Gebäudehülle in Holzbauweise
Büroneubau in Ulm: Blickfang in Gebäudeklasse 5
Bauwerke der Gebäudeklasse 5 mit einer Gebäudehülle in Holzbauweise sind in Deutschland immer noch architektonische „Meilensteine“ – die Ulmer Wohnungs- und Siedlung-Gesellschaft mbH (UWS) hat sich bewusst für diese Bauweise entschieden, um den Ulmer Science Park II zu erweitern.
Die Nutzung des nachwachsenden Baustoffs Holz zählt zum aktiv gelebten Klimaschutz. In diesem Sinne gilt die Errichtung des Büroneubaus LMS 3/1 Ulm direkt am Berliner Ring als ein vorausschauender Schritt zur nachhaltigen Stadtentwicklung (Fotos: Rubner Holzbau)
Der Technologiestandort Ulm wird mit dem neuen Bürogebäude jedenfalls ein gutes Stück grüner. Der Erweiterungsbau fügt sich neben zwei bereits bestehende Objekte. Teile des Gebäudes bestehen aus vier Ebenen, straßenseitig erhöht sich das Gebäude allerdings um zwei weitere Etagen auf insgesamt sechs Obergeschosse. Auf einer Nutzfläche von rund 8400 m2 sind neben modernen Büroflächen, offenen Kommunikationszonen auch ein Schulungszentrum untergebracht. Das ressourcenschonend in hybrider Holzbauweise errichtete Gebäude entspricht höchsten Energiestandards.
Das ressourcenschonend in hybrider Holzbauweise errichtete Gebäude entspricht höchsten Energiestandards
Mehr als 4300 m2 Gebäudehülle wurden von Rubner in Ober-Grafendorf werksseitig vorgefertigt, davon rund 2700 m2 Fassadenelemente und 1600 m2 (412 Stück) ebenfalls bereits im Werk in die Fassadenelemente integrierte Holz-Alu-Fenster. Dazu kommen weitere 2200 m2 Innenwandbekleidung aus lasierten Dreischichtplatten aus Fichtenholz in Sichtqualität. Maßgenau verarbeitetes Holz aus PEFC-zertifizierten Wäldern spielt somit sowohl in den Räumlichkeiten des Bürogebäudes als auch hinter den Kulissen der Fassadenverkleidung eine wesentliche Rolle. Die Elemente entsprechen der Feuerwiderstandsklasse F30, die Brandschutzabdeckungen von Stahllaschen wurden mit vorkonfektionierten Conlitschalen ausgeführt.
Der Ingenieurholzbau spielt seine Stärken aus: Die Fassadenelemente können geschosshoch oder sogar geschossübergreifend realisiert werden, beim Ulmer Projekt betragen die Elementgrößen bis zu 3,85 x 6,25 m. Kompaktbauteile dieser Dimension machen es möglich, eine maximal fugenarme Gebäudehülle als Raumabschluss an der tragenden Struktur eines Skelettbaus zu befestigen. Auf die strukturelle Basis der tragenden Brettschichtholz- und KVH-Rippen können zahlreiche Bekleidungsvarianten appliziert werden – in diesem Fall Alucobond, eine Verbundplatte aus zwei Aluminium-Deckblechen und einem schwer entflammbaren oder nicht brennbaren mineralstoffgefüllten Kern.











