen Überraschungen verringerten den baulichen Aufwand ebenso wie die Kosten und dienten am Ende auch der Nachhaltigkeit.

Der 100 m lange Stahlbau liegt parallel zum Kai und zur Straße, weshalb die Breite des Riegels 8 m nicht überschreiten durfte. Die Transparenz der Fassade war kein Selbstzweck, vielmehr sollte diese weder die Sicht aufs Wasser noch den Blick aus umgekehrter Richtung unnötig verstellen. Die gewünschte Transparenz wurde durch großflächige Verglasungen sowie eine perforierte Aluminiumverbundfassade erzeugt, die den Pavillon zudem unverwechselbar macht.

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Die Lebendigkeit der Fassade entsteht durch die unregelmäßige Anordnung rechtwinkliger Elemente in vier Farben, die in zwei Größen verbaut wurden

© Alucobond/Bart van Hoek

Monochrome Farbvielfalt

Fassade oberhalb der großen Glasflächen weitgehend geschlossen ist, an wenigen Stellen aber von einigen opaken Glaselementen unterbrochen wird. Ihre Lebendigkeit entsteht durch die unregelmäßige Anordnung rechtwinkliger, aber nicht symmetrischer Alucobond-Elemente, die in zwei Größen hergestellt wurden, wobei die kleinere zahlenmäßig dominiert. Die Architekten bedienten sich hier eines kleinen „Tricks“, welcher im Zusammenhang mit den dreischichtigen Aluminiumverbundplatten von 3A Composites immer wieder angewandt wird: Sie planten die Fassade so, dass im Wesentlichen lediglich zwei Standard-Formate als Kassetten mit umlaufendem Falz ausgebildet werden mussten. Diese wurden allerdings aus Plattenmaterial mit unterschiedlichen Oberflächen, nämlich Black 326, Anthracite Grey 105, Anodized Look C 34 sowie Urban Jet Black, geformt, sodass zu dem gewünschten Formenspiel eine monochrome Farbvielfalt hinzukommt.

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